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Swans

Deliquescence

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: live; Independent / Alternative; Postrock
Label: Young God Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michael Gira Gesang, Gitarre
Norman Westberg Gitarre
Christoph Hahn Lap Steel, Loops
Phil Puleo Schlagzeug, Dulcimer
Christopher Pravdica Bass
Paul Wallfisch Klavier, Orgel, Mellotron

Tracklist

Disc 1
1. The Knot 45:38
2. Screen Shot 7:51
3. Cloud Of Forgetting 16:01
4. Deliquescing 10:09
Gesamtlaufzeit79:39
Disc 2
1. Cloud Of Unknowing 29:22
2. The Man Who Refused To Be Unhappy 9:44
3. The Glowing Man 36:21
Gesamtlaufzeit75:27


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Ein Konzert von Swans ist ein besonderes Erlebnis. Man hört und sieht es nicht einfach, man fühlt es. Mit dem ganzen Körper. Die infernalische Lautstärke lässt jede einzelne Faser des Körpers erzittern. Dass man sich derartigen Aufführungen nur mit ausreichendem Gehörschutz nähren sollte, dürfte nicht überraschen; andernfalls war’s das nämlich weitgehend mit hören.

Aber diese Warnung wird bald nicht länger von Nöten sein, denn schon vor einiger Zeit hat Michael Gira angekündigt, diese Besetzung der Band nach Abschluss der Herbsttournee 2017 aufzulösen. Also ergriff ich die vermutlich letzte Gelegenheit, diese Swans-Besetzung live zu erleben, und als die am Verkaufstresen feilgebotene Doppel-CD Deliquescence von der Verkäuferin mit den Worten “this is essentially what you will hear tonight“ angepriesen wurde, griff ich beherzt zu. Erhältlich ist das auf 3000 Exemplare limitierte Album übrigens nur bei Konzerten oder über den Webshop des Labels. Die Aufnahmen zu Deliquescence entstanden 2016 und 2017 bei Konzerten in Berlin und San Francisco. Man bekommt also kein zusammenhängendes Konzert, aber das stört mich nicht so sehr.

Natürlich kann so ein Mitschnitt nie auch nur ansatzweise die Erfahrung physischer Anwesenheit ersetzen. Dennoch ist die brachiale Wucht der Musik, ach was, der Lärmeruptionen auch hier beeindruckend. Ganz Swans-typisch ist die Musik über weite Strecken von Repetitivität geprägt, die in den bis zu 45 Minuten langen Stücken bis zum Exzess betrieben wird. Mal quälend langsam zu ebenso quälend langsam hervorgebrachten, langgezogenen Lautäußerungen Michael Giras, als würde er die Ödnis nach einer globalen Apokalypse besingen (Cloud of Unknowing z.B.); dann wieder brutal im Stakkato hämmernd wie in der zweiten Hälfte von The Glowing Man, wo Christoph Hahn (neuerdings übrigens bei Pere Ubu) die Lap Steel derart kreischen lässt, dass es einem schier das Hirn zerfräst.

Einige der hier erspielten Stücke (Nr, 1, 4, 6) gibt es sonst auf keinem Album der Band, und gemäß den Anmerkungen im Booklet wird es auch keine Studioversionen davon geben. Das einleitende The Knots, mit einer Dreiviertelstunde selbst für Swans wahrhaft monumental, basiert dabei laut Booklet (das lesenswerte Anmerkungen von Michael Gira zu allen Stücken enthält) in Teilen auf dem älteren Stück No Words, No Thoughts.

Ein rundum empfehlenswertes Livedokument ist Deliquescence also, für den Swans-Kenner sowieso, aber auch Neueinsteiger bekommen hier einen guten Eindruck davon, wie die zweite Inkarnation der Band klingt. Wie eingangs bereits erwähnt, ist diese Besetzung nach Abschluss der 2017er Tour Geschichte; Michael Gira plant jedoch, weiter unter dem Namen Swans aktiv zu sein, dann aber eher als Soloprojekt mit wechselnden Mitmusikern statt als feste Band. Es besteht also doch noch die Chance, zumindest eine andere Inkarnation von Swans in Zukunft live zu erleben.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 1.11.2017
Letzte Änderung: 1.11.2017
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Swans

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1995 The Great Annihilator 10.00 1
1996 Soundtracks for the Blind 13.00 1
2010 My Father Will Guide Me up a Rope to the Sky 10.00 1
2012 The Seer 13.50 2
2014 To Be Kind 12.00 1
2016 The Glowing Man 12.00 1

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