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Osta Love

The Isle Of Dogs

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Independent / Alternative; Latin; Melodic Rock / AOR; Neoprog; New Artrock
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tobias Geberth Gitarre, Gesang, Keyboards
Marcel Sollorz Keyboards, Gesang
Oliver Nickel Bass, Gesang
Leon Ackermann Schlagzeug, Gesang

Gastmusiker

Ulrich Görlitz Gong ("The Sea")

Tracklist

Disc 1
1. The Isle Of Dogs 4:16
2. Down To The River 3:44
3. The Sea 5:20
4. Black Beacon Sound 4:31
5. Green Hills Of Home 5:37
6. Moonshine At Midnight 5:05
7. Translucent Engineering 16:26
Gesamtlaufzeit44:59


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 1 von 2)


So, es gilt zunächst einmal, ein Missverständnis auszuräumen: Auf "Good Morning Dystopia", dem vor zwei Jahren erschienenen Debütalbum einer jungen Band aus Berlin, schrieb diese sich noch "Osta Lcve". Nun scheint man offenbar klarstellen zu müssen, dass das "c" im Bandnamen damals als angeschnittenes "o" gedacht war. Nun, das schlucken wir dann erst mal und nennen die Band, die heuer mit "The Isle Of Dogs" (bekanntlich der Name eines mittlerweile als Finanzplatz bekannten Stadtteils im Londoner East End - ist Berlin schon zu klein geworden...?) ihr zweites Album vorlegt, fortan eben Osta Love.

Rein musikalisch knüpft dieses Album in Gestalt des Titelsongs nahtlos an den Stil des Vorgängers an: Melancholischer Rock mit Klavier statt Riffs, verspieltem Rhythmus, aber gebremstem Tempo und ein wenig gesprochen wirkendem Gesang, der entfernt an Frank Bornemann erinnert. Im gleichen Zusammenhang passt allerdings auch das spaßige Zwischenspiel nach ca. 2:20 Minuten, das erst ein bisschen an Gentle Giant erinnert und von dieser Basis aus einen Latin-Ryhthmus einführt, gut ins Bild, denn auf dem Debütalbum jonglierten Osta Love ja ebenfalls gerne mit stilfremden Einwürfen und unterschwellig eingeführten Rhythmus-Spielereien.

Gerade letztere nehmen nun aber auf "The Isle Of Dogs" einen umso größeren Rahmen ein. So bringt "Down To The River" schon nach wenigen Sekunden einen überaus zappeligen Rhythmus ins Spiel, der den ansonsten entspannt-neoproggigen Charakter der Musik (höre auch das kurze Synthie-Solo in der genauen Mitte bei ca. 1:40) gehörig Beine macht. Auch unter dem starken "The Sea", das ansonsten von einprägsamem Harmoniegesang lebt, hinter dem fast alles andere zurücktritt, fuhrwerkt ein angesichts der Eingängigkeit ungewohnter 7/8-Takt. Anderswo gibt es beispielsweise noch Lounge-Bossa zu hören ("Black Beacon Sound") oder Anklänge an Reggae ("Moonshine At Midnight").

Also, diese Beobachtungen lassen sich nun auf folgende Charakteristik herunterbrechen, die die Stücke dieses Albums prägt: Es gibt eingängige Melodien, aber unten drunter eine komplexe Basis - was zeitweilig übrigens auch auf die Melodien rückwirkt, die hier und da mal elegant aus ihrem eigenen Rhythmus ausbrechen. Die Arrangements dazu sind mal zurückhaltend, mal pompös, aber stets wohlüberlegt und nur ganz selten (siehe das Intro von "Green Hills Of Home") übertrieben bis kitschig. Zudem tendieren die Soli und Instrumentalpassagen gelegentlich in Richtung Jazz ("Moonshine At Midnight", "Translucent Engineering"). Und für einen schönen Text-Musik-Bezugs-Gag sind Osta Love auch gut: Die Gesangsmelodie und die Harmonien in "Moonshine At Midnight" entwickeln sich genau dermaßen unvorhersehbar, dass die Frage "How should I know if I'm heading in the right direction?" durchaus berechtigt erscheint.

