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4S'D

Man or Muffin

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazz; Jazzrock / Fusion; RIO / Avant
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Thomas F Scott horns, keyboards, vocals
Billy Swann bass
Paul Sears drums
Mark Stanley guitar, bass
Ena Scott 4S'd-ette
Tara Scott 4S'd-ette
Dawn Scott 4S'd-ett
Susan Scott 4S'd-ette

Tracklist

Disc 1
1. Blind Opposite 4:53
2. Aftermath 5:49
3. Nectar Nymph 4:03
4. Distraction From Pain 4:05
5. Busy Hands 3:21
6. Another Lost Tomorrow 4:53
7. 2319 3:31
8. Nothing You Can Do 4:06
9. Drunken Pumpkin 3:36
10. The Deep 4:26
11. Little Fish Hooks 4:23
12. Sophie's Adventure 3:46
Gesamtlaufzeit50:52


Rezensionen


Von: Volkmar Mantei @


Man or Muffin – die alte Frage. Wer wird siegen? Die Menschen sind stark und klug – sie haben diesen ihren Feind erst erschaffen. Zugleich sind sie schwach, lechzen nach Anerkennung und Liebe. Und wenn ihnen dieses versagt bleibt, greifen sie nach Muffins. Füllen ihren Leib damit aus. Die Muffins senden ihre Moleküle bis in den letzten Winkel der unglücklichen Menschen, besetzen sie, besiegen sie. Die Muffins haben gewonnen.

Doch nein, es gibt Hoffnung! Der Mensch muss sich erheben, aus dem Elendstal des Jammers auferstehen, Wasser trinken, Turnschuhe anlegen und die Natur erobern. Joggen ist gut, Fahrradfahren macht mehr Spaß. Und peu a peu bauen sich die Muffins ab, verlieren die Herrschaft über den menschlichen Körper, versiegen und sind gescheitert.

Schließlich kommt der Mensch nach dem Sport zurück in die heimische Küche und nimmt verführerische Düfte wahr - - -

Die unendliche Geschichte wird von den vier ‚S‘ erzählt: Mr. Scott, Mr. Swann, Mr. Sears und Mr. Stanley. Unterstützt werden sie von den vier S’d-ettes – allesamt Scott’s. Auffällig, dass drei der vier Namen bereits einmal in einer Band aktiv waren, die den Muffins völlig erlegen war und die sich deshalb The Muffins nannten. Auf alten Bildern ist gut zu erkennen, wie süchtig nach Muffins The Muffins waren, weshalb sie sich The Muffins nannten und entsprechende Musik spielten.

Nun, die Herren sind bereits im gepflegten Erwachsenenalter, ihr Musikgeschmack ist gefestigt. So ist es kein Wunder, dass die 4S’D beinahe originär wie The Muffins klingen – frappierend!

Das Bandprojekt wurde im Juni 2008 aus der Taufe gehoben, als Tom Scott Bigband-Kompositionen für The Muffins schrieb. Daraus wurde schließlich „Palindrome“. Im Anschluss arbeitete Dave Newhouse, einstiger Muffins-Kollege dieser Herren, an Kompositionen für ein weiteres Albumprojekt. Schließlich stellten die beiden Komponisten, Tom Scott und Dave Newhouse, Freunde fürs Leben, fest, musikalisch nun getrennte Wege gehen zu wollen, um sich vollständig kreativ ausleben zu können. Dave Newhouse entwarf Moon Men, Tom Scott 4S’D.

Das Resultat der Moon Men wurde kürzlich beschrieben. Die 4S’D gehen einen ebenfalls sehr avantgardistischen Weg. Jazzrock britisch-amerikanischer Mixtur mit klarer canterburyianischer Inspiration in ziemlich lässiger, technisch erlesener Spielart zeichnet diese 12 Songs aus.

Einige Vokaltracks sind enthalten, an deren etwas liebliche Note ich mich gewöhnen musste. Die Komplexität ist außergewöhnlich wie die Handschrift der Band überhaupt. Doch der Gesang, ebenfalls im canterburyianischen Geiste, bedarf intensiven Zuhörens, um nachvollzogen werden zu können. Zwar klingen Stimme, Intonation und Gesangslinie keineswegs unnahbar, ganz im Gegenteil, zuerst zu leicht, geradezu unpassend, bis sich dieser Part nach und nach akzeptieren und nachvollziehen lässt. Denn fast scheint es, als säße dort ein Einfluss des 1980er Romantic Pop. Schwierig!

Als negativer Punkt sei zudem der etwas synthetische Eindruck einiger der Songs genannt. Paul Sears Schlagzeug klingt etwas steril und elektronisch, Tom Scott bringt eine schiere Überfülle an Keyboardklängen ein. Der Eindruck relativiert sich im Zuge des Albums, doch gerade im ersten Teil ist diese gewisse Kälte und Klangsterilität auffällig.

Dafür wird das Album von Song zu Song immer besser.

Das schwungvolle und kinderliedartige „2319“ ist der Wendepunkt. Von hier an wird der Sound energischer, intensiver, kerniger. Zwar erhält sich dieser kalte Klang, in Keyboards wie im Schlagzeug, doch die kompositorische Tiefe ist enorm. Zudem spielen die handwerklich ausgereiften Musiker großartig. Die Songs sind angenehm komplex und jazztrunken. Zuletzt ist der Sound ein Alleinstellungsmerkmal, das dem Album nicht negative oder fade Eigenschaften gibt, sondern fast charmant und cool wirkt.

Schließlich ist dieser grandiose schwarze Humor festzustellen, der stets präsent die feine Lässigkeit und das wirkungsvolles Selbstbewusstsein der Songs wie Band auszeichnet.

Man or Muffin – das Album will erobert sein, gibt dafür sehr viel zurück und zeichnet im, wenn man es so nennen will, progressiven Jazzrock eine Spur, die nur unbedingt weiterverfolgt werden muss.

Anspieltipp(s): 2319, Drunken Pumpkin, Nectar Nymph
Vergleichbar mit: The Muffins
Veröffentlicht am: 6.11.2017
Letzte Änderung: 6.11.2017
Wertung: 11/15

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