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Hoelderlin

Clowns & Clouds

(Siehe auch: Leitfaden "Deutscher Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1976 (Remaster-Ausgabe mit Bonustitel 2007 bei EMI)
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Klassischer Prog
Label: Spiegelei
Durchschnittswertung: 11/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Jochen Grumbkow Keyboards, Gesang
Christoph Noppeney Viola, Gesang, Gitarre
Hans Bäär Bass
Christian Grumbkow Gitarre
Michael Bruchmann Schlagzeug

Gastmusiker

Jörg-Peter Siebert Saxophon, Flöte

Tracklist

Disc 1
1. Mad House 6:50
2. Your Eyes 6:06
3. Circus

1. Tango Mili
2. Marching
3. Sensations

9:09
4. Streaming 7:07
5. Phasing 12:12
6. Traum   (Bonus der Remaster-Ausgabe, live 1974) 15:51
Gesamtlaufzeit57:15


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 3)


Der Titel des dritten Hölderlin Albums beschreibt die Konzepte, die den beiden Seiten der Schallplattenausgabe zu Grunde liegen: "Clowns" soll das Verrückte, Kaputte darstellen, "Clouds" steht für das Schöne in der Welt. Ob diese Wortwahl besonders treffend ist, sei mal dahingestellt. Musikalisch wird das Konzepte jedenfalls passend umgesetzt.

Wie alle frühen Hölderlin Alben wird auch auf "Clowns & Clouds" nicht der typische gitarrendominierte Krautrock geboten, man merkt diesem Album immer noch etwas Hölderlins Folk-Vergangeheit an (siehe die Rezension zu "Hölderlins Traum"). Zwar werden elektrische Instrumente benutzt, und Keyboards stehen im Vordergrund; meist aber sanftes E-Piano oder Clavinet. Dazu spielt häufig die Viola eine führende Rolle.

Die Clowns-Seite wird eingeleitet von "Mad House", einem etwas burlesken Song mit schönem Saxophon-Einsatz. Eine ähnliche Stimmung verbreitet "Circus", das als zwischen schrägem Marsch, kirmesähnlicher Musik, symphonischen und leicht jazzigen Passagen wechselt. Lediglich das sanfte "Your Eyes" wirkt, auch wenn es an sich ein sehr schönes Lied ist, auf der "Clowns" Seite etwas deplaziert.

Die Clouds-Seite macht ihrem Namen alle Ehre. Die langen, fließenden Stücke vermitteln tatsächlich den Eindruck des Schwebens. Dabei handelt es sich keineswegs um dahinplätscherndes New Age Gesäusel. Vor allem "Streamin" wird nach verhaltenem Beginn sehr dynamisch. Das instrumentale "Phasing" ist von einem sanft pulsierenden Rhythmus bestimmt, über dem sich sich eine wilde Jam Session von Viola, Gitarre und Saxophon entwickelt.

Für mich zusammen mit "Rare Birds" das beste Hölderlin Album.

Nachtrag: Anfang 2007 erschienen sämtliche Hölderlin-Alben mit Ausnahme von Hölderlins Traum und Traumstadt als Remaster-Ausgaben (von Traumstadt erschien bereits 2006 eine Remaster-Ausgabe). Während die alten CD-Ausgaben eher lieblos gestaltet waren, bieten die Neuveröffentlichungen neben einem informativen Beiheft (deutsch/englisch) noch einiges Bonusmaterial.

Dieses Album hatte ich bisher nur als Vinyl, zum Klang der alten CD-Ausgabe kann ich daher nichts sagen. Diese Fassung ist klanglich jedenfalls absolut im grünen Bereich, klar und transparent.

Als Bonus gibt es hier das fast 16 Minuten lange Traum, live aufgenommen 1974. Es zeigt die Band in ungebremster Spielfreude, insbesondere Christoph Noppeney an der Viola beeindruckt mit wunderbaren Soli. Eine andere Version dieses Stücks findet sich übrigens auf der Neuausgabe von Traumstadt.

