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Bröselmaschine

Indian Camel

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: live; Blues; Folk; Psychedelic; Worldmusic / Ethno
Label: MIG Music
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Peter Bursch Gitarre, Sitar, Gesang
Tom Plötzer Keyboard
Liz Blue Gesang
Detlef Wiederhöft Bass
Michael Dommers Gitarre, Gesang
Manni von Bohr Schlagzeug

Gastmusiker

Helge Schneider Saxophon
Nippi Noya Percussion
Lulo Reinhardt Gitarre

Tracklist

Disc 1
1. I was Angry 4:22
2. Fall into the Sky 5:43
3. Peace of Heaven 5:43
4. Don't Cross My Way 3:57
5. Indian Camel 12:08
6. Stacey 3:34
7. Children of the Revolution 2:45
8. Daydreaming 3:28
Gesamtlaufzeit41:40


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Mit Indian Camel erschien gegen Ende der ersten Jahreshälfte 2017 mal wieder ein neues Album der Krautrock-Legende Bröselmaschine, und man mag es kaum glauben, es ist ihr erstes Studioalbum seit 32 Jahren. Dabei war die Band um Peter Bursch, den „Gitarrenlehrer der Nation“, keineswegs untätig, war sie doch in den letzten Jahren immer wieder live unterwegs.

Die Aufnahmen zu Indian Camel entstanden live im Studio, dabei wurde die Stammbesetzung um einige illustre Gäste erweitert: Helge Schneider, der einige Jahre selbst zur Stammbesetzung gehörte, am Saxophon, den indonesischen Percussionisten Nippi Noya, sowie den Gitarristen Lulo Reinhardt, Großneffe des legendären Django Reinhardt.

Indian Camel zeigt eine Vielzahl musikalischer Stile, von dreckigem Bluesrock über indisch beeinflusstes (Peter Bursch ist auch an der Sitar zu hören) bis zu jazzigen Einlagen. Und natürlich ist alles durchtränkt von den Klängen des psychedelischen Krautrock. Wenn Keyboarder Tom Plötzer kräftig in die Tasten der Orgel haut, weht sofort der Geist der späten 60er aus den Boxen, um den Hörer in höhere Sphären zu tragen. Dass man dabei nicht komplett abdriftet, wird durch erdige Blues-Einlagen sichergestellt. Manchmal sind die Übergänge allerdings etwas abrupt und unmotiviert, etwa gleich im einleitenden I was angry, in das sich zwischen dreckigen Riffs unvermittelt ein psychedelisch waberndes Orgelsolo eingeschoben ist.

Höhepunkt des Albums ist das 12-minütige instrumentale Titelstück, dessen Grundlage ein schleppender Tabla-Rhythmus bildet, über dem sich vor allem Sitar und diverse Synthies austoben. Dazu hört man im Hintergrund die E-Gitarre ein bisschen aus Ravels „Bolero“ zitieren. Ein wahrer Ethno-Spacetrip, großartig! Was man von den eher seichten Songs Peace of Heaven und Stacey oder dem simplen Rocker Don’t Cross My Way wiederum nicht sagen kann, so dass der Gesamteindruck etwas getrübt wird. Das Positive überwiegt aber letzten Endes.

Neben eigenen Stücken gibt es mit Children of the Revolution auch eine Coverversionen eines Songs von T. Rex, mit denen Bröselmaschine in den 70ern tatsächlich einmal live aufgetreten sind. Anlass für diese Aufnahme war eine Aktion des Eclipsed-Magazins, die für ein Buchprojekt einen Song von T. Rex in einer Version von Bröselmaschine wollten. Dieser Song ist eher hardrockig gehalten, bekommt aber durch einige Sitar-Einsätze einen leicht indischen Touch.

Trotz einiger schwächerer Stücke ist Indian Camel ein schönes Comeback dieser Krautrock-Institution.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.7.2017
Letzte Änderung: 6.7.2017
Wertung: 9/15
für das Titelstück 11

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Ich war skeptisch bei Bröselmaschine's erstem Output nach mehr als 3 Jahrzehnten. Obwohl sie in den letzten Jahren oft auf Tour waren und dabei laut vielen Besuchern durchaus überzeugen konnten, ist eine Studioarbeit mit neuem Material was anderes. Jetzt also das Indische Kamel. Bringen sie nochmal den Zauber der 70'er zurück? Nun, erfunden haben sie nichts Neues, was irgendwie beruhigend ist. Doch das Alter lässt eine gewisse Reife und Gelassenheit erkennen, was die Musik auch mal melodiöser erklingen lässt. Dazu noch eine Stimme wie die von Liz Blue. Das ist ein wahrer Glücksfall für die Band, da diese Frau sowohl rocken als auch schmachten kann, wo es nötig ist.

Den alten Zauber lassen sie öfters aufblitzen mit der Sitar und den Tablas. Sogar die Coverversion von T. Rex's CHILDREN OF THE REVOLUTION lässt die Sitar erklingen. Die von Bröselmaschine gespielte Version ist sogar um einiges härter als das Original, klingt somit noch druckvoller als das Original. Respekt! Ansonsten bietet das Album viel Abwechslung zwischen Progrock (manchmal auch nur Rock), Folk und Ethno.

Die Band überzeugt durch seine Soli an Hammond (I WAS ANGRY), Saxofon von Ex-Mitglied Helge Schneider in FALL INTO THE SKY oder Gitarre. Liz Blue singt mal bluesig-dunkel wie im relaxen und laidback gespielten Rocker DON'T CROSS MY WAY, mal rettet sie halbwegs den uninspirierten Song STACEY durch ihre wunderbare Suzanne Vega Stimme.

Uneingeschränkter Höhepunkt des Albums ist aber der psychedelisch/tranceartige Titelsong INDIAN CAMEL der in einem einzigen Take eingespielt wurde. Die Tablas machen dich süchtig, die Sitar hüllt dich in eine sanfte Wolkendecke. Während 12 Minuten tauchst du komplett in eine friedvolle Welt ein. Du riechst förmlich die Räucherstäbchen der 70'er in Patchulli oder Lavendel. Dieser repetitive, sanft pulsierende Rhythmus wurde schon so oft in der Musik benutzt, doch Bröselmaschine heben ihn in eine neue Dimension.

Da haben es die restlichen Songs verdammt schwer. Doch die Hürde wird genommen, manchmal knapp, aber größtenteils ist das Album gelungen. Mir gefällt auch der ruhige und hauptsächlich akustische Schlusstrack DAYDREAMING gut. Durch seine leichtfüßige und folkige Art spiegelt er den Friedensgedanken der Hippieszene am besten wider.

Im Endeffekt überwiegen die positiven Aspekte. Die Musik ist sicher kein Wunder an Virtuosität, aber sie unterhält blendend. Wer auf die alte Zeit des Krautrock steht (da steht nichts von Prog im Begriff) ist gut bedient. Der Titeltrack alleine ist das Geld wert.

Anspieltipp(s): Indian Camel (14/15)
Vergleichbar mit: ....aus einer fernen Zeit
Veröffentlicht am: 7.9.2017
Letzte Änderung: 7.9.2017
Wertung: 11/15
Krautrockfans sollten auf jeden Fall rein hören

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Bröselmaschine

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1971 Bröselmaschine 9.00 2

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