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Architeuthis Rex

Urania

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: Elektronische Musik; Krautrock; RIO / Avant
Label: Utech Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Antonio Gallucci
Francesca Marongiu

Tracklist

Disc 1
1. Spacemetal #1 10:45
2. Urania 8:23
3. Esione 4:58
4. Basiliscus 6:32
5. Anfirite 9:57
6. Spacemetal #2 9:59
Gesamtlaufzeit50:34


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Architeuthis Rex kommen offenbar aus der Toskana (von wo genau dort, konnte ich nicht in Erfahrung bringen), und sind das Duo Antonio Gallucci und Francesca Marongiu. Einen ersten Tonträger hat man 2010 veröffentlicht (die CD "Dark As The Sea"). Mit "Urania" erschien dann im Jahre 2011 bei Utech Records eine zweite CD.

Architeuthis ist der Gattungsname der Riesenkalmare (fälschlicherweise auch Riesenkraken genannt). Offenbar sind sich Zoologen inzwischen einigermaßen darüber einig, dass es in dieser Gattung nur eine Art gibt, die den Namen Architeuthis dux bekommen hat. Architeuthis ist in der Natur somit nur ein Fürst, kein König. Das italienische Duo hat sich also nach dem fiktiven, furchteinflößenden und geheimnisvollen König der Riesenkraken benannt. Man gibt sich auch dementsprechend düster und mysteriös, wobei das hier rezensierte Album eher etwas mit den Sternen zu tun hat. "Urania" ist nämlich in der griechischen Mythologie die Muse der Astronomie (von Uranos, dem Himmel in Göttergestalt), und auch die Titel der Nummern nehmen meist Bezug auf das Weltall.

Wer hier was spielt wird im Begleitmaterial der ansonsten sehr hübsch verpackten Utech-CD nicht verraten. Elektronik- und Synthesizerklänge sind vorherrschend, dazu allerlei weiterer prozessierter Klang, bisweilen aber auch echte Perkussion und Stimmeinlagen. Das klangliche Ergebnis sind dichte Tonbilder irgendwo im Grenzbereich von kosmischer Elektronik, spacig-experimentellem Krautrock und noisiger Avantgarde, die sperrig, intensiv, und sehr atmosphärisch aus den Boxen gleiten. Auch wenn die Titel zweier Stücke etwas anderes implizieren, ist auf "Urania" keinerlei Metal zu finden.

Ausladende Tastenflächen und sonores Synthesizerwabern bzw. -dröhnen bestimmen die Musik, ergänzt um allerlei elektronisches Zirpen, Fiepen, Knattern und Zischen. Dazu kommt perkussives Klappern und Plingen, mitunter auch Schlagwerk, hallend-porzessierte, vermutlich mit E-Gitarre oder Bass erzeugte Töne, und diverse textlose, mitunter verfremdete Gesangseinlagen. Elektronisch-hektisch bis spacig-ausladend gleitet die Musik voran, durchdrungen vom kosmischen Geist der frühen Krautelektronik oder formlosen teutonischen (Rock-)Experimenten à la "Aumgn" von Can oder "The Marilyn Monro-Memorial-Church" von Amon Düül II. Bisweilen gibt es auch etwas rezentere Bezüge, erinnert z.B. das durchgehende Rhythmusmaschinenklappern im abschließenden zweiten Teil von "Spacemetal" an minimalistisch-punkige Experimente der frühen New Wave (von This Heat z.B., oder Cabaret Voltaire), wobei das begleitende Retroorgeln eher an den Anfang der 70er-Jahre des letzten Jahrhunderts gemahnt.

"Urania" ist eine ziemlich beeindruckende und originelle Klangschöpfung, die Freunden krautig-experimenteller Elektronikexkurse sehr empfohlen sei.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 5.11.2017
Letzte Änderung: 5.11.2017
Wertung: 12/15

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