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Lunatic Soul

Fractured

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; ArtPop; Elektronische Musik; New Artrock
Label: KSCOPE
Durchschnittswertung: 12/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Mariusz Duda keyboards, bass guitars, guitars, percussion, programming, vocals

Gastmusiker

Wawrzyniec Dramowicz drums
Marcin Odyniec saxophone
Sinfonietta Consonus Orchestra strings, contra bass
Michal Mierzejewski Dirigent

Tracklist

Disc 1
1. Blood on the Tightrope 7:18
2. Anymore 4:36
3. Crumbling Teeth and the Owl Eyes 6:40
4. Red Light Escape 5:42
5. Fractured 4:35
6. A Thousand Shards of Heaven 12:16
7. Battlefield 9:04
8. Moving On 5:14
Gesamtlaufzeit55:25


Rezensionen


Von: Piotre Walter @ (Rezension 1 von 3)


Gleich vorweg: Ein Hammeralbum liefert Mariusz Duda (der Mann hinter Lunatic Soul) mit „Fractured“ ab. Der Sänger und Bassist von Riverside schafft mit seinem neusten Soloalbum eine gelungene avantgardistische Mischung aus Progressive Rock, Elektronik und vereinzelt Jazz-Elementen. Minimalistisch, eher düster oder melancholisch und als unglaublich intensiv empfinde ich das Album. Es erinnert mich weniger von der Musik, sondern mehr von seiner starken Intensität, an Massive Attack – es ist von einer Eindringlichkeit, die ich bei elektronisch beeinflusster Musik bisher nur bei dieser Band erlebt hatte. Ich muss mich korrigieren; bei „Battlefield“ oder „Moving on“ erinnert mich Duda auch an die Verlorenheit eines Dave Gahan (Depeche Mode).

Minimalistische Klangwelten, getriebene New Wave- oder filmmusikartige Bass- und Gitarrenmotive, unterlegt mit spannenden, meist schleppenden Beats, tiefgründigen Lyrics, eindringlichem Gesang kombiniert mit progressiven Strukturen und Solis an Keyboard und Gitarre – so zeigt Duda, dass progressive Rock eben auch atmosphärischer, elektronischer Art-Rock sein kann. Für die Musik dieses Albums wünsche ich mir die Lobeshymnen mit denen Andere, nicht immer zu Recht, überschüttet werden.

So nimmt uns z.B. der Longtrack „A Thousand Shards Of Heaven“ mit auf eine Reise von den Ufern einer existenziellen Ballade, über einen Ozean improvisierter Gesangparts mit Wellenbewegungen treibender Gitarrensounds und jazzigen Saxophonemelodien in den Kosmos weit entfernter Welten direkt in unserem Inneren. 



Trefflich unterstützt wird Duda vom Poland's Sinfonietta Consonus Orchestra auf “Crumbling Teeth And The Owl Eyes” und “A Thousand Shards Of Heaven” sowie bei mehreren Songs vom hervorragenden Saxophonisten Marcin Odyniec.



Mit „Fractured“ verarbeitet Mariusz Duda wohl auch ein persönlich sehr schweres Jahr, in welchem Bandkollege Grudziński plötzlich und unerwartet verstorben war. 



So äußert er im Begleittext zum Album: “The main theme of "Fractured" is coming back to life after a personal tragedy. It's inspired by what happened in my life in 2016 and by everything that's happening around us and what's making us turn away from one another and divide into groups, for better and for worse. Musically it will be the most original album I have ever made as well as the most accessible and personal album in the Lunatic Soul discography."



Von mir eine absolute Empfehlung – lange hat mich ein Album nicht mehr so berührt und begeistert. Die Stichworte Massive Attack oder Depeche Mode sollten allerdings klar machen, dass es sich hier um elektronisch beeinflussten Art-Rock handelt.

Anspieltipp(s): Anymore, A Thousand Shards of heaven, Battlefield
Vergleichbar mit: Bruce Soord with Jonas Renske
Veröffentlicht am: 8.10.2017
Letzte Änderung: 7.10.2017
Wertung: 13/15
Minimalistischer Art Rock

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Von: Martin Dambeck @ (Rezension 2 von 3)


Der letzte “Riverside“ Output mit seinen sphärischen Klängen fand bei den Fans eher nicht übermäßig positiven Anklang. ‘Eye Of The Soundscape‘ wirkte schon wie eine „Lunatic Soul“isierung der Polen. Hinzu kam der überraschende Tod des “Riverside“ Gitarristen “Piotr Grudziński“. Diesen und andere Schicksalsschläge versucht “Mariusz Duda“, der Kopf hinter dem polnischen Prog-Flagschiff, auf ‘Fractured‘, seinem inzwischen schon fünftem Soloalbum, zu verarbeiten.

