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Asmus Tietchens

AK7+

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015 (Aufnahmen von 1974-82)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: Vinyl-on-demand
Durchschnittswertung: 13/15 (1 Rezension)

Besetzung

Asmus Tietchens Electronics, Sounds, Instruments, Stimme

Tracklist

Disc 1
1. Resonanz 1   (Musik aus der Grauzone) 7:18
2. Resonanz 2 7:06
3. Nach Unten 11:53
4. Sysyphos Gliim 7:17
5. Unter der Stadt 2 12:36
6. In der Ebene 5:43
7. Clones 5:24
8. Troglodyten 5:47
Gesamtlaufzeit63:04
Disc 2
1. Elektrauma   (Musik im Schatten) 9:28
2. Undine 10:33
3. Nosferatu 3:35
4. Du darfst 8:36
5. Elektroland 6:27
Gesamtlaufzeit38:39
Disc 3
1. Konstrukt 2   (Musik an der Grenze) 12:33
2. Elektrauma 2 8:56
3. Kultmusik für ein altes Land 11:02
4. Titanic 8:07
Gesamtlaufzeit40:38
Disc 4
1. Strenge Klänge   (Musik Unter Tage) 6:59
2. Dämmerattacke 9:05
3. Gelber Himmel 7:26
4. Maschine 6B 18:40
5. Einer 5 4:22
Gesamtlaufzeit46:32
Disc 5
1. Pausenzeichen   (Musik von der Halde) 0:31
2. Julli mit Irrmahr 9:26
3. Nachtzeichen 1:00
4. Arion Rufus 7:41
5. Carina Siller 5:22
6. Karl Hans Hanifel 13:46
7. Ständchen 0:32
8. Bagatelle 3/1 1:28
9. Tänzerische Intermezzi 1,2,3,5,7 2:23
10. Tetraphonie 3:41
11. Dr. M. am Synthesizer 2:09
12. Kupferreiter 3:44
13. Lebertrance 11:26
14. Sonde im Herzen 5:44
15. PR 622, 61-65 5:42
Gesamtlaufzeit74:35


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Seit der Mitte der 60er Jahre bastelt der 1947 in Hamburg geborene Asmus Tietchens mit Klang, mit dem Tonbandgerät zuerst, Collagen und Schleifen kreierend, dann in den 70er Jahren zunehmend elektronisch und von Synthesizern unterstützt. Auf einem Tonträger erschienen Tietchens Tonskulpturen erstmals 1980, auf seinem Soloalbum "Nachtstücke". Dieses beinhaltet Musik, die in der zweiten Hälfte der 70er Jahre entstanden ist. Offenbar gab es da noch einiges mehr, so dass Tietchens, parallel zu seinen damals aktuellen, bei Sky Records erscheinenden LPs - "Biotop" (1981), "Spät-Europa" (1982), "In die Nacht" (1982) und "Litia" (1983) -, vier Tonbandkassetten mit Archivmaterial und rezenteren Kompositionen veröffentlichte: "Musik aus der Grauzone" (1982), "Musik im Schatten" (1982), "Musik an der Grenze" (1982) und "Musik Unter Tage" (1983).

2007 nahm sich das Label Vinyl-on-demand in Form einer 4xLP-Box des Materials an, ergänzt um eine Bonus-Single mit zwei bisher unveröffentlichten Nummern ("Musik Hinter Glas" - mit den Titeln "Sonde im Herzen" und "PR 622, 61-65"). Das Ganze bekam den Titel "4K7". 2015 wurde die Box erstaunlicherweise (sonst gibt es nur LPs von Vinyl-on-demand) auf CD wieder veröffentlicht, ergänzt um ein fünftes Album namens "Musik von der Halde" mit weiteren Archivnummern (aus den Jahren 1974-77 - inklusive "Musik Hinter Glas"). Die nun "4K7+" betitelte Sammlung kommt in einer eleganten, stabilen und schön handlichen Pappbox, die man buchartig aufklappen kann, um die in einzelnen Hüllen steckenden CDs und das Beiheft eingeschoben zu finden. Sehr schön!

"4K7+", mit Stücken entstanden zwischen 1974 und 1982, beinhaltet somit also das Frühwerk Tietchens, ein buntes Gemenge an Elektronikklängen, das sich in stilistischer Hinsicht in ähnlichen Gefilden wie die eher kargen "Nachtstücke" bewegt, aber etwas farbiger, abwechslungsreicher und ausladender aus den Boxen fließt. Mit dem metaphysischen Klangblubbern und -wabern der Berliner Schule hat Tietchens Musik wenig gemein. Recht kurzweilig sind seine Klangschöpfungen, wobei es die genretypischen minimalistischen Repetitionen und statischen Verlangsamungen natürlich auch hier gibt. Eher kantig und rau, den Titeln der Alben entsprechend von düsterer, bisweilen leicht maschineller Atmosphäre (man höre das lange "Maschine 6B"), aber alles in allem doch recht melodisch und rund kommt diese Musik aus den Boxen. Mit Tietchens späteren, industriell-mathematisch-kantigen Tonschöpfungen haben diese Klänge jedenfalls wenig gemein.

Skurrile Miniaturen (vor allem die kürzeren Nummern auf "Musik von der Halde"), klassische 70er-Elektroniksounds, die mitunter etwas an die frühen Kraftwerk, die späteren Cluster oder die Klangschöpfungen eines Conrad Schnitzler gemahnen, und freiere, nach den Elektronikexperimenten der 60er Jahre klingende Tongebilde kommen hier aus den Boxen (man höre z.B. "Nach Unten"), bisweilen auch ergänzt um die Hervorbringungen akustischer Instrumente (wie z.B. die recht umfangreichen Einlagen von Piano und Sax im grandiosen "Unter der Stadt 2"). Proto-Computerspielklänge, düsteres Klangwabern- und rauschen, bizarre Symphonien aus Fiepen, Zischen, Plingen und Wabern, Kosmisch-Sphärisches, bedrohlich-unterirdisches Dröhnen, muntere Elektronentänze, getragene Klanggemälde und verspielte Tonseltsamkeiten gleiten hier durch die Gehörgänge, Soundtracks zu imaginären SF-, Horror- oder Kinderfilmen, Marsianertanzmusik oder Chill-Out-Klänge für eine Bar auf Ganymed. "Julli mit Irrmahr" könnte sogar wirklich einem SF-Soundtrack der 70er entstammen, und erinnert den Rezensenten an die SF-Elektronik des Franzosen Bernard Fevre (siehe z.B. "Cosmos 2043").

"4K7+" ist für den Freund urig-krautiger, eher kantiger Elektronik eine wahres Schatzkästlein, das zu durchstöbern ausgesprochen viel Spaß macht. Derselbe sollte daher schnell zugreifen. Es soll nur 400 Stück dieser Box geben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.4.2016
Letzte Änderung: 4.3.2018
Wertung: 13/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Asmus Tietchens

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1980 Nachtstücke 10.00 1

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