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Karakorum

Beteigeuze

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: HardRock; Krautrock; Psychedelic; RetroProg
Label: Tonzonen Records
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Max Schörghuber Gitarre, Gesang, Percussion
Bernhard Huber Gitarre, Gesang, Percussion
Axel Hackner Keyboards, Gesang
Jonas Kollenda Bass, Kontrabass, Gesang
Bastian Schuhbeck Schlagzeug, Percussion, Steelguitar, Schlaginstrumente, Gesang, Gesang

Tracklist

Disc 1
1. Part I 14:47
2. Part II 9:29
3. Part III 22:53
Gesamtlaufzeit47:09


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Einen eher ungewöhnlichen Weg haben Karakorum aus Mühldorf am Inn für ihr Debütalbum gewählt: Aus dem im Vorjahr als Eigenproduktion entstandenen Demo "Karakorum" wurde der dreiteilige Longtrack "Beteigeuze" ausgewählt, neu aufgenommen und und nun eben von Tonzonen Records als Digipack-CD und LP (natürlich limitiert) verlegt. In den grundlegenden Ablauf des Titeltracks hat man dabei nicht wesentlich eingegriffen, lediglich einige Instrumentalpassagen wurden verlängert (umgekehrt allerdings ist "Part I" hier geringfügig kürzer als auf dem Demo), sodass den zum Demo getätigten Ausführungen zum Aufbau dieses Stücks eigentlich nichts hinzuzufügen wäre. Noch immer gilt also, dass Karakorum hier krautigen Hardprog mit Jazz- und Psychedelic-Einflüssen bieten, der im wesentlichen aus einer Abfolge von geradlinig rockenden Passagen, balladesken Momenten und immer wieder eingeschobenen Dissonanzen besteht. Wohl und Weh dieser Nummer - spannende, energische Instrumentalpassagen und ein bunter Klang einerseits, etwas wehleidiger Gesang und schroffe Übergänge zwischen den Passagen andererseits - bleiben also bestehen.

Einen interessanten neuen Aspekt gewinnen tut "Beteigeuze" in seiner Neufassung aber durch die Produktion. Heuer klingt alles sehr viel klarer und voluminöser, was einige Abschnitte sehr viel prägnanter ausfallen lässt. Darunter fällt beispielsweise die Riffpassage um 10:00 herum in "Part I" (lustiges Detail: Auf dem Demo wurde "Part" jeweils noch zu "Pt." abgekürzt, hier dagegen wird ausgeschrieben) oder die Unisono-Frickelei von Orgel und Gitarre bei 3:30 in "Part II". Hier könnte ich mich schon mal zur Behauptung aus dem Fenster lehnen, dass diese bisweilen burlesken Zusammenkünfte von Gitarre, Bass, Keyboard und Percussion glatt Gentle-Giant-Qualitäten hätten, so sauber wirken die Arrangements hier. Da das (kompositorische, aber auch gesangliche) Drumherum aber bei weitem nicht so raffiniert ist, reicht dieser Vergleich allerdings nicht weiter. Zudem ließe sich argumentieren, dass die "saubere" Produktion gelegentlich auch übers Ziel hinausschießt: Gerade in "Part III" beispielsweise legt die neu gewonnene Transparenz den eher fadenscheinigen Zusammenhang zwischen einzelnen Spuren offen, was die Musik hier ein wenig künstlich wirken lässt.

Ansonsten machen einige besser produzierte Gesangspassagen immerhin noch die Intention des Tracks deutlich: Beteigeuze, der markante rötliche "Schulterstern" des Orions, droht innerhalb einiger tausend Jahre (vielleicht aber auch schon morgen) zur Supernova zu implodieren. Über die Auswirkungen einer solchen Katastrophe, die sich in kosmischem Maßstab vergleichsweise "nah" ereignen soll, wird seit längerem gestritten. Die Schwarzmaler jedenfalls prognostizieren bereits das Ende jeglichen Lebens auf der Erde - und Karakorum nehmen das zum Anlass, hier noch einmal die erkennbar zwischen Ausschweifung und Apathie variierende Erwartungshaltung der Menschheit vor dem Untergang zu porträtieren, freilich durch eine eher psychedelische Brille betrachtet. Auf dem Demo jedenfalls gingen die entsprechenden Textpassagen klanglich eher unter, hier dagegen sind sie verständlich.

Unterm Strich jedenfalls ist "Beteigeuze" allen Mängeln zum Trotz okay, selbst wenn man sich über die Dopplung zum Demo wundert. Pluspunkte sind wie erwähnt die Produktion, die diesen diversen Longtrack über die gesamte Spielzeit hinweg dynamisch und konsequent klingen lässt, und überhaupt die Ambition, gleich mal mit so einem Monstrum debütieren zu wollen. Negativ ins Gewicht fällt dagegen eben die Tatsache, dass die Fünfzehn- bis Zwanzigminüter nicht überall gleich spannend sind und einige Übergänge eher schroff ausfallen. Das größte Pfund allerdings dürfte wohl die Tatsache sein, dass Karakorum insbesondere unterstreichen, dass sie ihre Sache mit "Beteigeuze" auf der Ebene der Produktion ungleich ernster angehen - und das dürfte wohl auch die Frage nach der Absicht hinter dieser Neuaufnahme beantworten.

Anspieltipp(s): Na ja...
Vergleichbar mit: immer noch Birth Control, frühe Eloy & Co.
Veröffentlicht am: 1.11.2017
Letzte Änderung: 1.11.2017
Wertung: 9/15
Bonuspunkt für die bessere Produktion der Neuaufnahme

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Karakorum

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2016 Karakorum 8.00 1

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