Trotz aller signifikanten Ähnlichkeiten zu seiner Hauptband wie beispielsweise “Duda“s prägnantem Gesang und dem auch hier vorhandenen Hang zu atmosphärischen Klanglandschaften, gibt es doch immer wieder einen entscheidenden Unterschied. Wie heißt es doch so schön im Booklet: „Electric Guitars and female vocals are not present on this album.“ Gut, weiblichen Gesang habe ich auf “Riverside“ Alben eher selten vernommen, doch die E-Gitarrenparts spielen dort seit jeher eine dominante Rolle. Auf ‘Fractured‘ gibt es allenfalls ein paar akustische Gitarrenklänge und die erinnern wohl ziemlich absichtlich an “Mike Oldfield“. Doch folkloristisch geht es auf ‘Fractured‘ eher nicht zur Sache. Elektronische Klänge und eine sehr präsente Rhythmusabteilung ziehen sich durch alle Songs. Einige davon haben einen regelrechten “Peter Gabriel“ Touch, wie überhaupt ‘Fractured‘ sehr songorientiert wirkt. Die Songs überzeugen durch eine schwebende Melancholie, die dann bei drei Titeln durch den Einsatz eines Symphonieorchesters dann fast schon bis ins Kitschige ausgeweitet wird. Aber eben nur fast, denn wer bei einem Song wie dem 12minüter ‘A Thousand Shards Of Heaven“ nicht berührt wird, der hat kein Herz. Hier bewegt sich “Duda“ auf Augenhöhe mit “Steven Wilson“.

‘Fractured‘ ist sicherlich “Duda“s persönlichstes und emotionalstes Album. Es ist ein großer Wurf. Wer nicht glauben mag, dass elektronische Klänge warm und beherzt klingen können, hat diese Scheibe noch nicht gehört.

Anspieltipp(s): A Thosuand Shards Of Heaven, Battlefield
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 24.11.2017
Letzte Änderung: 23.11.2017
Wertung: 12/15

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Von: Marc Colling @ (Rezension 3 von 3)


Viele Künstler haben ihre besten Alben in Zeiten größter Trauer aufgenommen. Lunatic Soul macht da keine Ausnahme. Was Duda hier an Emotionen, Wut, Trauer und Trotz gegenüber dem Unabwendbaren in seine Songs gelegt hat lässt den Hörer eine emotionale Achterbahnfahrt erleben. „Fractured“ ist, bei allem Respekt vor seinen anderen Solowerken, das bei weitem interessanteste Album. Es ist modern, luftig, anspruchsvoll, besitzt tolle Sounds und klingt nie überfrachtet was früher schon mal vorkam. Und Duda zeigt, dass er mit der Zeit geht. Er greift den „cleanen“ Sound der 80'er effektvoll auf um ihn in einem modernen Gewand zu präsentieren.

Auch dieses Album besitzt nur wenige akustische Klänge, denn außer A-Gitarre und hie und da ein Saxophon kann man nur rein elektronisch erzeugte Klänge hören. Doch mit den tranceartigen Klängen vergangener Zeiten hat das nicht mehr viel zu tun. Es geht eher wie im Titelsong FRACTURED hektisch-nervös mit flirrenden Synthies zur Sache.

Positiv auch Duda's mal emotionaler, mal anklagender Gesang. Das Album hat viel Text, weil Duda reichlich über sein Seelenheil mitteilen will. Dazu auf 2 Tracks ein Orchester, was den elektronischen Klängen wunderbar entgegen wirkt. Highlight ist der Longtrack A THOUSAND SHARDS OF HEAVEN, das zuerst mit A-Gitarre und einfühlsamem Gesang besticht um dann mit Bass, diverser Percussion und einem schrägen Saxophon Akzente zu setzen.

Insgesamt ein sehr modernes Werk, was uns Mariusz Duda da zu Ohren führt. Viel Elektronik, aber zu keinem Moment steril. Berührende Texte, gute Kompositionen die das richtige Lot zwischen Anspruch und Kommerz finden. Sollte dies tatsächlich das letzte Album von Lunatic Soul sein, so wie er es angedeutet hat, dann war es ein würdiger Abschluss.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.1.2018
Letzte Änderung: 1.1.2018
Wertung: 11/15
Trauer kann künstlerische Kreativität beflügeln

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Lunatic Soul

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2008 Lunatic Soul 10.00 2
2010 Lunatic Soul II 9.67 3
2011 Impressions 9.00 1
2014 Walking on a Flashlight Beam 11.67 3

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