SUCHE
Erweiterte Suche
Leitfaden: Italienischer Prog der 70er Jahre
Area
Banco del mutuo soccorso
Il Balletto Di Bronzo
Il Rovescio Della Medaglia
Le Orme
Locanda delle Fate
Museo Rosenbach
New Trolls
Osanna
Picchio Dal Pozzo
Premiata Forneria Marconi
Persönliche Tips
Arti & Mestieri
Celeste
Franco Battiato
Jumbo
Pierrot Lunaire
STATISTIK
24276 Rezensionen zu 16591 Alben von 6468 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

New Trolls

Concerto grosso per i New Trolls

(Siehe auch: Leitfaden "Italienischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1971
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Klassikrock / Adaptionen; Klassischer Prog
Label: Fonit Cetra
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Frank Laugelli bass
Maurizio Salvi keyboards
Vittorio De Scalzi guitar
Nico Di Palo guitar,lead vocals
Gianni Belleno drums,vocals

Tracklist

Disc 1
1. Concerto Grosso No. I

1. I° Tempo: Allegro 2:22
2. II° Tempo: Adagio (Shadows) 4:57
3. III° Tempo: Cadenza (Andante con moto) 4:16
4. IV° Tempo: Shadows (per Jimy Hendrix) 5:34

2. Nella stanza vuota, improvvisazioni dei New Trolls registrate in diretta 20:30
Gesamtlaufzeit37:39


Rezensionen


Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 1 von 2)


Die New Trolls gehören zu den ganz großen Namen in der italienischen Prog-Szene. Neben PFM, Le Orme und Banco sind sie auch außerhalb des Stiefels bekannt geworden und haben in Japan immer noch einen gewissen Kultstatus.

Ihr Ruhm wurde nicht zuletzt durch das vorliegende Album aus den Jahre 1971 begründet (und damit wären sie dann überhaupt die erste nennenswerte Prog-Formation): Das erste "Concerto Grosso per i New Trolls" ist in der Tat ein für sie komponiertes Werk (von Luis Enriquez Bacalov) - eine Art pop-barockes Konzert mit Streichern, Lead-Gitarre (mit ausdrücklichen Referenzen an Herrn Hendrix) und Rockband und Shakespeare-inspirierten Texten (Hamlets "To die, to sleep, perchance to dream" wird bei ihnen einfach zu "To die, to sleep, maybe to dream"). Der Sound hat Anleihen an die Holländer von Focus (v.a. die Flöte... Nein, sie klingt nicht wie die von Ian Anderson!) und an die Orgel und die Gitarre im "Concerto" von Deep Purple. Letzteres war zwar ein Jahr zuvor erschienen, ist aber eher der Klassik Beethovens verbunden - das "Concerto grosso per i New Trolls" ist also bestimt kein Plagiat.

Die Vocals sind nicht immer gelungen - weder beim Concerto, noch beim zweiten Stück der Scheibe, einer 20minütigen Improvisation. Sie sind bisweilen etwas kitschig, etwas arg 70ies-mäßig, wen das nicht so sehr stört, der kann in "Concerto grosso per i New Trolls" ein epochemachendes Werk erkennen, eine der gelungenerem Symbiosen von Rockmusik und Klassik.

Anspieltipp(s): keine besonderen
Vergleichbar mit: Vivaldi, Focus, Deep Purple, Jimi Hendrix
Veröffentlicht am: 5.7.2002
Letzte Änderung: 5.7.2002
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Von: Achim Breiling @ (Rezension 2 von 2)


Das "Concerto Grosso per i New Trolls" hat in Italien, zumindest unter Prog- bzw. langsam ergrauenden Rockhörern einen gewissen Kultstatus, gilt als Meilenstein, wenn nicht gar als Geburtsstunde des italienischen Progressive Rock. In der Tat wurde diese dritte Scheibe der New Trolls schon 1971 veröffentlicht, während die ersten Alben der meisten anderen Italoproggrössen erst ein bis zwei Jahre später erschienen sind. Zudem war das hier Gebotene Anfang der 70er noch durchaus neuartig und progressiv (nicht nur in Italien), ist zudem ganz gelungen, wenn es auch aus heutiger Sicht reichlich angestaubt wirkt.

Zwei unterschiedliche, seitenlange Stücke gibt es auf "Concerto Grosso per i New Trolls" zu hören. Einmal ist da das titelgebende "Concerto Grosso", komponiert von Luis Enriquez Bacalov, und ein umfangreiche Rockimprovisation, die, wie der Titel "Nella stanza vuota" (aus dem leeren Zimmer) andeutet, einen Studiojam unter Livebedingungen darstellt.

Das "Concerto Grosse" kombiniert eine Rockband mit einem barocken Orchesterapparat (Streicher und Basso Continuo) und ist natürlich der Grund für die historische Bedeutung der Scheibe. Bacalov betreibt hier eine Art von Polystilismus, indem er barocke Abläufe (à la Vivaldi) neben die härter rockende Band stellt oder mit deren Klängen vermengt. Bacalov und die New Trolls waren sicher nicht die erste Band, welche Orchester und Rockband vereint haben (siehe z.B. Deep Purples "Concerto for Group and Orchestra"), doch ist ihr Fusionsversuch durchaus anhörlich, kommt es wirklich ab und an zu einer Verschmelzung, was vielleicht auch daran liegt, das die schlichteren, meist recht rhythmischen barocken Muster besser dazu geeignet sind, als z.B. die neoklassisch-romantischen Formen bei der eben erwähnten Komposition von Jon Lord.

Das Ergebnis klingt stellenweise ein wenig nach Rondo Veneziano (wobei natürlich Rondo Veneziano wie die New Trolls klingen, wenn wir historisch korrekt sein wollen), und gleitet des Öfteren zu sehr in zuckrigen Schönklang ab, ist aber alles in allem ganz unterhaltsam. Was die Sache etwas schwerer verdaulich macht - mein Vorschreiber hat es schon erwähnt - sind die doch reichlich schmalzigen, mitunter vielstimmig-schmachtenden Gesangseinlagen, die zudem unnötigerweise in Englisch gehalten sind. Hier hätte dezenterer Gesang in Italienisch um einiges besser gepasst.

Das lange "Nella sala vuota" bietet dann ordentlichen, härteren und einigermaßen abwechslungsreichen Prog, dominiert von E-Gitarre und Orgel, aber versehen auch mit ein paar nicht so furchtbar virtuosen, überblasenen Querflöteneinlagen. Die letzten fünf Minuten des Stücks werden fast ausschließlich von einem Schlagzeugsolo gebildet. Auch hier nervt wieder der expressiv-poppige Gesang.

Wer sich für Italoprog interessiert, sollte in "Concerto Grosso per i New Trolls" wohl einmal reingehört haben. Auch alle Progger, die Klassikadaptationen und "Verrockungen" schätzen, können hier einmal reinhören! Punktabzüge wegen des Gesangs!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.1.2009
Letzte Änderung: 12.4.2011
Wertung: 8/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von New Trolls

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 UT 10.00 2
1972 Searching for a land 6.50 2
1973 N.T. Atomic System 10.50 2
1974 Tempi Dispari 12.00 1
1976 Concerto grosso No. 2 3.50 2
2007 Concerto Grosso: The seven seasons 8.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum