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24728 Rezensionen zu 16924 Alben von 6590 Bands.
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Frank Zappa

We're only in it for the money

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1968
Besonderheiten/Stil: Zappaeskes
Label:
Durchschnittswertung: 12.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Frank Zappa Guitar,piano,lead vocals,weirdness & editing
Billy Mundi drums,vocal,yak & black lace underwear
Bunk Gardner All woodwinds,mumbled weirdness
Roy Estrada Electric bass,vocals,asthma
Don Preston keyboards
Jimmy Carl Black Indian of the group,drums,trumpet,vocals
Ian Underwood Piano,woodwinds,wholesome
Euclid James Motorhead Sherwood Soprano & baritone saxophone,all purpose weirdness & teen appeal (we need it desperately)
Suzy Creamcheese Telephone
Dick Barber Snorks

Gastmusiker

Gary Kellgren creepy whispering
Dick Kunc cheerful interruptions
Eric Clapton speaking in several critical areas
Arthur Barrow bass track on 1984 Zappa remaster
Chad Wackerman drum tracks on 1984 Zappa remaster

Tracklist

Disc 1
1. Are you hung up? 1.29
2. Who needs the peace corps? 2.35
3. Concentration moon 2.17
4. Mom & Dad 2.29
5. Telephone conversation 0.45
6. Bow tie daddy 0.33
7. Harry, you're a beast 1.21
8. What's the ugliest part of your body 1.03
9. Absolutely free 3.27
10. Flower punk 3.04
11. Hot poop 0.29
12. Nasal retentive calliope music 2.02
13. Let's make the water turn black 1.45
14. The idiot bastard son 2.43
15. Lonely little girl 1.45
16. Take your clothes off when you dance 1.43
17. What's the ugliest part of your body (Reprise) 0.57
18. Mother people 2.31
19. The chrome plated megaphone of destiny 6.25
Gesamtlaufzeit39:23


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Seltsamerweise existieren drei offizielle Versionen von diesem Zappa-Meisterwerk: das Original, 1968 veröffentlicht, dann die von Zappa überarbeitete Remaster-Ausgabe von 1984 (mit neuen Bass- und Schlagzeugparts) und schließlich die hoffentlich endgültige, 1993 um einige 1967 (Aufnahmejahr) weggelassene Fragmente erweiterte Fassung des Albums (wieder mit originellem 67er Rhythmusteam), die erst 1995 auf CD rauskam.

Als Zappa nach jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen mit "zwei Plattenfirmen, einem ex-Manager und seinem Bruder, einem Rechtsanwalt" (Originalzitat Ende) endlich die Rechte an seinen Aufnahmen wiedererlangte, hieß es Anfang der 80er, die längst vergriffenen Zappa-Platten neu zu remastern und zuerst einmal bei Zappas eigenem Plattenlabel Barking Pumpkin im Rahmen von sogenannten "Old Master Boxes" rauszubringen. Und so beinhaltete z.B. "Old Masters Box One" die fünf ersten Zappa/Mothers-LP's und eine "Mystery Disc"-LP mit bisher unbekannten Archivaufnahmen. Sowas ausgerechnet kurz vor dem Anbruch des CD-Zeitalters. Pech für die, die sich auf die ingesamt drei "Old Masters Boxes" gestürzt haben...

Da Zappa offensichtlich mit den Originalparts von Estrada, Mundi und Black nicht zufrieden war, nutzte er die oben geschilderten Umstände um alle Schlagzeug- und Bassparts von "We're only in it..." neu aufzunehmen, so dass am Ende eine etwas glattere "We're only in it..."-80er Version rausgekommen ist, die wegen des neuen Rhythmusteams etwas mehr zeitgemäß klang.

