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Ben Levin Group

People

(Tipp des Monats 4/2017)
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Folk; Rock / Pop / Mainstream; Punk; sonstiges
Label: BenLevinMusic
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Ben Levin Guitar, Vocals
Tim Doherty Guitar, Vocals
Kyle Harris Drums
Jessica Kion Bass, Vocals
Chris Baum Violin
Josh Friedman Piano, Keyboard
Courtney Swain Vocals on "Back on Earth"
Curtis Hartshorn Percussion on "Back on Earth"

Tracklist

Disc 1
1. Operator 4:53
2. Song That No One Wants To Hear 3:42
3. Desire 5:43
4. Aging 4:01
5. Goddess 3:58
6. Jody 3:52
7. The Accident 4:21
8. Back on Earth 6:15
Gesamtlaufzeit36:45


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 2)


Ben Levin ist Musikverrückter im positiven Sinne. Regelmäßig veröffentlicht er über seine Bandcamp Plattform neue Musik, sei es als Solokünstler oder mit Bent Knee oder wie hier als Ben Levin Group. Ich staune stets über die Kreativität und frage mich ernsthaft, wo die vielen Ideen eigentlich herkommen, die dann auch noch in ansprechender Form präsentiert werden.

Mit Jahresbeginn wurde nun das neue Album der Ben Levin Group „People“ veröffentlicht. Obwohl das Personal in weiten Teilen ähnlich dem von Bent Knee ist, schafft Ben Levin es auch hier, sich vom Gesamtbild seiner Hauptband zu distanzieren. Der Charakter des Albums ist ein ganz anderer. Und das liegt daran, dass Ben Levin diese Band dazu nutzt, anderes auszuprobieren, vielleicht auch um das unterzubringen, was bei Bent Knee nicht hineinpasst. Die Ben Levin Group limitiert sich nicht, so wie der Musiker Ben Levin sich eben entfaltet.

Zum Erstaunen bekommen wir hier ein Album im Singer/Songwriter Stil vorgelegt. Die Musik wird weitgehend akustisch vorgetragen. Man spielt mit fremden Einflüssen, baut auf Akustikgitarren auf, stellt den Gesang über alles. Der wird, dessen bin ich mir sicher, nicht jedem gefallen. Auf diesem Album hat Ben Levin weitgehend selbst gesungen, und daher dominiert seine etwas quäkige, nölende Stimme das Geschehen. Das gesamte Album bekommt dadurch einen klagenden Charakter, der durch den Einsatz einer Geige, Orchestration und hart angeschlagener Gitarren natürlich noch einmal an Intensität gewinnt. Fröhlich geht es hier in den wenigsten Momenten zu, obwohl sogar Einflüsse des Flamenco auftauchen. Die akustische Umsetzung hat zudem einen starken Folk Einschlag. Zeitweise driftet das Album sogar in Richtung Country ab.

Ein No-Go? Mitnichten. Und wenn wir schon bei eingedeutschten Begrifflichkeiten sind: Es benötigt etwas Eingewöhnung, aber dieses Album ist in meinen Ohren tatsächlich ein „Grower“, der mit jedem Durchlauf immer stärker seine Coolness offenbart. Ich war nie ein Freund dieser ganzen „Unplugged“ Mitschnitte, die es von so vielen Bands gibt, doch diesem Album steht genau dieses Feeling ausgesprochen gut. Es trotzt dem Hörer eine gewisse Offenheit ab, fordert unbedingt Auseinandersetzung. Das permanente Wehklagen in der Stimme kann auch anstrengend sein. Wenn im letzten Song dann aber die liebliche Stimme der Courtney Swain erklingt wirst du belohnt und bekommst die Leichtigkeit des Seins als krassen Kontrast in einem warmen, lebendigen Song zu spüren. Ben Levin ist meiner Ansicht nach mit diesem Album etwas äußerst Bemerkenswertes gelungen, das Innehalten erfordert und ein wenig mit Konventionen bricht.

Zur Bandcamp Seite

Anspieltipp(s): Goddess
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.3.2017
Letzte Änderung: 16.3.2017
Wertung: 12/15

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Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Dieses Album im April 2017 als Tipp des Monats zu sehen, hat einige Köpfe gedreht: Mir haben gleich mehrere Leute geschrieben, die sich darüber wunderten, dass so etwas überhaupt zum Prog gerechnet werden kann.

Konservative Progfans? Beileibe nicht! Ganz im Gegenteil, glaubt mir, ich kenne die, die gehörten nicht zu denen, die nur Genesis, Marillion und deren Klone als Prog gelten lassen. Aber hat sich nicht der Progbegriff in den letzten Jahren erheblich erweitert?

