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Kansas

Leftoverture Live & Beyond

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: live; Klassischer Prog; Melodic Rock / AOR
Label: InsideOut
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Ronnie Platt lead vocals, piano
Rich Williams electric & acoustic guitars, co-producer
Zak Rizvi electric guitar, vocals, co-producer
David Manion piano, organ, keyboards, sound designer
David Ragsdale violin, vocals
Billy Greer bass, lead vocals
Phil Ehart drums, co-producer

Tracklist

Disc 1
1. Icarus II   (from Somewhere To Elsewhere, 2000) 7:15
2. Icarus   (from Masque, 1975) 7:12
3. Point Of Know Return   (from Point Of Know Return, 1977) 3:24
4. Paradox   (from Point Of Know Return, 1977) 4:07
5. Journey From Mariabronn   (from Kansas, 1974) 8:03
6. Lamplight Symphony   (from Song For America, 1975) 8:15
7. Dust In The Wind   (from Point Of Know Return, 1977) 3:57
8. Rhythm In The Spirit   (from The Prelude Implicit, 2016) 5:21
9. Voyage Of Eight Eighteen   (from The Prelude Implicit, 2016) 9:02
10. Section 60   (from The Prelude Implicit, 2016) 2:48
Gesamtlaufzeit59:24
Disc 2
1. Carry On Wayward Son   (from Leftoverture, 1976) 6:00
2. The Wall   (from Leftoverture, 1976) 5:23
3. What's On My Mind   (from Leftoverture, 1976) 3:49
4. Miracles Out Of Nowhere   (from Leftoverture, 1976) 7:13
5. Opus Insert   (from Leftoverture, 1976) 4:41
6. Questions Of My Childhood   (from Leftoverture, 1976) 3:54
7. Cheyenne Anthem   (from Leftoverture, 1976) 7:11
8. Magnum Opus   (from Leftoverture, 1976) 10:29
9. Portrait (He Knew)   (from Point Of Know Return, 1977) 8:50
Gesamtlaufzeit57:30


Rezensionen


Von: Nik Brückner @


Zu "The Prelude Implicit", dem 2016 erschienenen ersten Studioalbum aus dem Hause Kansas seit 16 Jahren, schrieb ich: "Es hat keinen Sinn, am Rockzipfel bestimmter Besetzungen zu hängen, nur weil die irgendjemand mal für sakrosankt erklärt hat, wenn das bedeutet, dass da irgendwann Musiker auf der Bühne stehen, die nicht mehr so gut sind wie andere, die es besser könnten. Wer den Mut hat, auch mal eine Legende auszutauschen, der beschädigt diese nicht, im Gegenteil, er verhindert deren Demontage, und er verlängert auf der anderen Seite das Leben seiner Band als einer Band, die auch in fortgeschrittenem Alter noch zu starken Alben fähig ist. Und warum um alles in der Welt sollte man das nicht wollen?!?"

Tja.... Warum, um alles in der Welt, sollte man das nicht wollen? Ich werde das nie verstehen. Vielleicht kann's mir ja irgendwann mal ein Yes-Fan erklären. Kansas jedenfalls gibt es seit 47, 45 oder 44 Jahren (je nach Zählung), es gibt zwar ein klassisches Lineup, aber sie haben ihre Identität nie daran nageln lassen. Vielmehr wurden vor einigen Jahren neue, jüngere Musiker in die Band geholt, ein Reboot vorgenommen - und die Band geht stark! Nach dem tollen Comeback-Album legen sie nun ein Dokument ihrer "Leftoverture 40th Anniversary Tour" vor.

... die wir hier in Europa leider verpasst haben. Im Mai 2017 erschütterte die Nachricht die europäische Fangemeinde, dass die Band ihre für den Sommer geplante Europatour absage, bei der sie u. a. bei der Night of the Prog und beim Burg Herzberg Festival hatten auftreten wollen. Begründet wurde diese Entscheidung mit Sicherheitswarnungen der US-Regierung.

Der scheinbar mehr als gerechtfertigte Ärger über diese Entscheidung war kaum aufgebrandet, da verstummte er jäh, angesichts eines Terroranschlags nach einem Konzert der US-amerikanischen Popsängerin Ariana Grande in Manchester. Kansas hatten sich gegen die übliche Position gestellt, man weiche dem Terror keinen Millimeter - und damit offenbar richtig entschieden.

Oder? Die Argumentation, wir ließen es nicht zu, dass unsere westliche Kultur von islamistischen Terroristen beeinflusst werde, können sie jetzt jedenfalls nicht mehr vertreten.

Oder? Sind nicht am Ende Menschenleben wichtiger?

Die Diskussionen über diese Fragen dauern an, aber wir wissen nicht, was geschehen wäre, wenn Kansas ihre Tournee durchgeführt hätten. Wir wissen aber, dass wir Konzerte verpasst haben, die wir gern gesehen hätten. Ein wenig lässt sich das jetzt wiedergutmachen.