Was fällt sonst noch auf? Floydig ist die Musik anders als auf dem Debüt übrigens eher nicht mehr, und sehr oft wirken auch die Arrangements fülliger und durchdachter als jene von vor zwei Jahren. Dafür kommen an verschiedenen Stellen Erinnerungen an andere Sachen auf, so klingt beispielsweise "Green Hills Of Home" etwas nach "Another Day" von Heart Of Cygnus, der Longtrack "Translucent Engineering" fängt wie eine Akustik-Persiflage von "In The Court Of The Crimson King" an, und mit dem Bossa-Rhythmus und der entsprechenden Phrasierung des Gesangs erinnert "Black Beacon Sound" ein bisschen an "Break On Through (To The Other Side)" von den Doors.

Nun, diese Referenzen sind keinesfalls negativ auszulegen, sondern sprechen umgekehrt viel mehr für die Qualität von "The Isle Of Dogs". Denn alles in allem bleiben Osta Love dennoch zumeist derart eigenwillig und innovativ und doch zugänglich, dass derlei bekannte Fragmente regelrecht als Wegweiser taugen - wie ein Bekannter in einem fremden Land, der einen in hiesige Sitten und Gebräuche einweihen kann. Also: Im Vergleich zum ohnehin starken Debüt ist "The Isle Of Dogs" nochmals eine Steigerung, obgleich die Musik hier völlig ohne Härte oder Ausbrüche auskommt. Auch das spricht für die Qualitäten der Berliner. Die Songs tun es ja sowieso.

Anspieltipp(s): The Sea, Moonshine At Midnight
Vergleichbar mit: Eigentlich nichts, aber es sind Spuren von Gentle Giant, The Doors, Heart Of Cygnus, Eloy und den Beatles enthalten
Veröffentlicht am: 21.12.2015
Letzte Änderung: 23.12.2015
Wertung: 12/15
Auf den Hund gekommen!

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Beim ersten Anhören dachte ich sofort an Okta Logue. Die Stimme von Tobias Geberth klingt ähnlich wie diejenige des Sängers Benno Herz von der Band aus Darmstadt. Und das sind nicht die einzigen Ähnlichkeiten. Die Art der Komposition, die Instrumentierung, das ganze Gefühl man befinde sich mal in den 60'ern oder 70'ern ist fast identisch. Gunnar sieht sogar Parallelen zu Frank Bornemann's Eloy, was durch die Akzentuierung sogar noch verstärkt wird. Doch insgesamt klingt die Band nach Okta Logue. Was ja nicht unbedingt der schlechteste Vergleich ist. Beatleske Songs mit Anspruch wie MOONSHINE AT MIDNIGHT sind jedenfalls nicht von den Darmstädtern zu unterscheiden.

Tobias Geberth hat ein Händchen für melodische Kompositionen die es schaffen die Klippen des Mainstream zu umschiffen. In Songs wie BLACK BEACON SOUND driften sie zwar jazzig in die Steely Dan Ecke und auch GREEN HILLS OF HOME ist eingängig mit seinem Moody Blues-Sound. Doch auch in solchen Momenten wird es nicht peinlich, denn es weht permanent eine psychedelische und krautrockige Atmosphäre in der Musik.

Mit TRANSLUCENT ENGINEERING versuchen sie sich auch an einem Longtrack, was ja oft zu Gehirnverrenkungen beim Hörer führt. Geberth passiert das hier nicht, da er ein bekanntes Konzept anwendet, das Pink Floyd bereits vor fast 50 Jahren angewendet haben. Der Track ist eine langwierig aufgebaute und rhythmisch repetitive Basis für allerlei eingestreute dezente Soli auf Gitarre oder Klavier. Dazu ein fast gehauchter Gesang, hie und da kurze elektronische Töne im Hintergrund und fertig ist eine über 16 Minuten dauernde Ballade, die auch 1972 hätte erscheinen können.

Das Album hat starke Momente, überzeugt mit variablen Kompositionen die luftig-spielerisch erklingen. Dazu eine sehr transparente Abmischung und reichlich Dynamik in der Produktion. Für Fans von harmonisch-melodischem Prog.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Okta Logue
Veröffentlicht am: 2.3.2018
Letzte Änderung: 2.3.2018
Wertung: 11/15
Tendenz zwar zu 12, aber irgendwie fehlt mir da der letzte Kick

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Osta Love

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2013 Good Morning Dystopia 11.00 1

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