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Comedy Of Errors

House Of The Mind

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Neoprog
Label: Plane Groovy
Durchschnittswertung: 9.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Joe Cairney vocals
Jim Johnston keyboards
Bruce Levick drums
Sam McCulloch guitars
Mark Spalding guitars

Tracklist

Disc 1
1. Tachyon 6.21
2. House Of The Mind 14.47
3. A Moment's Peace 4.15
4. One Fine Day 2.48
5. Song Of Wandering Jacomus 13.47
6. Ever Be The Prize (Bonustrack) 8.57
Gesamtlaufzeit50:55


Rezensionen


Von: Marc Colling @ (Rezension 1 von 3)


Knapp 2 Jahre nach ihren letzten Output „Spirit“ veröffentlichen Comedy Of Errors im Frühsommer 2017 ihr neues Werk. Den Vorgänger fand ich eigentlich ganz in Ordnung; wenn man auf sinfonischen und melodiösen Prog steht und zwischen härteren und leiseren Passagen problemlos umschalten kann, ist die Musik ein Genuss.

Mit „House of the Mind“ knüpfen sie jetzt nahtlos an das Niveau des Vorgängers an. Das Album hat seine starken Momente, nur mit A MOMENT'S PEACE, einer instrumental gespielten Ballade die zu eingängig und simpel ist, verlieren sie einen Moment den Faden. Auch das im Folkprog wildernde ONE FINE DAY hat kleine Schwächen, besonders im Gesang und einem zu einfältigen Schluss. Der keltische Einschlag dagegen gefällt mir recht gut.

Damit aber genug gemeckert, da die beiden genannten Songs eher kurz sind. Die Longtracks, allen voran der Titeltrack HOUSE OF THE MIND, sind gut. Knackiger Bass, viel Keyboard mit teils solistischen, teils songdienlichen Passagen, flotte Tempowechsel und viel Neoprog im positiven Sinne. Das dürfte dem Neoprogfan sicherlich gefallen.

Auch das 13-minütige SONG OF WANDERING JACOMUS überzeugt mit schönem, sphärischem Beginn, himmlischem Chor, elegischer Gitarre und schwebenden Synthies. Wenn dann der federnde Bass und das Schlagzeug einsetzen, hat man das irgendwie schon erwartet. Das ist genau die Art Neoprog, die das Genre am Leben erhält. Chor-Gesänge erhöhen die Harmonie noch, doch wer jetzt an Kitsch denkt, liegt falsch. Dazu ist die Komposition einfach zu gut, wenn auch vorhersehbar. Zum Schluss hin wird der Track sakraler, was dem Ganzen einen Hauch von Spiritualität und einen nicht zu leugnenden Zauber verleiht. Die Musik verbreitet einfach Wohlgefühl.

Der Bonustrack EVER BE THE PRIZE vervollständigt das Album mit einer rockig-proggigen Note. Der Song besticht zu Beginn durch seine Geradlinigkeit, um dann in eine proggige und rhythmisch spannende Note zu gleiten. Warum dies „nur“ der Bonustrack ist, erschließt sich mir nicht. Die positive Stimmung des Schlusses passt perfekt zu einem im Endeffekt überzeugenden Albums des Genres.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: IQ, It Bites, Big Big Train......die üblichen Verdächtigen halt
Veröffentlicht am: 1.7.2017
Letzte Änderung: 1.7.2017
Wertung: 10/15
Neoprog-Afficionados legen sicher noch was drauf

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Von: Jürgen Wissing @ (Rezension 2 von 3)


Ja, ja, die Komödie der Irrungen. Irgendwie scheinen die Jungs ihr Pulver verschossen zu haben. Und das ist nicht spaßig. „Spirit“ konnte mit früheren Alben so gar nicht mithalten und auch jetzt mit „House of Mind“ schießen sie nicht gerade den Neo-Prog-Vogel ab.

Zwar beginnt das Album mit einem schwungvollen Opener, doch schon nach wenigen Minuten verfängt man sich in Strophen-Wiederholungen, die eingestreuten Breaks wirken nicht wie eine willkommene Abwechslung, nur ein hübsches Gitarrensolo rettet die Nummer.

Der Titeltrack beginnt mit bemüht wirkend rauen Riffs, ehe man im Galopp in die musikalische Beliebigkeit abdriftet. Permanent wartet der Hörer darauf, in dem Longtrack etwas Spannendes zu entdecken. Es passiert aber leider nix Aufregendes, leider gibt es keine zündenden Ideen zu hören. Und der Song wird dadurch deutlich zu lang. Den Schlussteil mit Pathos können niederländische Genrevertreter garantiert auch besser.

Hätte man einen Sänger mit markanter Stimme aufzubieten, könnte vielleicht der weiche Charakter der Gesangspassagen einzelner Songs etwas gewürzt werden. Hat man aber nicht. Nichts gegen Joe Cairney und seine Stimme, aber es bleibt halt alles ein simples Einerlei. So gerät das instrumentale Intermezzo – vom Kollegen eher gescholten – als wohltuender Einschub.