Kansas' neues Doppelalbum trägt den Titel "Leftoverture Live & Beyond". Die Band spielt anlassgemäß das komplette "Leftoverture"-Album, von "Carry On Wayward Son" bis "Magnum Opus". Dazu kommt eine Auswahl von weiteren Highlights ihrer ersten Alben (darunter einige bis dato nie live gespielte Stücke - Fans dürfen raten, um welche es sich dabei handelt), sowie drei der stärksten Songs von "The Prelude Implicit".

Und während man in den alten Klassikern nur so schwelgen kann, sind die neuen Songs eine willkommene Ergänzung des Kansas-Katalogs. Kansas müssen sich ihrer jüngsten Kompositionen keineswegs schämen: Anders als bei den eben erwähnten Yes sind diese keine Fremdkörper auf der Setliste, sie werden schon gar nicht auf dem Release verschämt weggelassen, vielmehr schließen sie stolz die erste der beiden Scheiben ab. Es hätte sogar ruhig noch mehr sein dürfen, "Summer" etwa oder "The Unsung Heroes" hätten sich unter den vielen Klassikern ebenfalls nicht verstecken müssen.

Die Hauptattraktion hier ist natürlich das "Leftoverture"-Album, und das wird mit viel Energie und ordentlich Punch von der Bühne geschossen. Die Band klingt kraftvoll wie nie, sicher auch das Verdienst von Produzent Jeff Glixman - dessen Name, wie die Fans sicher wissen, auch auf dem Cover von "Leftoverture" zu lesen ist: Er produzierte vor vierzig Jahren auch das Studioalbum. Bei "Leftoverture Live & Beyond" standen ihm die Bandmitglieder Rich Williams, Zak Rizvi und Phil Ehart zur Seite, und sie haben ganze Arbeit geleistet: Die für die Proganteile notwendige Klarheit wie die für die Rockanteile notwendige Power sind perfekt ausbalanciert.

Zu perfekt. Über den massiven Einsatz von Autotune wurde viel diskutiert, und tatsächlich sind die Korrekturen teils überdeutlich zu hören. Besonders auf "Carry On Wayward Son" ist das zu hören (die Verse "I still was a mad man", "you will always remember" und "nothing equals the splendor"). Und die Power ist vor allem auf die massive Loudness des Albums zurückzuführen. Schade. Das Album heißt wohl nicht umsonst "Live & Beyond"...

Die Band ist super drauf, Ragsdale fiedelt weich und geschmackvoll, Williams steuert ein paar großartige Soli bei, Phil Ehart trommelt genau so, wie es eine Band dieses Alters braucht, um knackig zu klingen, Greers Bass klingt muskulös und Ronnie Platt fühlt sich in seiner Rolle als Sänger hörbar wohl. Wer Steve Walsh schon ein Weilchen nicht mehr gehört und seine Stimme nicht mehr ganz genau im Ohr hat, dürfte sogar kaum bemerken, dass es nicht er ist, der hier singt.

Tja, was soll man sagen! Die Tour haben wir verpasst, aber immerhin gibt es nun dieses Live-Album. Die Band hat alles richtig gemacht: Starke Musiker geholt, ein starkes Comeback hingelegt, einen großen Klassiker neu aufgelegt, und den richtigen Mann an den Reglern engagiert. Ergibt zusammengenommen ein hammergeiles, wenn auch allzu loudes Live-Album. Einziges Problem: Es erscheint erst am dritten November… Also Zeige- und kleinen Finger gespitzt, es gibt was zum Drauffreuen!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Two For The Show
Veröffentlicht am: 1.11.2017
Letzte Änderung: 31.1.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Kansas

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Kansas 10.67 3
1975 Masque 10.33 3
1975 Song For America 12.33 3
1976 Leftoverture 13.00 3
1977 Point Of Know Return 13.00 3
1978 Two For The Show 13.00 2
1979 Monolith 10.00 3
1980 Audio Visions 6.00 2
1982 Vinyl confessions 7.50 2
1983 Drastic Measures 2.00 2
1986 Power 8.00 1
1988 In The Spirit Of Things 7.00 1
1993 Live at the Whisky 11.00 1
1994 Box Set 12.00 1
1995 Freaks Of Nature 10.00 1
1998 Always Never The Same (featuring The London Symphony Orchestra) 7.00 1
1998 King Biscuit Flower Hour Presents 10.00 1
2000 Somewhere To Elsewhere 10.00 1
2003 Device - Voice - Drum 10.33 3
2004 Sail On - The 30th Anniversary Collection - 1
2009 Original Album Classics - 1
2009 There's Know Place Like Home 11.00 1
2015 Miracles Out Of Nowhere (CD/DVD) 12.50 2
2016 The Prelude Implicit 9.00 2

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