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Hadal Sherpa

Hadal Sherpa

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Postrock; RetroProg; Spacerock; Worldmusic / Ethno; sonstiges
Label: Eigenverlag
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Vesa Pasanen Guitars, Bouzouki, Percussion
Ville Kainulainen Guitar
Sauli Marila Bass, Cello
Matti Elsinen Keyboards
Ilja Juutilainen Drums, Percussion

Gastmusiker

Pi Kiviharju Flute
Arttu Muhonen Percussion
Olli Rautianen Trumpet

Tracklist

Disc 1
1. Nautilus Part 1 7:54
2. Nautilus Part 2 7:57
3. Chafa Azeno 9:07
4. Ikaros 7:51
5. Heracleion 11:15
6. Marracech 7:24
7. Abyss 9:31
8. Black Elk 7:20
Gesamtlaufzeit68:19


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Hadal Sherpa kommen aus Vantaa, der viertgrößten Stadt Finnlands, die etwas nördlich von Helsinki liegt, inzwischen mit diesem aber weitestgehend verschmolzen ist, und zudem mit Espoo zur "Hauptstadtregion" (Pääkaupunkiseutu) zusammengefasst wird. Allzu viele biografische Informationen zur Band sind im Weltweiten Netz ansonsten nicht zu finden. Man wird wohl irgendwann im Verlauf des zweiten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends zusammen gefunden haben. Im Herbst 2017 legte die Gruppe jedenfalls ihr selbstbetiteltes Debütalbum im Eigenverlag vor.

Zwei Gitarren, Tasten, Bass und Schlagzeug sind auf "Hadal Sherpa" vor allem zu hören, ergänzt um allerlei Perkussion, etwas Flöte und selten ein Cello oder eine Trompete. Diese erzeugen einen munteren, verspielt und dynamisch dahin gleitenden Instrumentalprog, den treffend zu kategorisieren gar nicht so einfach ist. Skandinavische Eleganz, Retroprogressives, Jazzrock, Postrockiges, Jamrock und psychedelisch-spacerockige Einflüsse werden hier verschmolzen. Aufs erste Hören wird man die Musik der Finnen vielleicht am ehesten als Spacerock bezeichnen, verwandt mit dem der Landsleute von Hidria Spacefolk, Dasputnik oder Taipuva Luotisuora. Doch wie Letztere haben sich Hadal Sherpa recht weit von den für das Genre typischen Strukturen und Mustern entfernt. Das dynamisch-treibende, euphorisch-ungestüme Element des Genres (man lausche z.B. "Marracech") bestimmt aber auch die auf "Hadal Sherpa" zu hörende Musik.

Retroprogressives, aber gar nicht angestaubt klingendes Tastenwerk und diverses Elektronikflirren ist oft, wenn auch eher dezent im Hintergrund wabernd zu hören, über dem die meist doppelt besetzten Gitarren filigran, jazzig-rockig und verspielt wuseln. Getragene Flöteneinlagen, bzw. ähnlich klingende Tastensounds, sorgen bisweilen für skandinavische Elegie, doch ist man meist eher druckvoll und bewegt am rocken. Gewisse slawisch-nahöstliche, von der Bouzuki beigesteuerte Elemente sind bisweilen auszumachen (in "Chafa Azeno" z.B., oder dem schon erwähnten "Marracech"), und humorvoll-schwungvolle Surf-Reminiszenzen (man höre wieder "Chafa Azeno", welches bisweilen Nummern der Ventures zu zitieren scheint). Eher vom Postrock stammendes melancholisch-kantiges Klangwallen und -hallen ist zudem zu hören ("Ikaros" sei als Beispiel genannt), welches aber durch sattes Retrogeorgel, floydiges Gitarrenjaulen und jazzig-flirrende Gitarrenlinien einen ganz eigenen Charakter bekommt. Bisweilen wabert die Musik auch ehe atmosphärisch-symphonisch dahin (am Anfang von "Abyss" z.B.), ein wenig neo-psychedelisch oder retro-floydig, leicht angedüstert, und versehen mit viel Hall und Volumen. Gefolgt werden solche Stellen natürlich vom zu erwartenden deftigeren Ausbruch.

"Hadal Sherpa" ist ein ausgesprochen unterhaltsames Album mit einem druckvoll-luftigen, sehr farbigen und engagiert vorgetragenen Instrumentalprog, der wohl am ehesten Spacerockadepten zusagen sollte, auch wenn hier kein klassischer Spacerock geboten wird. Ein starkes Debüt!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.10.2017
Letzte Änderung: 31.10.2017
Wertung: 12/15

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