Über die dann folgende „Single“ mit Folk-Einschlag kann man getrost das Mäntelchen des Vergessens breiten. Das Liedchen wird sogar ausgeblendet! Weiter geht’s mit einleitendem Sound-Gewaber, das Großes erwarten lässt. Tatsächlich passiert in den ersten drei Minuten gar nichts, ehe dann ein weicher Schunkel-Rhythmus ein noch weicheres „tütüdü-Thema“ einleitet. Das dürfte selbst dem melodie-verliebten Neo-Fan deutlich über die Hutschnur gehen. Man versucht es mit Pathos, bleibt aber bis auf erneut aufmerken lassende Gitarrenarbeit im kompositorischen Mittelmaß stecken. Der Track bleibt eine „lame duck“ und endet wie begonnen: zum Schluss geschieht rein nichts mehr. „Tütüdü“ halt…

Und dann kommt schon der Bonus. Nach strenger Auslegung der Wortbedeutung soll es sich eigentlich um etwas Gutes handeln. Naja, wieder nur Dutzendware, diesmal in Richtung Mainstream mit Pop-Zutaten geraten. Da hätte eine remasterte Version des „Student Prince“ (vgl. Disobey) einen deutlich höheren Mehrwert bedeutet.

Irgendwie passt der Gesamteindruck, den das Album hinterlässt, zu der Bewertung des Auftritts der Band auf dem Loreleyfelsen dieses Jahr: völlig unspektakulär und kaum wahrgenommen! Weil eben nichts Markantes hängen bleibt. Ähnlich wie Abel Ganz versinken Comedy of Errors offenbar im Mittelmaß. In einem Segment, das eh nicht für Progressivität und Komplexität steht. Programmatisch die Textfrage im Bonussong: „Where do we go from here?“ Nun, zumindest aus diesem Album lässt sich kein erfolgversprechender Weg für die Band ableiten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.12.2017
Letzte Änderung: 27.12.2017
Wertung: 8/15
vor allem für die Gitarrenarbeit

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Von: Peter Meyer @ (Rezension 3 von 3)


Hier meldet sich jetzt noch ein melodieverliebter Neo-Fan. Wir mögen Sound-Gewaber und Pathos, warten gerne darauf, in Longtracks etwas Spannendes zu entdecken und haben die subversive Fähigkeit, musikalische Beliebigkeit aushalten zu können. Der Kollege hat natürlich irgendwo Recht. Nein, nicht nur irgendwo. Was Progressivität und Komplexität angeht, ist das keine Offenbarung. Vielleicht ist das auch gar nicht das erklärte Ziel gewesen. Dennoch: Die Hutschnur ist nach wie vor oben, der Deckel blieb drauf, auch ist der Draht nicht aus der Mütze gesprungen; mein Hut, der hat drei Prog-Ecken (danke, Jürgen, für die rhetorische Vorlage).

Keine Offenbarung, aber auch kein Offenbarungseid: Gemessen an den Neoprog-Maßstäben (auch IQ zieht beileibe nicht die Wurst vom Teller, wofür die Jungs ja auch oft genug gegeißelt werden) und den beiden Vorgängeralben der schottischen Trugschluss-Komödianten geht diese Scheibe voll in Ordnung. Wenn man einmal von der erschreckenden Folknummer und dem tatsächlich innovationsbedürftigen Gesang absieht, gibt es, vor allem was die Melodielinien angeht, Angenehmes zu hören. Der Sänger - er hat nun einmal diese, sagen wir, flache Stimme; er macht das Beste draus.

Tachyon hat ein schönes Piano-Intro und diese gewisse catchiness in den Motiven („Verfänglichkeit“ ist hier zu negativ), die man auch noch Stunden später nachsummt. Instrumental ist das - wie auch die übrigen Stücke - erfreulich, mit einem feinen Gitarrensolo ab Minute fünf.

Der titelgebende Longtrack beginnt schräg, dann erfolgt ein getragenener, sakral wirkender 3/4-Aufbau mit Chören, bevor ein lebhafter Shuffle Dynamik hineinbringt. Die Breaks stören nicht, der Song wird durch adäquat arrangierte, neoprog-typische Instrumentalpassagen aufgewertet.

A Moments Peace ist, wie der Name schon andeutet, eine friedliche Angelegenheit, schön zum Entspannen (was durchaus auch als musikalische Beliebigkeit interpretiert werden kann). Zur dichter arrangierten Mitte hin wird es dann Dank einiger Modulationen, wobei der Grundton (in diesem Fall „G“ bzw. „F“) jeweils stehen bleibt, harmonisch wieder sehr ansprechend; der beste Track auf dem Album!

Das Elektronikgewaber zu Beginn des zweiten Longtracks, Song of Wandering Jacomus, ist Makulatur, es wird von Synth-Streichern ersetzt, die den Hintergrund für eine Oldfield-hafte Gitarre geben. Dann erfolgt der schon bekannte 3/4-Wohlklang, in dem die Gesangsparts untergebracht sind. Dieser Song ähnelt vielem, was man z.B. von den 70er- Alben von Barclay James Harvest kennt (Verspieltheit, Pathos, Bombast). Aber ein knackiges Gitarrensolo reißt den Song raus, der in feierlicher Pracht zu ersticken droht.

Ever Be the Prize rundet das Album ab, zunächst elegisch, dann von eingängiger und, ja, unterhaltsamer Munterkeit.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.12.2017
Letzte Änderung: 30.12.2017
Wertung: 10/15
Der Gesang halt

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Comedy Of Errors

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1988 Comedy Of Errors 8.00 1
2011 Disobey 9.00 3
2013 Fanfare & Fantasy 11.00 1
2015 Spirit 7.75 4

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