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Igorrr

Savage Sinusoid

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Ambient; Elektronische Musik; Gothic; HardRock; Klassikrock / Adaptionen; Metal; Moderne Klassik; New Artrock; Progmetal; RIO / Avant; Spacerock; Worldmusic / Ethno; sonstiges
Label: Metal Blade
Durchschnittswertung: 13/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Gautier Serre Gesang, elektronische Manipulationen, Akkordeon, Saxofon, Sitar, Cembalo, Mandoline, Streicher, Grunts
Laurent Lunoir Gesang
Laure Le Prunenec Gesang
Sylvain Bouvier Drums

Gastmusiker

Travis Ryan Vocals auf "Cheval", "Apopathodiaphulatophobie" und "Robert"
Teloch Gitarre und Bass auf "Viande"
Pierre Mussi Akkordeon auf "Houmous"
Adam Stacey Akkordeon auf "Houmous"

Tracklist

Disc 1
1. Viande 1:55
2. ieuD 3:55
3. Houmous 3:31
4. Opus Brain 5:25
5. Problème d’émotion 4:38
6. Spaghetti Forever 4:24
7. Cheval 3:06
8. Apopathodiaphulatophobie 2:02
9. Va te foutre 1:45
10. Robert 3:19
11. Au Revoir 5:26
Gesamtlaufzeit39:26


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 2)


Au weh! Jetzt wird's wieder heißen, der Brückner mag nur die ganz krassen Sachen (stimmt gar nicht!). Und Gautier Serre hat auch gar nicht die Absicht, potenzielle Zuhörer vor den Kopf zu stoßen. Er sagt vielmehr: "Ich möchte nur die Musik machen, die ich liebe, ohne mich zu fragen, ob es zu komplex ist oder zu weit weg von dem, was die Leute mögen. Ich möchte die Musik machen, die für mich Sinn macht, ohne Einschränkungen, wie eine große Party mit Metalheads, Elektronik-Nerds, Klassik- und Barockfans und Zigeuner-Geiger, die sich betrinken und zusammenkommen, um das Beste aus jedem Genre einzubringen."

Eine große Party mit Metalheads, Elektronik-Nerds, Klassik- und Barockfans und Zigeuner-Geiger, die sich betrinken und zusammenkommen, um das Beste aus jedem Genre einzubringen - das ist genau das, was der Hörer hier zu hören kriegt. Barrroque Core. Igorrr (so Serres Pseudonym) ist beeinflusst von Meshuggah, Chopin, Cannibal Corpse, Bach, Domenico Scarlatti, Taraf de Haidouks und Aphex Twin, und Spuren dieser Künstler finden sich auf allen seinen Platten. Aber Serre pappt die nicht sinnlos und wirr zusammen (auch wenn das beim ersten Hör genau diesen Eindruck macht), vielmehr sind seine Alben dramatische Explosionen von Fantasie und Kreativität. Die Musiken, die er zu seiner eigenen verarbeitet, sind für ihn ein Universum von Ideen, die für ihn gleichrangig und damit frei kombinierbar sind.

Und so wechseln sich auf dieser Platte elektronische Manipulationen, Post- oder Neo-Dubstep, tanzbare Balkanmusik, melancholisches Akkordeon, Saxophon, exotische Sitar, klassisches Cembalo, Mandoline und wunderschöne Streicherpassagen mit rücksichtslosen Blastbeats, klobigen Riffs, Todesgrunzen und Operngesängen ab - und so grotesk das klingt, wenn man's liest, so grandios funktioniert es auf Platte. Zum Niederknien. Mit blieb beim ersten Hören der Mund offen stehen.

Hat Serre bis dato weitgehend allein gearbeitet, sind auf "Savage Sinusoid" nun mehr Musiker zu hören als auf jeder anderen Igorrr-Scheibe. Laurent Lunoir schreit und Laure Le Prunenec steuert ihre wundervolle klassisch ausgebildete Stimme bei, der Schlagzeuger Sylvain Bouvier trommelt sich die Sehnen lang, und eine ganz Reihe von Gastmusikern tritt auf. Darunter sind Travis Ryan von Cattle Decapitation (Vocals auf "Cheval", "Apopathodiaphulatophobie" und "Robert"). Auf "Viande" ist auch Teloch von Mayhem an Gitarre und Bass zu hören, "Houmous" wird von den Akkordeonisten Pierre Mussi und Adam Stacey aufgewürzt. Das Ergebnis ist in jeglichem Sinne des Wortes atemberaubend. Oder um es mit Gautier Serre zu sagen: "Va te foutre". So mammerdes.

P. S.: Reinhören bei Bandcamp!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: The Hirsch Effekt
Veröffentlicht am: 12.9.2017
Letzte Änderung: 19.9.2017
Wertung: 13/15
Ein Song heißt "Apopathodiaphulatophobie" - und so klingt die Scheibe auch. Schräg! Aber auch unglaublich vergnüglich!

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 2)


Apopathodiaphulatophobie. Die Angst vor Verstopfung.

Nein, nach Verstopfung hört sich das nicht an, was uns Igorrrrrrrr hier auf ihrem sechsten Album kredenzen. Eher nach rezidivierenden epileptischen Anfällen, zwischen denen sich immer wieder Phasen postiktaler Müdigkeit und Entspannung finden. Geielll! Ein sehr geiles Album ist das hier.

Bei Kollege Brückner muss man ja mitunter vorsichtig sein, wenn er wieder mal ein "kraaasssess" Album empfiehlt. Aber hier bin ich voll und ganz mit ihm einig: atemberaubend.

Die Mélange aus mal völlig irrenhäusigem, mal angegrowltem Gesang, bretterharten Gitarrenriffs, französischer Quetschkommode, Folklore, barockem Cembalo und Spinett, Computersounds Marke C64, blubbernden und hämmernden Konservenbeats, hartem Schlagzeug, weiblichem Operngesang und vielem mehr ist äusserst kurzweilig und gerade wegen seiner Heterogenität irgendwie in sich stimmig und geschlossen.

Wer etwas Neues entdecken möchte und auch ein wenig was "ab kann", wie meine Vorfahren von der Waterkant zu sagen pflegen, der sollte Igorrr unbedingt mal antesten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Animals as Leaders meets C64 meets Opera meets moderne Elektronic meets Klassik
Veröffentlicht am: 15.9.2017
Letzte Änderung: 15.9.2017
Wertung: 13/15
Hammer!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Igorrr

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2006 Poisson Soluble 12.00 1
2007 Moisissure 13.00 1
2010 Nostril 11.00 1
2012 Hallelujah 14.00 1
2014 Maigre 11.00 1

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