Das ursprüngliche Konzept von "We're only in it..." wurde verworfen, nachdem Zappa beschloss, das Cover des gerade erschienenen Beatles- Meisterwerkes "Sgt. Pepper's..." zu karikieren. Neben The Mothers of Invention in Frauenkleidern (Roy Estrada sieht dabei irgendwie schwanger aus) ließ sich auch Jimmy Hendrix für das parodierte Coverbild ablichten. Mit seinem Plattentittel stellte Zappa scheinbar auch die musikalische Glaubwürdigeit der Beatles in Frage. Oder wollte er damit etwa sich und seine Bandkollegen auf die Schippe nehmen? Diesmal eher unwahrscheinlich. Diese ganze Aktion fand Paul McCartney nicht besonders lustig, was zu gewisser Verzögerung bei der Veröffentlichung des Albums führte [Hm, ich habe gelesen, ich glaube, in einem Zappa-Interview, dass die Beatles selbst das Cover genehmigt hatten, aber ihre Plattenfirma dagegen war (Udo)]. (Im Dominique Chevaliers Buch "Viva Zappa" ist nachzulesen, dass McCartney gar nicht von dem Cover begeistert gewesen sein soll, aber am Ende doch eingewilligt hatte. Die von Udo angeführte Version wird im Barry Miles' Buch "Paul McCartney-Many years from now" wiederum nur teilweise bestätigt.Darin heißt es, dass Zappas Plattenfirma bezüglich des Plattencovers kalte Füße bekam). Vielleicht deswegen war das umstrittene Photo ursprünglich nur als LP-Innencover zu sehen.

Den textlichen Leitgedanken dieses Albums, das verdächtig nach einem Konzeptalbum riecht, könnte man als Infragestellung und Lächerlichmachung der Hippiebewegung (damals hochaktuell, heute weniger) -und bei Gelegenheit natürlich auch der bekanntlich verlogenen amerikanischen Gesellschaft- bezeichnen. Die wiederkehrenden Zweifel an der menschlichen Natur dürfen auch nicht fehlen : "What's the ugliest part of your body? I think it's your mind, woo woo". Bei "Take your clothes off when you dance" bin ich mir bis heute nicht ganz sicher : wollte Zappa wieder mal die Hippie-Ideologie durch den Kakao ziehen, oder etwa für viele Menschen seit Ewigkeiten geltenden Sehnsüchte ausdrücken? Wie dem auch sei, die musikalische Umsetzung dieser Vorgaben ist hervorragend gelungen, so dass der Hörer es hier nicht nur mit ungezähmten, wilden Soundcollagen, von der Geschwindigkeit her teilweise verfremdetem, groteskem Gesang und schrägen Studioeffekten -wie Grunzen, Gelächter, oder unheimlich flüsternde Stimmen- zu tun bekommt, sondern sich auch an genial verwinkelt-abgefahrenen Melodien erfreuen darf.

Zappa verwurstet hier natürlich auch, wie immer, bekannte musikalische Stilrichtungen : "Bow tie Daddy" könnte z.B. als ein harmloses Vaudeville-Liedchen von McCartney stammen und "What's the ugliest...", bringt verstärkt Pop-Einflüsse aus den 50ern. Abwechslungreicher als auf diesem Album kann es kaum noch zugehen : mit den vielen Einfällen und Tempiwechseln könnte manch anderer Künstler eine ganze Karriere bestreiten.

Und noch etwas : auch wenn es ziemlich egal ist, ja, ein gewisser Erich Clapton, damals kurzzeitig bei Cream, soll für Zwecke dieses Album einige Worte ins Mikro gehaucht haben.

Schlußendlich kommt man zu "The Chrome Plated Megaphone of Destiny", einem atonalen, teilweise fast orchestralen Avantgardestück, mit über sechs Minuten Dauer bei weitem das Längste auf diesem Album. Es kommen u.a., einem freien Gedankenfluß gleich, spasmatisch quietschende oder brummende Saxophone, künstlich wirkendes Gelächter, elektronisch klingende Tonbandmanipulationen und nackte, wehrlose Pianosaiten zum Einsatz.

"Is this phase one of lumpy gravy?", fragt eine Sprechblase auf dem Cover von "We're only in it for the money". Bezogen auf "Chrome Plated Megaphone..." kann es darauf nur eine positive Antwort geben.

