SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
20.7.2018
Distorted Harmony - A Way Out
Marcello Giombini - Synthomania
19.7.2018
Cavern Of Anti-Matter - Hormone Lemonade
Twelfth Night - Fact and Fiction
Spock's Beard - Noise Floor
17.7.2018
Deafening Opera - Let Silence Fall
Ihsahn - Àmr
16.7.2018
Twelfth Night - Fact and Fiction
The Sea Within - The Sea Within
Mystery - Lies and Butterflies
15.7.2018
Ragnar Grippe - Sand
Klaus Schulze - Silhouettes
Malaavia - Frammenti Compiuti
14.7.2018
Pixie Ninja - Ultrasound
Jonathan - Jonathan
12.7.2018
Robert Reed - Sanctuary III
42DE - EP
Manfred Mann's Earth Band - Watch
ARCHIV
STATISTIK
24786 Rezensionen zu 16968 Alben von 6609 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Molesome

Songs for Vowels and Mammals

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015 (aufgenommen 1998-2001)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Krautrock
Label: Roth Händle Recordings
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Mattias Olsson Mellotron, Vako Orchestron, Optigan, Mini Moog, Moog Taurus I, SCI PRO I, Bass Guitar, Glockenspiel, Drum Machines, Electric Guitars, Fender Rhodes, Korg Polysix, Baritone Guitars, Guitars, Turntables, Roland Vocoder Plus 330+, Perc., Organs etc.

Tracklist

Disc 1
1. Intro Glock 0:33
2. Grain of Children 3:17
3. The Artist 3:31
4. Second Half 2:05
5. The Musical Computer 2:26
6. Every Street And Pavement Mute 3:41
7. Slow Seek Wha 4:38
8. Growing At The Shipyard 4:03
9. Before Belvedere Street 4:02
10. Coincidental Bounce 3:23
11. In Harms Way 4:41
12. Naples 2:51
13. Snow In The Suburbs   (inkl. "hidden track") 10:48
Gesamtlaufzeit49:59


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Molesome ist ein Soloprojekt des schwedischen Musikers Mattias Olsson. Dieser ist vor allem bekannt als langjähriger Schlagzeuger von Änglagård, daneben ist oder war er aber auch noch in einer Reihe anderer Bands aktiv (u.a. Kaukasus, Necromonkey, The Opium Cartel). Gegen Ende des Jahres 2015 erschien nun also das Debüt seines Projekts Molesome, also quasi Mattias Olssons erstes Soloalbum.

So richtig neu sind die enthaltenen Aufnahmen allerdings nicht, sie entstanden bereits in den Jahren 1998 bis 2001; nach dem endgültigen Mastering verschwanden sie in einem Schrank und gerieten in Vergessenheit, um erst gut 15 Jahre später wieder aufzutauchen. Schade, dass wir Hörer so lange auf Songs for Vowels and Mammals warten mussten, denn das Album enthält wunderbare musikalische Kleinodien.

Mattias Olsson spielt eine ganze Reihe Instrumente, der Platz oben hat nicht für alle gereicht. Zuvorderst wären da allerlei Arten analoger Tasteninstrumente, neben dem Mellotron und diversen analogen Synthesizern auch so kuriose Dinge wie das Optigan und dessen verbessertes Nachfolgeinstrument Orchestron, außerdem verschiedene Arten von Gitarren, Bass und etwas Percussion. Sein eigentliches Instrument, das Schlagzeug, kommt gar nicht zum Einsatz, wird stattdessen durch Rhythmusmaschine ersetzt. Die Musik ist praktisch komplett instrumental, nur gelegentlich werden Sprachsamples eingesetzt.

Aus dieser Aufzählung kann man bereits schließen, dass sich die Musik in elektronischen Gefilden bewegt. Songs for Vowels and Mammals ist eine Sammlung wunderbarer elektronischer Klangminiaturen, die einerseits melodiös und verspielt aus den Boxen purzeln, andererseits doch voll seltsamer Brüche und Widerhaken sind. Die meist von Synthies oder Orgel vorgetragenen Melodien wirken bei aller verspielten Ausgelassenheit manchmal auch ein wenig melancholisch, wie die wehmütigen Erinnerungen eines Erwachsenen an die unbeschwerten Spiele der Kindheit (Grain of Children, Before Belvedere Street). Dann wieder sind sie von seltsam schrägen Einwürfen durchsetzt, die weniger sperrig als vielmehr skurril daherkommen. Oder sie ergehen sich in wohliger Schönheit wie die mellotrongetränkten Stücke Slow Seek Wha, Naples oder - besonders schön - Snow in the Suburbs. Dazu rasseln, pochen, scheppern, plingen und plongen allerlei Rhythmuserzeuger akustischer oder elektronischer Art, letztere oft mit dem typisch „billigen“ Klang der Rhythmusmaschinen aus den 70ern.

Auch sonst gibt es immer wieder Reminiszenzen an selige Zeiten elektronischen Krautrocks, speziell an die Musik der Weserberglandschule. So erinnert das gitarrendominierte Second Half etwas an die Musik von Michael Rother, und auch die Werke von Cluster aus der zweiten Hälfte der 70er - also ab Zuckerzeit - kommen einem immer wieder in den Sinn. Auch die Verwendung der Rhythmusmaschine mit dem typisch „billigen“ Klang trägt zu diesem Eindruck bei. Dennoch klingt die Musik von Matthias Olsson bzw. Molesome durchaus eigenständig und auch keineswegs nur „retro“. Spätestens mit dem düsteren, mechanisch anmutenden Klangkörper In Harms Way zeigt sich, dass Mattias Olssons Musik nicht ausschließlich in der Vergangenheit verwurzelt ist.

Mit Songs for Vowels and Mammals ist Mattias Olsson ein wunderbares Album mit elektronischen Klangminiaturen gelungen, das trotz mancher Reminiszenz an die Musik der Weseberglandschule eigenständig und zeitgemäß klingt. Schön! Das letzte Stück ist übrigens eigentlich nur knapp 5 Minuten lang, nach einer längeren Pause wird dann noch einmal das einleitende Intro Glock aufgenommen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.11.2015
Letzte Änderung: 29.11.2015
Wertung: 11/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Molesome

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2016 Dial 12.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum