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Casino

Casino

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1992
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: InsideOut
Durchschnittswertung: 7.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Brain Devoil Drums
Mike Stobbie Keyboards
Silvain Gouvernaire Guitars
John Jeary Bass
Karl Groom Guitars
Clive Nolan Keyboards
Geoff Mann Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Prey

1. Prey
2. Overheard In Passing I (At The Bar)

2. Crap Game
3. Drunk

1. Drunk
2. Overheard In Passing II (In The Boardroom)
3. Play On!

4. Crying Onto Baize
5. Stranger
6. Beyond That Door

1. Matter Of Policy
2. Beyond That Door
3. Overheard In Passing By III (Bouncers At The Door)



Rezensionen


Von: Fix Sadler (Rezension 1 von 2)


Mein "Vergleichbar mit..." sagt eigentlich schon alles aus......Fans der angesprochenen Bands können nahezu bedenkenlos zugreifen. Trotzdem kommt jetzt noch ein bisserl mehr:

Anfang der Neunziger traf sich ein "Who is Who" der internationalen Progszene und musizierte ein durchaus gelungenes Neoprog-Album unter dem Banner von SI-Music (Holländische Plattenfirma R.I.P.) zusammen. Vorneweg Clive Nolan (ja, genau der), zuständig für Kompositionen, Keyboards und (leider) Produktion und Geoff Mann (Ex-Twelfth Night) zuständig für die Konzeptgeschichte und Gesang.

Hinzu kamen so namhafte Größen wie Mike Stobbie (Ex-Pallas), Sylvain Gouvernaire (Ex-Arakeen, Iris), Karl Groom (Threshold, Strangers On A Train, Shadowland), hier neben Gitarre auch Co-Produzent und Brian Devoil (ebenfalls Ex-Twelfth Night, weshalb man damals auch von einem "neuen TN-Album sprach).

Klingt gut, ist auch im Großen und Ganzen gut.

Die Geschichte ist eine moderne Aufführung der Jesus Storie: Die Sünder sind gefangen im Casino und verzocken dort Hab und Gut und Seele. Der "Thief" mischt den Laden auf, und zeigt den Zockern den Weg in die Freiheit, er wird von den Casino-Besitzern gemeuchelt, bleibt aber als Symbol der Befreiung an der Seite eines Spielers, der das Wort des Thief in alle Casino 's dieser Welt hinaus trägt......

Hintergrund zu diesem Geschichtchen ist, daß Geoff Mann von Beruf Pfaffe war, und versuchte über seine Musik auch immer seine Überzeugung zeitgemäß rüber zu bringen. Ich finde es irgendwie cool gemacht.

Nun aber zur Musik:

Die Platte besticht durch schöne Harmonien, und der zumindest teilweise guten Umsetzung der Texte.

Während Prey als relativ klassischer Neoprog mit runtergebutterten Gitarren und synthetischen Drumsounds noch etwas schwächelt, bekommen wir in Crap Game schon einen getragenen, atmosphärischen Sympho-Rocker geboten. Drunk ist dann eine Musical-mäßige Umsetzung der Verzweifelung der Protagonisten, Part 1 (Drunk) sehr traurig, dezent mit Glockenspiel, Synthie-Sounds und Acoustic Gitarre unterlegt, Part II (Overheard in Passing II - wiederkehrendes Thema, auch schon in Prey) ein Hörspiel, und schließlich Part III (Play On!) als hoffnungsvoller Bombast-Kracher (die einzige Hoffnung ist es weiter zu spielen).

In Crying Onto Baze wird es fast verwirrend komplex (für Nolan-Verhältnisse). Synthie-Streicher leiten das Stück ein, bis Schlagzeug-Stakkato einsetzt und eine (natürlich) hymnischer Uptempo-Progger, diesmal mit vordergründigerer Gitarrenarbeit (hat sich Co-Producer Karl Groom mal durchgesetzt) in Szene gesetzt wird, der Einstiegsteil wird wiederholt und mündet in einem fantastischen Gesang-Piano-Zwischenspiel (Gänsehaut durch Geoff's Gesang garantiert), es folgt ein ein längeres Keybardstakkato (ein bischen Techno-mäßig...aber wirklich nur ein bißchen) und schließlich nochmal die Synthie-Streicher. Leider wird das Stück mit einer 08/15 Steigerung ausgeblendet...trotzdem ein interessantes Stück Mucke, das ich ehrlich gesagt dem Nolan in dieser Form gar nicht zugetraut hätte.

