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Pond

Planetenwind

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1984 (CD-Reissue 1990, Musicando)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Rock / Pop / Mainstream
Label: Amiga
Durchschnittswertung: 7/15 (1 Rezension)

Besetzung

Wolfgang Fuchs Elektronische Instrumente, Perkussion
Harald Wittkowski Elektronische Instrumente, Perkussion

Tracklist

Disc 1
1. Planetenwind   (Original-LP) 18:26
2. Zeitmaschine 2:58
3. Cassiopeia 3:55
4. Jumbo 4:34
5. Sturmglocke 3:41
6. Supernova 2:59
Gesamtlaufzeit36:33
Disc 2
1. Zeitmaschine   (CD-Reissue 1990) 2:58
2. Cassiopeia 3:55
3. Supernova 2:59
4. Planetenwind 18:26
5. Galaxis 3:28
6. Abschied 3:46
7. Megapond 3:04
8. Kalimba 3:31
9. Hoffnung 3:47
10. Credo 3:32
11. Jumbo 4:34
12. Sturmglocke 3:41
13. Gelber Fluss 2:47
Gesamtlaufzeit60:28


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Pond formierten sich 1978 im Ostberliner Bezirk Prenzlauer Berg um den ehemaligen Babylon-Schlagzeuger Wolfgang Fuchs. Betätigte man sich zuerst in tastenlastigen progressivrockigen Gefilden und im Fahrwasser von ELP, wand man sich um das Jahr 1980 herum ganz der instrumentalen Elektronik zu, insbesondere als Pond zum Duo aus Fuchs und Harald Wittkowski geworden war.

Mit dem 1982 wohl als Single erschienenen "Planetenwind" (der kurzen Version - zu finden auf "Bilder einer Ausstellung + Die größten Hits") platzierte man sich erfolgreich in den DDR-Jahrescharts, ehe sich das Duo an die Produktion eines ersten Albums machte. Dasselbe wurde schließlich 1984 veröffentlicht, wieder unter dem Titel "Planetenwind". 1990 wurde die Scheibe von Musicando auf CD heraus gebracht, ergänzt um eine ganze Ladung weiterer Nummern, die meist vom 1986 erschienen Soundtrackalbum "Auf der Seidenstraße" stammen. Erstaunlicherweise (sind doch DDR-Produktionen seit einiger Zeit wieder sehr gefragt) wurde die Scheibe seitdem nicht neu aufgelegt

Elektronische Instrumentalmusik gibt es auf "Planetenwind" zu hören, die vor allem in den ursprünglichen Nummern der LP (oder eigentlich nur in diesen) teilweise an einige Jahre früher entstandene klassische Elektronik von z.B. Tangerine Dream oder Jean Michel Jarre erinnert. Das ausladende, sequenzerbestimmte Titelstück, immerhin fast 20 Minuten lang und ehemals die erste Seite der LP, bietet meistenteils überzeugende spacig-kosmische Klangbilder mit entsprechender Atmosphäre (inklusive einiger interessanter Stellen mit freiem Klangschweben), doch wird diese immer wieder durch recht unpassende elektrifizierte Klassikeinlagen, hymnisch-symphonische Einschübe zerstört (was noch mehr für das kurze, völlig misslungene "Supernova" gilt - das klingt nach SF-Kinderserie, oder einer Einmarschmusik zur Jugendweihe). Wenn ich gerade durch den Weltraum schwebe, will ich eigentlich nicht plötzlich Quietschekeyboard-Fanfaren à la Türkischer Marsch oder elektronisches Schunkelgeschwofe hören. Dazu kommen diverse eher störende, aus der Dose stammende Perkussion- und Schlagwerkimitationen, die auch auf den weiteren Nummern des Albums nicht selten sind (inklusive des berüchtigten Plastikklatschens).

Trotz dieser damals modernen Drumcomputersounds hinken Pond doch deutlich ihrer Zeit hinterher, hat es ähnliche Musik schon 5-10 Jahre vorher gegeben (wenn auch meist ohne Dosenschlagzeug). Trotzdem ist das Gebotene eigentlich gar nicht schlecht, auch verglichen mit Westformationen die sich damals in ganz ähnlichen Gefilden aufhielten (siehe z.B. Software). Das dynamisch voranschreitende "Cassiopeia" (mit Alan-Parsons-Intro) wäre z.B. auf einem späteren Jarre-Album nicht negativ aufgefallen, und "Jumbo" bietet ganz witzige elektrifizierte Dschungelklänge und Tiergeräusche (leider begleitet von wumms-umms Schlagwerk), und "Sturmglocke" wogt durchaus dicht, dynamisch und etwas mysteriös angehaucht voran (das könnte fast von einem Horror-Soundtrack à la Frizzi/Goblin stammen).

Der Rest, also sozusagen die Bonustracks des CD-Reissues, fällt dann aber stark ab, gerät meist in seichte Elektropopgefilde, bietet stellenweise fast Discoartiges, oder wäre besser als Fahrstuhlbeschallung brauchbar. Insbesondere die meist einfallslos und eintönig voran schreitende perkussive Komponente ist hier ausgesprochen nervend, und sorgt dafür dass die Musik billig und seicht wirkt. Da wäre mir ein Reissue der originalen Tracks von "Planetenwind" ohne das "Bonusmaterial" lieber gewesen. Kann ja noch kommen. Vielleicht ergänzt um irgendwelche stilistisch ähnliche Überbleibsel aus den damaligen Sessions?

"Planetenwind" (die originale LP) ist eigentlich eine ganz interessante Sammlungsergänzung für den Elektronikadepten (vor allem wegen des langen Titeltracks), auch wenn das Material populär verwässert und alles in allem reichlich angestaubt aus den Boxen gleitet. Einen gewissen Stellenwert in der Geschichte der Elektronischen Musik der DDR muss man dem Album wohl auch zubilligen, doch hat dortselbst jemand wie Reinhard Lakomy um einiges Beeindruckenderes und Eigenständigeres abgeliefert.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.8.2017
Letzte Änderung: 3.10.2017
Wertung: 7/15
für die originale LP

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