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Single Celled Organism

Splinter in the Eye

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: HardRock; Neoprog; New Artrock; RetroProg; sonstiges
Label: Cargo Records/Afraid of Sunlight records
Durchschnittswertung: 9/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Jens Lueck Drums,Keyboards,Vocals,Bass,Programming
Jan Petersen Electric guitars
Katja Flinsch Violin,Violas (for Orchestra overdubs)
Volker Kuinke Recorders
Kai Ritter Voice (Dr.Abott Barnaby)
Ingo Salzmann Solo Guitar
Dieter Koch Guitars
Ekiss Giloc plectrum Bass
Annika Stolze Violoncellos (for Orchestra overdubs)
Isgaard Vocals
John Turner Voice ("Gabriel")

Tracklist

Disc 1
1. Prologue (The Mark of Cain) 3.33
2. Growing up 7.33
3. TV-Show 4.49
4. Flying home 2.37
5. New Horizons 7.30
6. Flies in my Head 2.38
7. I can't feel 2.41
8. The Call 1.21
9. The Virus 5.13
10. Splinter in the Eye 7.47
11. I see you (the regret) 5.43
12. Epilogue (Her poem) 6.01
Gesamtlaufzeit57:26


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Jens Lueck hat seit sich schon in frühen Jahren für die Musik begeistert. Daraus erwuchs später die Begeisterung für das Schlagzeugspiel und die Aufgaben des Toningenieurs. Lueck hat inzwischen als Produzent, Aufnahmeleiter und Mitkomponist unter anderem für Sylvan, Rainbow Serpent, Eloy, Syrinx Call und Rain for a Day gearbeitet.

Lueck hat schon lange den Wunsch umsetzen wollen, ein durch Art- und Prog-Rock beeinflusstes Album aufzunehmen. Da er sich die langsam entwickelnden Kompositionen bevorzugt, war ein ausgewachsenes Konzeptwerk naheliegend. Das erste Stück, das er für das vorliegende Album geschrieben hat („The Virus“), war direkt durch Porcupine Tree aus der Zeit von „Fear of a Blank Planet“ inspiriert.

In der dystopischen Konzeptgeschichte von „Splinter in the eye“ spiegelt sich die Vorliebe des Künstlers für die bizarren Szenarios wider. In diesem Fall wird die Geschichte einer unglücklichen Person in einem wissenschaftlichen (?) Labor erzählt und besungen, die dort ihre gesamte Kindheit und Teenagerzeit als ein Versuchsobjekt verbringt. In den ersten elf Lebensjahren wird sie – von der Welt vollkommen isoliert – ausschließlich von den Robotern bedient. Danach sollte sie bis zur Volljährigkeit der Medienwelt ausgesetzt und danach in die reale Welt entlassen werden. Leider (?) durchkreuzte der draußen ausgebrochene biologische Krieg diese Pläne, als das bedauernswerte Mädchen sechzehn war. In der Welt da draußen war es in der Zwischenzeit nämlich zu der Zuspitzung der Probleme gekommen, wie die religiös motivierten Konflikte, die Umweltverschmutzung und die sozialen Ungerechtigkeiten. Mit dieser Geschichte sollten wohl auch die dringenden Probleme unserer Zeit, wie die Kriege, die Isolation und die mediale Reizüberflutung angesprochen werden.

Zu den Aufnahmen von „Splinter in the Eye“ hat Jens Lueck einige Musikerkollegen und Kolleginnen eingeladen. Darunter sind drei Gitarristen (einer davon, Jan Petersen, hat mal bei Sylvan gespielt), eine Cellistin, ein Flötist und eine Geigerin. Die Sängerin Isgaard – im „echten“ Leben die Partnerin von Lueck – ist in vier Stücken zu hören. Der Projektchef zeichnet in erster Linie für das Schlagzeug und den zugleich angenehmen wie unauffälligen Gesang verantwortlich. Nur in der traurigen Ballade „I see you“ kann die Dramatik in der Gesangstimme schwer geleugnet werden. Damit erinnert mich die Stimmung an „The Wall“, noch ein Konzeptwerk über die Isolation.

Die Verbindung der verstörenden Konzeptgeschichte und der sich langsam steigernden Musik verlangt einem einiges an Geduld ab. Im meinem Fall hat sich diese aber gelohnt. Nach einigen Durchgängen begann ich die leicht versteckten Qualitäten des Albums wahrzunehmen. Hat man die Geschichte erst einmal verinnerlicht, könnte man dem überwiegend sehr bedächtig wirkendem Album auch eine leicht unheimliche Stimmung zuschreiben.

