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Goetz Steeger

Nutzlose Zeugen

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: sonstiges
Label: Plattenbau
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Goetz Steeger Gesang, Instrumente, Sounds

Gastmusiker

Olve Strelow Schlagzeug
Tobias Unterberg Cello
Lisa Rebecca Wulff Bass
Melf Holmer Trompete
Patrick Aquier Stimme
Siri Keil Stimme

Tracklist

Disc 1
1. Cirque de Navacelles 1:33
2. Mit grossen Flügeln 5:30
3. Nutzlose Zeugen 3:28
4. In der Zwischenzeit 3:52
5. Das Bankett 4:37
6. Wann ist es soweit? 8:05
7. Les Amoureux du Causse Méjean 1:02
8. Unter der Sichel eines neuen Mondes 6:42
9. The Captain 5:02
10. Göttin und Wolf 6:08
11. Daheim in den Grauganskolonien 6:35
12. Cirque de Navacelles (Reprise) 5:40
Gesamtlaufzeit58:14


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Goetz Steeger zum Zweiten. 2011 legte der in Wien geborene Wahlhamburger mit "User" sein erstes Soloalbum vor, welches (Eigenzitat) "ein buntes Gemenge an eingänglicheren Songs und komplexerem, durchaus angeschrägtem Instrumentalrock" bot und "Pop, Deutschrock, Postrock, Kammerrock, Jazziges, Freiformatiges, Jazzrock bzw. Canterburyartiges und Elektronisch-Klangcollagiertes" stimmig aneinander reihte. Nach dem ganz instrumental gehaltenen "Kurmuschels Verwandlung" seiner Band User (Steeger, Rebecca Wulff und Olve Strelow) gibt es nun mit "Nutzlose Zeugen" ein weiteres Steeger-Album.

Steeger macht hier, wie auf "User", fast alles selbst, er singt (oder spricht) und ist an allerlei Instrumenten tätig (Gitarren, Keyboards, Elektronisches). Dazu kommen oft Olve Strelow mit seinem Schlagzeug und Tobias Unterberg am Cello, etwas seltener die weiteren oben angeführten Gastmusiker. "Nutzlose Zeugen" ist in stilistischer Hinsicht nicht mehr ganz so breit gefächert wie sein Vorgänger. Meist wird hier elektronisch-elektrisch gerockt, kommt ein songorientierter, aufwendig und farbig instrumentierter moderner Progrock aus den Boxen, der bisweilen etwas crimsonesk-retroprogressiv oder auch kammerrockig eingefärbt ist (man höre z.B. "Das Bankett"). Dazu kommen einige schlichtere, leicht folkige Lieder, oft versehen mit getragen schallenden Gitarren oder hallenden Pianolinien, unterlegt mit allerlei Elektronik und Soundscapes, die gewisse Postrock-Erinnerungen wecken. Das Ganze stellt zusammengefasst eine Art von literarisch-intellektuellem Deutsch(art)rock mit viel Atmosphäre dar. Jazziges ist kaum noch auszumachen (am ehesten noch im entspannt-voluminösen "Göttin und Wolf").

Was gibt's noch? "Wann ist es soweit?" bietet erst einmal viel Gesprochenes (über Anti-Aging-Pillen z.B.), unterlegt mit mysteriös-bedrohlich wabernden und knurrenden Elektronikklängen, ehe sich die Nummer in einen fast punkigen Gitarrenprog mit schräg-bluesigen Mundharmonikaeinlagen verwandelt. Apropos Blues! "Unter der Sichel eines neuen Mondes" bietet auch einen solchen, der allerdings etwas aus den Fugen geraten ist und reichlich sperrig aus den Boxen stürmt. Klasse! Das abschließende "Cirque de Navacelles (Reprise)" beendet das Album mit getragen hallenden Celloklängen. Nach kurzer Pause hüpfen dann noch gut vier Minuten an ... ja was ist das ... Space-Fun-Reggae-Pop (?) aus den Boxen.

Wie beim Erstling gibt es auf "Nutzlose Zeugen" viel zeitkritisch-tiefgründigen Text, meist auf Deutsch, der natürlich ein tragendes Element des künstlerischen Konzepts darstellt. Gedichtinterpretationen waren schon zu Schulzeiten nie mein Ding, insofern will ich nicht weiter darauf eingehen. Alles in allem bietet Goetz Steegers zweites Solowerk originelle und anspruchsvolle Klangkunst im Grenzgebiet von Pop, Rock und Prog, welche sich Freunde von Artrockigem zulegen können, die sich nicht daran stören, dass beim Zuhören noch jemand auf sie einredet.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.3.2016
Letzte Änderung: 5.3.2016
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Goetz Steeger

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 User 12.00 1

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