Stranger ist schlichtweg Rock'n'Roll, und ist im textlichen Zusammenhang einfach nur lässig, da dies die Erkennungsmelodie des Thief (oder Stranger - Jesus) ist. Ich stell's mir auf jeden Fall so vor, daß ein cooler Cowboy mit Heiligenschein in den Laden kommt....nichts für Progpuristen!!! Zum Abschluß, wie so oft, der hauptsächliche Kaufgrund! Beyond The Door beginnt mit der Tötung des Strangers durch gedungene Schläger (musikalisch effektiv wie Peitschenhiebe umgesetzt - Jesus Christ Superstar läßt schön grüßen). Piano und Percussion unterlegen die Verlesung des Casino-Managements über die "Vertreibung" des Störenfrieds. Keyboardteppiche leiten über den den "Hauptsong" der dann treibend und kraftvoll zu einer wirklichen Hymne wird. Veredelt wird das Ganze durch ein ausgedehntes Gitarrensolo, ala Gilmour (PF) ehe der letzte Part des Songs (Overheard in Passing III) den Schlußakzent setzt - wieder Hörspielmäßig umgesetzt, die Ratten verlassen das sinkende Schiff.

Das alles hört sich doch echt ganz gut an, oder? Leider muß ich ergänzen, daß die ganze Scheibe mit wenigen Ausnahmen Nolan-esk produziert wurde (soll heißen wattig, zu Keybordlastig und ohne den letzten Rotz - noch nicht mal bei Stranger). Das ist wirklich schade, da Nolan selten so gute Kompositionen auf die Reihe gekriegt hat......Aufgefangen wird das nur durch Geoff Mann, der bei seiner letzten Arbeit nochmal alles gezeigt hat, was ihn als Sänger von TN unsterblich werden ließ - tierisches Gespür für große Gesangsmelodien, Hörspieltauglichkeit (er singt hier wirklich alles) und eine einzigartige Stimme, die er wie Gabriel oder Fish (zu besseren Zeiten) einzusetzen vermag. Ob Mann ein großer, treffsicherer Sänger war mögen letztlich andere bewerten, aber niemand singt so wie er! Also: Gute Mucke, toller Sänger, glattgebügelte Produktion (ich würde wirklich gerne eine von, sagen wir mal, Terry Brown produzierte Version hören, schnüff).

Anspieltipp(s): Crap Game
Vergleichbar mit: Pendragon/Marillion - Songstrukturen, Twelfth Night - Gesang, Pink Floyd - Gitarrenarbeit
Veröffentlicht am: 1.8.2002
Letzte Änderung: 1.8.2002
Wertung: 9/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


So was nennt man wohl auch Supergroup, oder? Okay, wenn man darunter versteht, dass sich Bandmitglieder verschiedener Genre-Protagonisten zusammentun, dann mag das so sein. Aber was hier musikalisch dargereicht wird, das ist für meinen Geschmack dann doch bloss Mittelmass. Damit meine ich einerseits die Kompositionen, die kaum zünden und die man so schon zig-mal gehört hat, mal bei Shadowland, mal bei Strangers on a train, mal bei Pendragon. Da wiederholt sich der Nolan`sche Melodien- und Klangkosmos ein ums anderemal. Das ist zwar ganz gefällig, vermag mich aber nicht zu begeistern. Die Stücke plätschern mehr oder weniger an mir vorbei. Ich möchte speziell erwähnen, dass mich die Story hinter der Platte nicht interessiert und mir der Text einer Platte nie wichtig ist. Geoff Mann könnte meinetwegen über Dosenfleisch singen...

Was mich neben den relativ belanglosen Kompositionen noch stört, ist das drumming, welches sich wie ein Computer anhört, der leblos vor sich hin hackt, die nervenden Keyboardsounds und die blutleere, sterile Produktion. Auch die Gitarren heben sich, mal abgesehen vom einen oder anderen gelungenen Solo, nicht sonderlich aus dem Gesamtbild hervor und den Vergleich mit Pink Floyd kann ich auch nicht nachempfinden.

Einziger, strahlender, Lichtblick ist die Stimme von Geoff Mann. Ausdrucksstark, variabel, emotionsgeladen.

Alles in Allem ist Casino ein durschnittliches Neoprog-Album, das man nicht kennen muss. Dann schon lieber gleich Twelfth Night oder, wenn man was von Nolan hören will, Arena oder Strangers on a train.

Und um den Kreis zu schliessen: ich gehe lieber ins Kino als ins Casino.

Anspieltipp(s): Crap Game
Vergleichbar mit: Nolan
Veröffentlicht am: 28.1.2007
Letzte Änderung: 11.1.2010
Wertung: 6/15
Nolan Reloaded

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