Ja? Wessen?

Ich meine, wenn es darum geht, dass Progmagazine, um nicht einzugehen, auch mal Powermetal und Alternative fietschern, um mehr Leser (und damit mehr Käufer) zu erreichen, das ist vollkommen in Ordnung, das muss aber doch nicht im Umkehrschluss heißen, dass das jetzt auch zum Prog zählt. Oder wenn Leute, die einst nur Genesis, Marillion und deren Klone als Prog gelten ließen, heute melancholischen Alternative mögen, ist das ebenfalls vollkommen in Ordnung, aber auch das muss nicht im Umkehrschluss heißen, dass das jetzt auch zum Prog zählt. Diese Musiken gab es früher auch schon, sie hießen damals Powermetal und Alternative, und so kann man sie heute immer noch nennen, ohne dass man ihnen damit Unrecht täte.

Der Progbegriff erweitert sich, wenn sich der Prog erweitert, nicht wenn man beliebig Musik aus ganz anderen Genres einfach (gab's je 'ne Begründung? Ne musikalische, meine ich?) dazurechnet.

Nehmen wir Ben Levin, Kopf der großartigen Band Bent Knee, einer der ganz, ganz wenigen Bands, die tatsächlich den Progbegriff erweitert haben, darüber hinaus Typ, der drei vierzigminütige Konzeptwerke ("Pulse of a Nation" "Invisible Paradise" "Freak Machine") und einen zweistündigen Songzyklus namens "Foreverman" komponiert hat. Klingt proggig. Ist nicht alles Prog. Mit seiner Ben Levin Group etwa macht er höchst unterschiedliche Musik: Prog, Folk, Singer/Songwriter-Zeug, Metal, Seltsames. "Freak Machine" ist all das zusammen und geil.

Ihr Album "People" eröffnet mit "Operator" recht einfach, Singer-Songwriter-Material, ein Song über's Bloß-weg-hier-aber-wohin-bloß?. Kein Progger-Material. "Song That No One Wants to Hear" ist ein ebenso einfacher Uptempo-Song, den man ebenfalls nicht mit Progressive Rock verwechseln kann. "Desire" ist ein Song über, nun ja, genau das, und wie uns Sehnsucht bestimmen kann. Tiefgründige Songs allesamt, deren Texte man sich ruhig mal zu Gemüte führen sollte: Ernste Themen, intelligent reflektiert, die den Musikern ganz offensichtlich am Herzen liegen.

"Aging" beginnt mit einer seltsamen Akkordfolge, das ist spannend und erzeugt eine nostalgisch-sentimentale Atmosphäre. Dazu trägt auch Chris Baums Violine bei, wieder so ein Song, sehr gelungen, kein Prog. Oder "Goddess", ein schöner, stiller Song, der mit allerlei klanglichen Seltsamkeiten eine sehr eindringliche Wirkung entfaltet. Die Mitglieder der Ben Levin Group treten für die Rechte der LGBT-Community ein, wichtig, der Song erzählt die Geschichte einer sehr mutigen Transgender-Person und ist von Neil Gaimans Story "A Game of You" inspiriert. Prog ist es trotz des ernsten Themas nicht.

"Jody", "The Accident", einfache Songs mit tiefgründigen Texten, das von der großartigen Courtney Swain gesungene "Back on Earth" schließt dann das Album ab. Es ist eine Art Klimax-Space-Folk und der Song auf dem Album, der noch am ehesten in die Bent-Knee-Richtung geht. Nicht wegen Swain, nicht nur jedenfalls, sondern weil hier die aufwändigste Komposition des Albums vorliegt. Ein mehrteiliges Stück mit verschiedensten Wendungen, zudem eine interessante Produktion, die über ein stark rhythmisches A-Gitarren-Geschrammel zahlreiche akustische Effekte schichtet. Aus Proggersicht: Ein toller Abschluss für ein ansonsten uninteressantes Album.

Ben Levin ist ein großartiger Musiker, der mit seinen Bands Bent Knee und Ben Levin Group viele großartige Sachen aufgenommen hat, darunter auch solche, die selbst hartgesottene Progfans vom Hocker hauen können. "People" gehört nicht dazu.

Anspieltipp(s): Andere Alben Ben Levins sind sehr wohl einen Anspieltipp wert! Einen ganz heftigen sogar!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.8.2017
Letzte Änderung: 13.8.2017
Wertung: 6/15
Singer-Songwriter, und deshalb kein Prog.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Ben Levin Group

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2010 Pulse of a Nation 13.00 1
2012 Invisible Paradise 11.00 1
2015 Freak Machine 13.00 2

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