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Os Mutantes

Tudo Foi Feito Pelo Sol

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974 (CD-Reissue 2016)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Som Livre
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Sérgio Dias Guitars, Sitar, Vocals
Túlio Mourão Hammond Organ, Piano, Minimoog, Vocals
Antônio Pedro Bass, Vocals
Rui Motta Drums, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Deixe Entrar um Pouco d'Água no Quintal 5:03
2. Pitágoras 6:56
3. Desanuviar 8:15
4. Eu Só Penso em Te Ajudar 4:58
5. Cidadão da Terra 5:35
6. O Contrário de Nada É Nada 2:58
7. Tudo foi Feito pelo Sol 8:46
8. Cavaleiros Negros   (Bonustrack CD-Reissue) 8:36
9. Tudo Bem   (Bonustrack CD-Reissue) 4:23
10. Balada do Amigo   (Bonustrack CD-Reissue) 3:34
Gesamtlaufzeit59:04


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Os Mutantes (die Mutanten) formierten sich 1966 in Sao Paulo, als sich die Brüder Arnaldo Baptista und Sérgio Dias Baptista mit der Sängerin Rita Lee zu einem Trio zusammen taten. Ursprünglich nannte sich die Band Six Sided Rockers, doch vor einem Auftritt im Brasilianischen Fernsehen änderte man den Namen in Os Mutantes, den die Gruppe bis heute trägt.

Das Trio betätige sich zuerst in psychedelischen Beat-Gefilden, integrierte dann vermehrt südamerikanisch-hispanische Elemente, und galt Ende der 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts als wichtiger Vertreter des Tropicalismo. 1971 erweiterte man sich zum Quintett, und wand sich, vor allem nachdem 1972 Rita Lee die Gruppe verlassen hatte, progressiveren Gefilden zu. Das 1974 erschienene "Tudo Foi Feito Pelo Sol" gilt als Höhepunkt dieser Phase der Bandgeschichte. Unlängst (2016) wurde das Album vom brasilianischen Label Som Livre neu auf CD aufgelegt, im Digipack, und versehen mit drei Bonusnummern.

Einen klangvollen Rock haben Os Mutantes (die sich für diese Veröffentlichung übrigens nur noch Mutantes nannten, wie das Cover zeigt) hier im Angebot, der nicht selten durchaus symphonisch-progressive Gefilde erreicht. In den kürzeren Nummern ist das Quartett (Gitarre, Tasten, Bass, Schlagwerk) meist schwungvoll bis härter am rocken, eher geradlinige und nicht sonderlich komplex, wobei aber immer wieder fiepende und hupende Synthesizereinlagen und allerlei Georgel für progressive Abschweifungen sorgen (man höre z.B. "Eu Só Penso em Te Ajudar"). Rock’n’Roll auf Portugiesisch ist auch zu vermelden ("O Contrário de Nada É Nada"), zum Glück nur knapp drei Minuten lang.

Wie zu erwarten sind es dann die längeren Nummern, die man als wirklichen Prog ansehen kann. Recht vertrackt, farbig und ausschweifend ist die Band hier zu Gange, bestimmt von Túlio Mourãos Tastenarbeit (Minimoog und Orgel meist), und oft verziert mit allerlei elektronischem Zischen und Wabern, über dem die akustisch oder elektronisch-jaulend Gitarre soliert, vorangetrieben von der Rhythmusabteilung. Das trifft auf die ersten drei Tracks zu (insbesondere das lange "Desanuviar" – sicher der Höhepunkt der Scheibe), und natürlich das abschließende "Tudo foi Feito pelo Sol". Bis auf den recht expressiven, bisweilen auch im Chor erklingenden Gesang (ein wenig à la Queen) in der Landessprache sind eigentlich keine sonderlich brasilianischen Elemente auszumachen. Trotzdem, oder wegen des Gesangs, verströmt die Musik eine durchaus eigene Atmosphäre. Eine recht eigene Mischung aus orgellastigem Protoprog, Queen auf Portugiesisch und zeitgenössischem Mainstreamrock ist das, mehr oder weniger deutlich angereichert mit Progeinlagen (à la ELP).

Dem CD-Reissue wurden noch drei Nummern beigefügt, die 1976 auf einer EP namens "Caveleiros Negros" veröffentlicht wurden. Hier ist man noch etwas rockiger und mainstreamiger tätig, wobei wieder das lange Titelstück deutliche Progingredienzien aufweist. Die beiden kürzeren Nummern bieten dann eher gutgelaunten Honky-Tonk-Piano-Rock ("Tudo Bem"), bzw. eine stilistisch ähnlich gelagerte Ballade ("Balada do Amigo" - mit ziemlich schmalzigem Gesang).

"Tudo Foi Feito Pelo Sol" ist stellenweise ein recht unterhaltsames Album, das gelegentlich durchaus in klassisch-symphonische Proggefilde gerät. Die Kollegen von Terreno Baldio haben sich damals aber etwas überzeugender in diesen Regionen betätigt. Trotzdem kann "Tudo Foi Feito Pelo Sol" Freunden von melodisch-rockigem 70er-Prog aus Südeuropa (Italien, Spanien, Portugal) durchaus empfohlen werden.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.10.2017
Letzte Änderung: 1.11.2017
Wertung: 9/15

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