Die Musik empfinde ich als eine sanfte und melodische, sorgsam und durchdacht arrangierte Mischung aus Retro- und Neoprog, die nur selten auf rockigere Akzente zurückgreift. Umso überraschender wirken dann die harten Gitarrenriffs von „The Virus“, die nach acht sanften Stücken plötzlich um die Ecke kommen. (Das war wahrscheinlich mit der sich lange entwickelnden Konzeptgeschichte gemeint. In den ersten drei Minuten des Albums wird der Hörer zudem von dem fiktiven Dr. Barnaby zunächst einmal in die Geschichte eingeführt). Auch das auf „The Virus“ folgende Titelstück bietet die reizvollen Kontraste zwischen rockigen Gitarrenriffs und den atmosphärischen Passagen.

„Splinter in the Eye“ wird wahrscheinlich den toleranten und offenen Sympathisanten von Pink Floyd, Porcupine Tree, Sylvan, Genesis und Marillion (um mit nur wenigen Beispielen eine Richtung anzudeuten) zusagen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 25.10.2017
Letzte Änderung: 25.10.2017
Wertung: 10/15

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Von: Volkmar Mantei @ (Rezension 2 von 2)


Seit Ende 2015 ist dieses Ragazzi-Music-Dings finalmente acabou. Doch immer noch trudeln pausenlos CD-Päckchen da ein, wo sie früher willkommen waren. Und heute überwiegend eine Last sind, in fast jedem Fall komplett ignoriert. Selten steckt in diesen Päckchen die Musik, die diesem VM in den Kram passt.

Manchmal indes ist verblüffend, was sich die Welt da draußen so ausdenkt. So wie dieses Projekt. Zuerst einmal: was soll das da auf dem Cover heißen? Und warum steht es falschrum drauf? Als die CD schließlich doch im Player landet (das tun bei Weitem nicht alle Päckchen-Inhalte), spricht ein Dr. Abbott Barnaby seinen langen Text. Deutlich zu hören, dass Barnaby aus dem deutschen Sprachraum kommt, kein Brite würde seine Zunge derart verbiegen, um nichtkartoffelartige Laute hervorzubringen.

In der Folge geht es sehr lyrisch und hochmelodisch zu. Die Geschichte des Projektes kann online nachgelesen werden, wie sich herausstellt, ist ein Schlagzeuger mit profan deutschem Namen für das Werk verantwortlich.

Trotz der sehr sanften, perlenden Einspielung und der umfangreichen, ungemein weichen, zarten und bisweilen sehr süßlichen Gesänge spricht mich die Musik der zwischen Prolog und Epilog in zwei Teile gepackten, zwölfteiligen Songserie doch an. Die überwiegend im Stil und Geiste späterer Pink Floyd gehaltenen Kompositionen haben Schmackes und Idee. Instrumental ist hier nichts zu leicht oder bieder, wenn manches Arrangement auch hart an die Grenze zum Kitsch geht. Der Gesang in seiner hellen, weichen Eingängigkeit geht für meinen Geschmack schon mal darüber. Vor allem die weibliche Stimme ist mehrfach sehr nahe am Schlagerstil.

Musikalisch indes sind die Songs kraftvoll aufgebaut. Gutes, kerniges Schlagzeugspiel, überwiegend, wie so häufig leider songdienlich zurückhaltend gespielter Bass, eindrucksvolle Tastenarbeit und bisweilen harte, scharfkantige Gitarrenarbeit bauen interessante Songs aus. Die Ideen sind nicht hausbacken oder fade, nicht schlicht oder banal – und nicht tausendfach schon vorhanden. Zwar kann das Projekt kaum Alleinstellungsmerkmale aufweisen, dazu lehnt es sich zu sehr an Pink Floyd (ab „The Wall“) an, dazu arbeitet es zu typisch im zwischen Neoprog und AOR liegenden Melodic Prog, doch sobald es ins Instrumentale geht und dieser Zuckergesang beendet ist, macht sich kraftvolle, virtuose Musik auf – die viel mehr könnte, gäbe es mehr Freiraum dafür.

Indes, die Story hat es in sich, spannend, sie zu verfolgen.

Pink Floyd-Afficinados und Freunde des Alan Parsons Project dürfen sich auf ein überraschend anspruchsvolles Werk freuen. Avant-Freaks können indes Laub harken. Oder einen Spaziergang am einsamen Bodden machen.

Anspieltipp(s): The Call, Splinter in the Eye
Vergleichbar mit: späteren Pink Floyd, Alan Parsons Project
Veröffentlicht am: 7.11.2017
Letzte Änderung: 7.11.2017
Wertung: 8/15

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