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Christian Fiesel

Signal For Fire

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2013 (kostenloser Download)
Besonderheiten/Stil: Ambient; Elektronische Musik
Label: Spheredelic
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Tracklist

Disc 1
1. Downhill 2:30
2. Female Face 2:48
3. Avalanche 5:59
4. Signal I 1:12
5. For A. 3:18
6. Stairway In Fire 2:33
7. We Are Brothers In Space 1:32
8. Quiet Escape 4:16
9. Rush To The Inside (Part II) 11:47
10. Rush To The Inside (Part I) 7:21
11. Signal II 1:18
12. Silhouettes In The Mirror 2:10
13. The Lonely Place 3:04
14. For A While ... After 2:07
Gesamtlaufzeit51:55


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Und noch ein Album, das Christian Fiesel eigentlich schon 2013 als kostenlosen Download über das Spheredelic-Netlabel veröffentlicht hatte, das uns nun aber trotzdem mal als CD zugeschoben wurde. Rein biografisch muss das exakt am Heiligabend vor vier Jahren (das war just mein 27. Geburtstag...) erschienene "Signal For Fire" wohl so eine Art Abschied markiert haben: Für weitere Platten von Fiesel war Spheredelic nicht mehr verantwortlich, alle seitherigen Fiesel-Alben wurden anderswo verlegt. Abgesehen hiervon gibt es auch zu "Signal For Fire" wieder eine nette Hintergrundgeschichte: Beschrieben wird das Album als "[e]ine Art musikalisches Tagebuch im Stile eines Hans-Joachim Roedelius", in dem sich eine "Sammlung von elektronischen Stimmungen, kleinen Geistesblitzen und bizarren Spielereien mit Geräuschen/Samples" finde. Das dürfte mit Blick auf die Tracklist wohl die Kürze einiger Nummern erklären.

Da "Signal For Fire" doch einige Zeit nach den mir (bislang!) bekannten Alben "A Passag Through Time" und "Ode To AEM" veröffentlicht wurde, komme ich nicht umhin, hier eine Entwicklung festzustellen. Diese besteht darin, dass der Ambient-Anteil zurückgegangen ist und es nunmehr doch tatsächlich einige echte, klassisch gehaltene Elektronik-Nummern gibt, die sich an die Machart bekannter Klassiker der 70er und 80er Jahre anlehnen. So repliziert "Female Face" mit einer anschwellenden harmonischen Klangwand und Oboen-artigen Synths ein bisschen die getragene Stimmung von so Nummern wie "Velvet Voyage", und "Avalanche" setzt ebenso wie später "Rush To The Inside (Part II)" immer wieder mal eine Stimme solistisch ein, die an den charakteristischen Yamaha CS-80 eines Vangelis erinnert. Überhaupt findet sich immer wieder mal Wohlklang in Form von vollen, schwebenden, optimistischen, warmen und lange gehaltenen Akkorden in den Stücken, sodass die Musik hier im Mittel tendenziell einladender und romantischer ist als auf den genannten Ambient-Platten.

Andererseits macht es Fiesel dem Hörer aber auch nicht zu einfach, denn Ambient und Noise schlagen trotzdem immer wieder durch. Das gilt auch und besonders für die Art und Weise, wie das prägendste Merkmal populärer Elektronik hier eingesetzt wird: Sequenzen nämlich macht Fiesel nicht einfach zu eingängig-neckischen bis hypnotischen Ostinato-Motiven, sondern inszeniert sie weitaus kratziger und wiederborstiger (oft wirkt es auch so, als würden gerade solche Motive hier gar nicht sequenziert, sondern ständig von Hand gespielt werden - beispielsweise in "We Are Brothers In Space"). So gibt es schon in "Downhill" besagtes Element lediglich in echo-lastiger Form mit einem tiefen, metallisch schnarrenden Sound, in "For A." sind aufwändige Motive in einem merkwürdig wabernden Sound zu hören, die dabei trotzdem einen beachtlichen Tonumfang überspannen, und in "Quiet Escape" schließlich werden die Motive über kurz oder lang immer wieder inkohärent und lediglich vom geradlinigen Bass zusammengehalten wie eine Herde vom Schäferhund.

Komplett dem Ambient verhaftet sind noch Stücke wie "Signal I", das die ganze Zeit tief wummert (erinnert sich noch jemand an diese "Magmaablagerungen"-Szene aus "Jagd auf Roter Oktober"? So klingt's, ungefähr...), das Freiform-Stück "Stairway In Fire" und natürlich weite Teile der beiden "Rush To The Inside"-Stücke. Und selbst die tonaleren Stücke sind immer wieder davon durchsetzt oder umrahmt. Ein nettes Beispiel gibt das Doppel aus "Silhouettes In The Mirror" und "The Lonely Place": Ersteres stellt sich als nettes, fast barockes und im Laufe der Zeit hinreichend variiertes Synth-Arpeggio dar. Letzteres ist ähnlich aufgebaut, wenn auch etwas statischer... aber mach gut 2:10 (also exakt so lange, wie "Silhouettes..." gedauert hat), klingt diese Komponente aus und hinterlässt ein Rauschen. Na ja, schon eher merkwürdig in diesem Zusammenhang.

Alles in allem ist "Signal For Fire" aber eine ganz nette Angelegenheit, denn Fiesels markante, von naturalistischen Klängen weitestgehend freier Ambient-Kosmos wird hier umso mehr durch einladendere Töne erweitert und dekoriert. Für höhere Weihen jedoch fehlt wiederum der Zusammenhang: Man merkt den meisten Stücken an, dass es sich eher um Skizzen handelt. Das ist wohl der Kontrast zu dem enigmatischen, aber wunderbar geschlossenen Koloss "Ode To AEM". Man darf aber gespannt sein, ob Fiesel noch einmal beides zusammenbringen wird.

Anspieltipp(s): Silhouettes In The Mirror, Quiet Escape, Signal I
Vergleichbar mit: ein bisschen klassische Elektronik ist drin, sonst hat Fiesel aber seinen eigenen Stil
Veröffentlicht am: 19.8.2017
Letzte Änderung: 18.8.2017
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Christian Fiesel

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2012 A Passage Through Time 10.00 1
2012 Ode To AEM 11.00 1
2013 After the Flood 10.00 1
2013 Smile With An Ambience 10.00 1
2015 The Hunting Game 10.00 1
2015 This Is The Dark House 10.00 1
2015 The Forrest 11.00 1
2015 Mechanic Falls 10.00 1
2017 Hagen's Delight 10.00 2

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