SUCHE
Erweiterte Suche
NEUER LESESTOFF
Prog 50. Progressive Rock Around the World in Fifty Years (22.11.2017)
ARCHIV
NEUE REZENSIONEN
24.11.2017
Yes - Topographic Drama – Live Across America
Atlantropa - Project
Agusa - Agusa
Lunatic Soul - Fractured
23.11.2017
Grombira - Grombira
22.11.2017
Maat Lander - Seasons of Space - Book #1
Alan Simon - Songwriter
Wings Of Destiny - Kings Of Terror
Lifesigns - Cardington
Damn the Machine - Damn the Machine
King Crimson - Live in Chicago
French TV - Operation: Mockingbird
21.11.2017
French TV - Operation: Mockingbird
Peter Hammill - From the Trees
Orpheus Nine - Transcendental Circus
20.11.2017
Jeffrey Biegel - Manhattan Intermezzo
Badger - One live Badger
ARCHIV
STATISTIK
24111 Rezensionen zu 16476 Alben von 6407 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Johnny Bob

Carnival of the Brahma Sox

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Krautrock; Melodic Rock / AOR; New Artrock
Label: Kombüse
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Trafo vocals
Möbius guitar
Fliederjahn keyboards
Doktor Jest bass
Mondvogel drums

Tracklist

Disc 1
1. Beyond The Lines 7:41
2. The Electric Elf 3:47
3. See Yourself 3:05
4. Daniel The Peacock 5:53
5. Channel Knight 8:24
6. Emerald Lynx 3:40
7. Secret Möbilat 4:49
8. Scream Of The Butterfly 10:48
Gesamtlaufzeit48:07


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Diese Formation mit dem Wahlspruch „Blew out the candle, it was time to go“ liebt phantastische Geschichten. So wie die, nach der die Band, die schon vor ein paar Jahrzehnten die Konzerthallen der Welt bereiste und beachtliche Notierungen in den Billboard Hot Hundred verzeichnen konnte, einst gemeinsam mit King Crimson im Londoner Marquee-Club auftrat und von Robert Fripp himself von der Bühne komplimentiert wurde, weil man den Main Act nicht einfach so an die Wand spielen darf. Die Musiker trennten sich daraufhin und kamen erst vor ein paar Monaten wieder zusammen. Wer´s nicht glaubt, konsultiert einfach die Homepage.

Die Gruppenmitglieder sind durchweg mit Künstlernamen unterwegs, nicht, um im hysterischen Star-Rummel unerkannt zu bleiben, sondern als Hommage an die alten Krautrockbands, wie etwa Grobschnitt, Chicago und Mother´s Finest. Während diese Informationen aus erster Hand stammen, besagen andere aus weit weniger zuverlässigen Quellen, dass ein gewisser Üfü wegen unüberwindbarer musikalischer Differenzen aus der Band ausgestiegen ist, diese im Oktober 2017 endlich ihr erstes Album veröffentlicht hat und dessen Cover von der Anja (Walter) designed wurde.
Prima, Anja, das Cover ist top, enthält viele Motive der Liedtexte und ist angenehm in kalten Farben gehalten; es ist viel, viel besser als das letzte von Unitopia, da beißt die Maus keinen Faden ab.
Gut ist auch, dass das alles ganz vielen Leuten inzwischen gefällt.
Weiter mochte der Kritiker allerdings nicht scrollen, man hat ja auch noch etwas anderes zu tun.

Eine interessante Mischung haben die Norddeutschen da in Form gebracht, melodischer Artrock mit progressiven Elementen. Sie haben eine Kurzgeschichte von einem Autor mit dem Pseudonym Hannes Moorhahn, einer Art Bukowski von Kiel-Düsternbrook, vertont. Die Story ist zu abgedreht, um sie hier im Detail wiederzugeben. Es geht um Aliens, die Brahma Sox (Albumtitel), die einen Jahrmarkt infiltrieren (Albumcover!) und dort allerlei Durcheinander anrichten.

Es handelt sich also um ein Konzeptalbum; das Ensemble transformierte die literarischen Ambitionen des Vordenkers Moorhahn in subtil ausgearbeitete Kompositionen, die n.e.A. „überwiegend lagerfeuertauglich“ sein sollen, die Akustikgitarre dringt immer wieder durch die Abmischung. Der erste Track Beyond the Lines enthält schon im Titel die entscheidende Anspielung auf Songstrukturen, die den Hörer erwarten (und die wohl die Urheber inspirierten); man hat sich an Konzepten orientiert, für die u.a. Genesis bekannt wurden. Der Song mäandert zwischen straightem 4/4 und 7/8, ausgedehnte Instrumentalteile (ua. mit Querflöte) geben einen effektiven Vorwand für ordentlich strukturierte Klanggespinste ohne Improvisationsrisiken. Entgegen anderslautender Auskünfte scheint es nicht ausgeschlossen, dass Johnny Bob eine Sängerin auf´s Master geschmuggelt haben, die sich als Mann namens „Trafo“ (Abkürzung von Travolta“?) ausgibt.

Ja, die Geschichten…. Realität, Fiktion und Fantasy verschmelzen zu einem undurchschaubaren Gemenge an Aussagewünschen. Aber die Musik offenbart unwiderlegbare Fakten, mal rockig (Daniel the Peacock), mal mit ternärem Rhythmus (See Yourself), mal entspannt bis verträumt (The Electric Elf), mit mellotronartigen Keyboards und Wellengeräuschen (Scream of the Butterfly), Metrenwechseln, einigen Synthesizergimmicks und ein paar Studiotricks. Das achtminütige Channel Knight besteht aus mehreren sehr unterschiedlichen Teilen, die mit Instrumentalbrücken verbunden werden. Nach einem verhaltenen Midtempobeginn wird ab 3:34 von den Saitenmännern ordentlich Druck gemacht.

Besonders die langen Tracks überzeugen durch Ideenreichtum, was Komposition und Arrangement angeht. Emerald Lynx und Secret Möbilat (hat nichts mit Gelenksalbe zu tun und ist keine Vertonung des IKEA-Katalogs) fallen in puncto Komplexität und Gesangsparts etwas ab, wobei bei Letzterem Schlagzeug und Bass einen schönen Groove vorlegen.

Anspieltipp(s): Beyond the Lines
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 2.11.2017
Letzte Änderung: 3.11.2017
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

© 1999-2017; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum