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UK

UK

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog
Label: E.G. Records
Durchschnittswertung: 12.75/15 (4 Rezensionen)

Besetzung

Allan Holdsworth guitar
Eddie Jobson keyboards, e-Violin & electronics
John Wetton bass & vocals
Bill Bruford kit drums & percussion

Tracklist

Disc 1
1. In the Dead of Night 5:38
2. By the Light of Day 4:32
3. Presto Vivace & Reprise 2:58
4. Thirty Years 8:09
5. Alaska 4:45
6. Time to Kill 4:55
7. Nevermore 8:09
8. Mental Medication 7:31
Gesamtlaufzeit46:37


Rezensionen


Von: Sal Pichireddu @ (Rezension 1 von 4)


Nach dem Zerfall der King Crimson III (Fripp, Cross, Wetton, Bruford) versuchten die einzelnen Mitglieder - mit unterschiedlichem Erfolg - ihr musikalisches Weiterkommen zu forcieren. David Cross verschwand in der Versenkung, Robert Fripp betätigte sich als Producer (Peter Gabriel II, Daryl Hall) und sinnierte über verschiedene Gitarrenstimmungen, John Wetton heuerte mit katastrophalem Ausgang bei Uriah Heep an (wo er für zwei Alben "Return to Fantasy" und "High and Mighty" die dicken Saiten zupfte), Bill Bruford heuerte als Live-Drummer für Genesis an und lancierte seine erste Solo-Band, die Jazz- Rock- Formation "Bruford", für die er den talentierten Jazz-Gitarristen Allan Holdsworth - und für das zweite Output der Band "One of a Kind" das Keyboard- Wunderkind Eddie Jobson gewinnen konnte (Curved Air, Roxy Music, Frank Zappa - später auf Jethro Tulls "A" zu hören). Gleichzeitig arbeitete er mit John Wetton an neuen King Crimson- Stücken bzw. am ersten Solo- Album Wettons (einige Demos aus diesen Sessions sind auf "Monkey Business" veröffentlicht worden).

Schnell fand sich die alte Crimso'sche Rhythmus- Formation wieder zusammen. Ergänzt durch Holdsworth und Jobson (den Wetton auch aus gemeinsamen Zeiten bei Roxy Music bzw. Brian Ferry kannte) entstand eine, bis dahin unerhörte Fusion aus Jazz- Rock und (vocalem) Prog- Rock. Komplexe Improvisationen von Jobson und Holdsworth, dazu der gewohnt brilliante Bruford (der sich hier so sehr wie nie zuvor in den Vordergrund spielen konnte/ durfte) und ein John Wetton in der Blüte seiner Kreativität. Mal geht es rockig zu ("In the Dead of Night"), mal jazziger ("Mental Medication") - immer jedoch sehr experimentierfreudig mit einer Fülle von neuen Harmonien, Sounds und Einfällen. Die eigentliche Sensation dieses Albums ist, wenn man rückblickend betrachtet, der außergewöhnliche Beitrag der jazzigen Gitarre Holdsworths. Seine Jazz- Spielart war (mit wenigen Ausnahmen) im Prog bis dato unbeachtet - nur spielte er sich mit seinen flüssigen, verschnörkelten Riffs in die Prog- Annalen, zog mit nur einem Album gleich mit den großen Gitarreros Howe, Fripp und Hackett gleich. Beachtenswert ist sicherlich auch der später so oft ge- und verschmähte John Wetton, der hier, fernab von den kommerziellen Attitüden wie bei Asia, zu überzeugen weiß. UK erwies sich keinesfalls als bloßes King- Crimson- Spinn- Off (oder gar Plagiat), sondern als Band mit sehr eigenem Charakter.

Der Debut- Scheibe von UK folgten unzählige Konzerte (u.a. im Vorprogramm von Jethro Tull), deren außergewöhnliches Output erst knappe 20 Jahre später durch das offizielles Release "Concert Classics Vol. 4" für die Nachwelt zugänglich gemacht wurde, ehe die Formation in dieser Besetzung zerfiel (zu viele Häuptlinge, zu wenig Indianer): Holdsworth bestritt fortan seine Solo- Karriere und Bill Bruford reaktivierte seine "Bruford" für zwei weitere Alben, später folgten Zusammenarbeiten mit Patrick Moraz, bis er bei den wiederauferstandenen King Crimson beim Album "Discipline" einstieg. Jobson und Wetton heuerten Zappa- Drummer Terry Bozzio an und holten zu ihrem zweitem Schlag "Danger Money" aus.

Anspieltipp(s): In the Dead of Night, Thirty Years
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.7.2002
Letzte Änderung: 17.3.2014
Wertung: 13/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 4)


Dem ist nicht viel hinzuzufügen. U.K. hat mich völlig umgehauen. Poll 2003? U.K.!

Vom tollen "in the dead of night" mit 7/8-Takt und ebenso einfach-monotoner, wie genialer bassline, über das ruhig fliessende "by the light of day", wieder zurück zum Thema des openers in "presto vivace/reprise". Diese ersten 13 Minuten lohnen schon den Kauf der Platte.

"Thirty years" ist erst ein sanftes, zerbrechliches Stück, John Wettons Stimme steht im Zentrum, von sphärischen Keyboards begleitet, dann wirds jazzig angehaucht mit toll-vertrackten Rhythmen, einer grandiosen Gitarre und einem Solo derselben; meine Lieblingspassage auf diesem Album.

"Alaska" ist ein instrumentales Stück, das erst mit Synthesizerharmonien ruhige Atmosphäre aufbaut um dann wild in ein keyboardbetontes Stück Marke Emerson, Lake & Palmer auszubrechen.

Das Thema wird dann in "time to kill" fortgesetzt. Dieses Stück ist das schwächste der Platte da für meinen Geschmack etwas zu gradlinig.