Auch wer bereits die alte CD-Ausgabe dieses Albums besitzt, kann angesichts der schönen Ausstattung und des günstigen Preises hier zugreifen!

Anspieltipp(s): Mad House, Phasing
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.11.2002
Letzte Änderung: 10.5.2013
Wertung: 11/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 2 von 3)


"Clown & Clouds" setzte den eleganten Symphonic Rock des titellosen Vorgängeralbums fort und bietet einen von breitflächigen Klangflächen geprägten Sound. Titel wie der lebhafte Opener "Mad House" oder die nachfolgende Nummer "Your Eyes" zeigen sich von wohl durchdachten Harmonien und Arrangements geprägt. Aus einer entspannten Melodieführung heraus entwickeln sich schöne Mini-Epen, die meist von einer perlenden Sanftmut erfüllt sind. Wenn das Tempo erhöht wird, schmettert die Viola auf euphorische Art und Weise quirlige Melodien dahin.

Der Titelsong "Clowns And Clouds" wirkt dramaturgisch etwas unausgewogen und im gesangsorientierten Mittelteil eine Ecke zu theatralisch. In der dynamischen zweiten Hälfte sorgt die jetzt entfesselt agierende Viola zusammen mit breitflächig-spacigen Keyboardausflügen für positive Akzente.

Der elegische Abschluss im Fall der beiden Titel "Streaming" und "Phasing" weiß den Hörer mit einem sanft dahin fließenden Sympho-Space-Klang zu verzaubern. Hölderlin kreieren hier in perlenden Tonfolgen einen relaxten Raumklang, der sich zum Abschluss im improvisierten Bereich wieder findet, wo sich die Viola einmal mehr im hypnotischen Überschwang entfalten kann.

Hölderlin hatten sich mit ihrem dritten Album weiter im Segment der symphonisch-progressiven Rockmusik etabliert und mussten den internationalen Direktvergleich mit etablierten Bands nicht mehr scheuen. Diese Hochform vermochte die Band noch bis zum nächsten Studioalbum zu konservieren.

Anspieltipp(s): Streaming, Phasing
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.3.2007
Letzte Änderung: 28.2.2007
Wertung: 12/15

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Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 3 von 3)


Es gibt ein wesentliches Kriterium, welches mir den Nachfolger zu diesem Album (Rare Birds) erheblich besser erscheinen lässt: Den Gesang. Der ist auf Clowns & Clouds leider etwas uninspiriert und wirkt ein wenig wie ein Fremdkörper.

Vielleicht liegt es auch daran, dass Hölderlin auf diesem Album einen gewissen "Schönklang" in ihren Kompositionen hatten, was dem Gesang eine tragendere Rolle zusprach, die er leider nicht ausfüllen konnte. Hölderlin spielen auf diesem Album schönen Sympho-Prog, der immer wieder durch seine episch ausufernden Instrumentalteile glänzt. Dann nämlich kann die Band Spannungen aufbauen, ihre Stärken ausspielen und sich gänzlich austoben. Nicht verwunderlich also, dass die längeren Stücke die besseren sind, bieten sie doch eben mehr Raum für Instrumentalpassagen. Mit dem Bonustitel "Traum (live 1974)" zeigt man zudem noch ein großartiges Instrumental, welches sicher einige improvisierte Parts beinhaltet.

Musikalisch ein schönes Album, den Gesang muss man leider versuchen auszublenden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 15.3.2008
Letzte Änderung: 15.3.2008
Wertung: 10/15
knapp

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Hoelderlin

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Hölderlins Traum 9.00 2
1975 Hoelderlin 10.50 2
1977 Rare Birds 11.67 3
1978 Traumstadt 12.00 2
1979 New Faces 7.50 2
1981 Fata Morgana 3.00 2
2007 Eight 9.00 2

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