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Grails

Chalice Hymnal

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Postrock; Psychedelic
Label: Temporary Residence Ltd.
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Emil Amos Schlagzeug, Gitarre, Bass, Keyboards, Lap Steel
Alex John Hall Gitarre, Mellotron, Samples
William Zak Riles Synthesizer, Schlagzeug, Gitarre, Oud

Gastmusiker

Ash Black Bufflo Synthesizer (2)
Timba Harris Streicher (5, 11)
Niklas Kraft Tenorsaxophon (1, 7, 9)
Ross Gallagher Kontrabass (7, 11)
Daniel Fisher-Lochhead Saxophon (11)
Dylan Rice-Leary Mundharmonika(5)

Tracklist

Disc 1
1. Chalice Hymnal 4:22
2. Pelham 2:48
3. Empty Chamber 2:32
4. New Prague 4:50
5. Deeper Politics 3:48
6. Tough Guy 3:56
7. Rebecca 3:47
8. Deep Snow II 5:47
9. The Moth & The Flame 4:07
10. Thorns II 3:59
11. After the Funeral 10:18
Gesamtlaufzeit50:14


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Nach mehrjähriger Pause erschien im Februar 2017 wieder ein neues Album von Grails. Die Band zeigt sich darauf zum Trio geschmolzen, wobei gelegentlich noch Gastmusiker zum Einsatz kommen.

Grails setzen hier den auf dem Vorgänger Deep Politics eingeschlagenen Weg fort, man könnte von einer Feinjustierung des dort entwickelten Stils sprechen. Auch Chalice Hymnal bietet eine Kombination aus psychedelischen Sounds, Filmmusik-artigem und sporadischen krautrockigen und jazzigen Einlagen. Abgesehen von einzelnen, kaum hörbaren textlosen Stimmeinsätzen ist die Musik wieder komplett instrumental. Auffällig sind dabei die fast durchweg kurzen Spielzeiten, die meist um die drei bis vier Minuten liegen. Nur der letzte Titel fällt mit zehn Minuten aus dem Rahmen. Aber auch in wenigen Minuten Spielzeit vermag die Band epische Geschichten zu erzählen, so facettenreich ist die Musik. Dabei sind es weniger komplexe Strukturen, die deren Reiz ausmachen, sondern die vielfältigen Stimmungen, die farbigen Arrangements, kurzum: die Originalität der musikalischen Sprache, die Bilder eines imaginären Films entstehen lässt.

In der Instrumentierung haben sich die Gewichte etwas verschoben, die Gitarre steht nicht mehr so sehr im Fokus; stattdessen setzt man vermehrt auf elektronische Klänge, die die Musik mit orchestralen Klangflächen prägen oder auch mal mit dynamischen Patterns vorantreiben (Pelham). Gelegentlich geht es auch in Electronica-Gefilde wie mit dem trip-hoppigen Touch Guy oder man zeigt sich von Ambient Music beeinflusst (Rebecca). Nach wie vor gibt es aber auch krautrockig-psychedelische Exkursionen wie das von kratzigen Gitarren bestimmte New Prague oder Deep Snow II, bei dem man sich allerdings weniger in eine Schneelandschaft als in eine Wüste im Südwesten der USA versetzt glaubt.

Grails ist mit Chalice Hymnal wieder ein äußerst abwechslungsreiches Album gelungen, das verschiedene stilistische Ingredienzen zu einem homogenen Ganzen vereinigt. Zum Vorgänger Deep Politics schrieb ich dereinst, es sei das bisher beste und abwechlsungsreichste Album der Band. Chalice Hymnal steht dem in nichts nach. Wäre Kino-Prog eine passende Beschreibung dafür?

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.3.2017
Letzte Änderung: 1.3.2017
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Grails

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2003 The Burden of Hope 10.00 1
2004 Redlight 10.00 1
2007 Burning Off Impurities 10.00 1
2008 Take Refuge in Clean Living 10.00 1
2011 Deep Politics 11.00 1

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