Fazit : Es dürfte nach diesem furiosen Paradebeispiel der unbändigen Kreativität den meisten schwer fallen, an Zappas Genie zu zweifeln.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.7.2002
Letzte Änderung: 10.5.2003
Wertung: 14/15

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Von: Udo Gerhards (Rezension 2 von 2)


Zur Musik nur eine kurze Einschätzung von mir: natürlich ein Zappa-Klassiker, aber wenn ich die frühen Mothers betrachte und "We're only in it..." musikalisch neben "Absolutely free" und "Uncle Meat" stelle, ziehe ich diese beiden deutlich vor. "Uncle Meat" ist einfach abenteuerlicher, "Absolutely Free" geschlossener und verspielter, wenn man die Musique-Concrete-Ausflüge von "We're only" mal ignoriert.

Zur von Siggy angesprochenen Frage "Is this phase one of lumpy gravy?" Dies bezieht sich auch auf die Verwendung der "Piano People". Viele der seltsamen Stimmen auf "We're only in it..." stammen von den gleichen Im-Piano-Sessions wie der Chorus von "Lumpy Gravy". Phase 3 ist dann übrigens "Civilization Phaze III". Und in der Tat, Eric Clapton ist hier zu hören: "Beautiful! God! It's God! I see God!".

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.7.2002
Letzte Änderung: 3.7.2002
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Frank Zappa

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1966 Freak out! 7.00 1
1967 Absolutely Free 13.00 1
1968 Lumpy Gravy 12.00 1
1968 Cruising with Ruben & the Jets 6.00 1
1969 Uncle Meat 13.00 1
1969 Hot Rats 11.00 1
1970 Chunga's Revenge 8.00 1
1970 Weasels Ripped My Flesh 11.00 1
1970 Burnt Weeny Sandwich 10.00 1
1971 Fillmore East, June 1971 9.00 1
1971 200 Motels 11.00 1
1972 The Grand Wazoo 12.00 1
1972 Waka/Jawaka 9.00 1
1972 Just Another Band From L. A. 10.00 1
1973 Overnite Sensation 9.00 1
1974 Roxy & Elsewhere 11.50 2
1974 Apostrophe' 9.00 1
1975 Bongo Fury 9.00 1
1975 One Size Fits All 12.00 1
1976 Zoot Allures 7.00 1
1978 Studio Tan 12.00 1
1978 Zappa In New York 13.00 1
1979 Sleep Dirt 10.00 1
1979 Joe's Garage 11.00 1
1979 Sheik Yerbouti 12.50 2
1979 Orchestral Favorites 11.00 1
1981 You Are What You Is 10.00 1
1981 Shut Up 'N Play Yer Guitar 9.00 1
1981 Tinseltown Rebellion 6.50 2
1982 Ship arriving too late to save a drowning witch 9.50 2
1983 The Man From Utopia 10.00 1
1984 Thing-Fish - 1
1984 Them or us 11.00 1
1984 Francesco Zappa 1.00 1
1984 Boulez Conducts Zappa: The Perfect Stranger 13.00 1
1986 Jazz from Hell 12.00 1
1988 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.1 10.00 1
1988 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.2 (The Helsinki Concert) 11.00 1
1988 Guitar 9.00 1
1989 Broadway The Hard Way 10.00 1
1991 Make A Jazz Noise Here 11.00 1
1991 The Best Band You Never Heard In Your Life 7.00 1
1992 You Can't Do That On Stage Anymore, Vol.6 10.00 1
1993 The Yellow Shark 13.00 1
1994 Civilization Phaze III 13.00 1
1995 Does humor belong in music? 11.00 1
1995 London Symphony Orchestra, Vol. I & II 13.00 1
1995 Strictly Commercial - 1
1996 Läther 14.00 2
1996 The Lost Episodes 10.00 1
1999 Everything Is Healing Nicely 13.00 1
1999 Son of Cheep Thrills 11.00 1
2003 Does Humor Belong in Music? (DVD) 7.00 1
2003 Ensemble Modern Play Frank Zappa - Greggery Peccary & Other Persuasions 11.50 2
2004 Baby Snakes (DVD) 11.00 1
2005 The Dub-Room Special (DVD) 11.00 1
2006 Trance-Fusion 9.00 1
2006 Imaginary Diseases 9.00 1
2007 Classic Albums: Apostrophe ('), Over-Nite Sensation (DVD) 10.00 1

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