"Nevermore" ist sehr erst stimmungsvoll, dann geht frickelig die Post ab (tolles Klavier/keyboard) und endet beinahe ein wenig psychedelisch, "mental medication" beendet das Album jazzig und bringt als Sahnehäubchen ein Violinsolo erster Güte.

U.K. mäandern sicher durch verschiedene Stilelemente, verstehen sich auf ruhige, gefühlvolle parts ebenso, wie auf jazzige, rockige, mal einfach-straighte, mal komplex-komplizierte. Die Kompositionen sind intelligent und abwechslungsreich, das Album klingt sauber, differenziert und kräftig.

Anspieltipp(s): In the dead of night, thirty years
Vergleichbar mit: manchmal ELP goes Jazz, ansonsten sehr eigener Stil
Veröffentlicht am: 9.7.2003
Letzte Änderung: 9.7.2003
Wertung: 14/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 3 von 4)


Den Hype um UK konnte ich noch nie so richtig nachvollziehen. Kein Zweifel, hier sind exzellente Musiker am Werk - aber das ist noch lange keine Garantie für exzellente Musik, siehe Asia.

Mit denen will ich UK keinesfalls gleichsetzen, dennoch: ich höre hier nichts, was man nicht auch von anderen Bands der 70er Jahre (meist beeindruckender) gehört hätte. Die Songs sind mir zu geradlinig, Holdsworth hätte ruhig eine Portion mehr Jazz reinbringen können. Und die von Jobson benutzten Synthies klingen oft ziemlich steril.

Damit will ich UK nicht schlecht reden, schließlich bieten sie durchaus nette Unterhaltung für den Liebhaber des klassischen Prog - mehr aber auch nicht. Für die "dunklen" End-70er ist dies sicher ein ordentliches Album, aber da haben Hammill mit The Future Now oder Fripp mit Exposure ganz andere Maßstäbe gesetzt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.10.2006
Letzte Änderung: 23.10.2006
Wertung: 9/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 4 von 4)


UK als große Supergroup des Progrocks konnten dem sich im Niedergang befindenden Genre in den 70er Jahren noch einmal neue Impulse geben. Als vermeintliche Hoffnungsträger einer ganzen Musikbewegung verschwand die Band leider wieder schnell von der Bühne und fand erst im Jahr 1982 mit der Supergroup Asia eine indirekte Fortsetzung, was dann aber im AOR mündete.

Mit dem Erstling von UK ist der Nachwelt eine schillernde Mixtur aus dem klassischen Progrock und dem frickelig-sperrigen Jazzrock der 70er Jahre erhalten geblieben, die mit "In The Dead Of Night" einen Megatrack bietet, welcher im krummen Takt vor Energie und Spielfreude geradezu strotzt. Im für die damalige Zeit hochmodernen Keyboardsound toben sich die vier Akteure aus und wuchten sich zu einer denkwürdigen Glanzleistung empor. Es könnte fast den Anschein haben, dass Eddie Jobson als blondgelockter Jüngling gleichsam als Messias der symphonisch-komplexen Tonwelt einer sterbenden Stilrichtung zu neuem Auftrieb zu verhelfen imstande war. In ein dreiteiliges Gesamtkonzept geteilt gleicht diese Komposition einem hellen Fixstern, der das gesamte Sonnensystem in gleißendes Licht hüllt. Alle düsteren "Widersacher" der progressiven Rockmusik scheinen angesichts dieses Sounds zu verblassen.

Jobson hatte das alte Tastenarsenal über Bord geworfen und in fulminanten Synthiefanfaren dem Progressive Rock einen Neuanfang in Aussicht gestellt. Alan Holdsworth hauchte mit seiner jazzigen Saitenbearbeitung dem Ganzen ein neues Leben ein. John Wetton bot eine gesangliche Höchstleistung und sorgte mit seinem krachenden Bass zusammen mit Bill Bruford für eine perfekte Rhythmussektion, die es in dieser Form nur selten gegeben hat und auch in Zukunft geben wird.

"Thirty Years" ist nach dem vorangegangenen Überwerk erst einmal ein anfangs unauffälliger Kontrast, kommt aber nach dem pompösen Breitwandklang der ersten Hälfte so richtig in Fahrt und setzt die jazzrockige Marschrichtung beeindruckend fort.

Das Instrumental "Alaska" mit seinem Keyboardpomp ist dann ein weiteres Paradebeispiel für die Möglichkeit eines zu Zeiten von Discosound und Punk absolut zeitgemäßen Progrocks, der zu keinem Zeitpunkt darauf bedacht ist, alte Ideen in nostalgischer Art wieder aufzuwärmen.

"Time To Kill" gibt Eddie Jobson die Möglichkeit, im kurzen Instrumentalteil auf seiner elektrischen Geige für Akzente zu setzen. Nach dem eingängig groovenden Gesangspart steigert sich diese Nummer zum furiosen Feuerwerk. "Nevermore" lässt den Hörer anschließend im relaxten Jazzrock schwelgen und verzaubert mit entspannten Gesangseinsätzen von John Wetton.

"Mental Medication" setzt im zu Beginn relaxten Tempo einem denkwürdigen Album einen jazzrockig-verspielten Abschluss.

Anspieltipp(s): In The Dead Of Night
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 4.2.2008
Letzte Änderung: 4.2.2008
Wertung: 15/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von UK

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1979 Danger Money 12.50 4
1979 Night After Night 8.50 2
1999 Concert Classics Vol.4 11.50 2
2012 Reunion - Live in Tokyo (DVD) 11.00 1
2013 Reunion - Live in Tokyo (2CD) 12.00 1
2015 Curtain Call 12.00 1
2016 Ultimate Collectors Edition 13.00 1

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