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Robin and the Modest

Eftychia

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Independent / Alternative; Rock / Pop / Mainstream; Postrock; Progmetal
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 11/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Tobi Vogel Guitars,Bass,Piano,Synthesizers,Programming,Vocals,Field Recordings,FX
Carl Michael Grabinger Drums on 1,2,3,6,8&9

Gastmusiker

Johannes Bert Additional Guitars on 1,2,6&7
Maria Grigoryeva Solo Violin and string section on 2&6
Tim Köhler Saxophon on 1&4
Birte Königshoff Vocals on 4
Jörn Schwarzburger Drums on 7
Gregor Diekmann Piano on 2

Tracklist

Disc 1
1. RUN   (Seite A) 3:53
2. Little Bird 4:28
3. The Mountain is calling 4:30
4. From Acapollo with Love 3:35
5. Winterlude 2:04
6. Eftychia   (Seite B) 5:19
7. Koralle 3:10
8. Crap it like it's hot 3:15
9. Lücken 3:57
Gesamtlaufzeit34:11


Rezensionen


Von: Christian Rode @ (Rezension 1 von 2)


Tobi Vogel aus Hamburg komponiert und produziert beruflich Auftragsarbeiten für Filme, Werbung und Spiele. Mit seinem Projekt „Robin and the Modest“ verwirklicht er seine Vorstellung von Musik jenseits von allen Vorgaben. Dabei merkt man gleichwohl, dass er aus der Filmmusikbranche kommt.

Zum einen ist der Sound ebenso perfekt wie episch, zum anderen stellt man schnell fest, dass jedes stilistische Mittel exakt an der richtigen Stelle sitzt und zweckmäßig und stilsicher komponiert worden ist. Wenn es etwa bei „The Mountain is calling“ druckvoll losrockt oder bei „Koralle" einem die Metalriffs um die Ohren schwirren, dann merkt man schnell, dass hier kein Hardrocker oder Metalhead aus Überzeugung am Werke ist, sondern der Hörer erlebt jede Facette der Musik im Gesamtkonzept der Komposition.

Anders als bei Auftragsarbeiten für Lidl, Schwarzkopf oder Die Bahn hat Vogel auf Eftychia Gelegenheit, seine Stücke auf Länge auszuarbeiten und mit allerlei reizvollen Details zu versehen. Schließlich läuft die Musik ja nicht mehr im Hintergrund. In der Hauptrichtung höre ich dabei eine Vorliebe für modernen Postrock mit einem gewissen Hang zur Gefälligkeit, ohne aber ins Kitschige abzurutschen. „Little Bird“ etwa verbreitet eine schwebende Leichtigkeit, feste Beats konterkarieren Streicherflächen und werden schließlich von Maria Grigoryeva an der Solo-Violine gefühlvoll belebt. Hat in der Melodie stellenweise ein wenig „War of the Worlds“-Flair und drückt schon ein wenig auf die Tränendrüse, schafft es aber gleichwohl nicht abzustürzen. Es ist bei einigen Stücken zuweilen ein Balanceact, der aber durchweg gelingt.

Das Album ist fast durchweg instrumental gehalten, wo Stimmen ins Spiel kommen, erfüllen sie auch nur die Funktion von menschlichen Instrumenten. Verstärkt wird Vogel durch eine Reihe versierter Musiker, die in den verschiedensten Bereichen von Pop bis Klassik gearbeitet haben. Das Händchen für perfekte Arrangements hat Vogel selbst.

Diese Art filmloser Filmmusik macht durchweg Spaß auf leicht gehobenem Niveau, wie ja auch schon der Titel des kurzweiligen, intelligent gestalteten Albums verheißt. „Eftychia“ gibt es als Download und als auf 300 Exemplare limitierte Vinyl-Ausgabe.

Anspieltipp(s): Little Bird, Eftychia, Koralle
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 20.12.2017
Letzte Änderung: 20.12.2017
Wertung: 11/15

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Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 2 von 2)


Eftychia ist ein griechischer Frauenname, der Glücklichsein bedeutet. Es wird vermutlich kein Zufall sein, dass der Hamburger Musiker Tobi Vogel den Namen als Titel für sein erstes Album gewählt hat. Denn die Musik vermittelt, trotz der manchmal durchschimmernder Melancholie, fast durchgehend ein positives Lebensgefühl. Falls man ein Gefühl überhaupt objektiv beurteilen kann.

Tobi Vogel verdient das Geld für seine Mahlzeiten mit der Filmmusik und es hat den Anschein, dass man das Cineastische in vielen seiner Stücke immer noch ausmachen kann. Solange es sich nicht um die Stücke handelt, die mit harten Gitarrenriffs aufwarten, wie beispielsweise „Koralle“. (Wobei die flirrenden Synthies der Nummer eher einen spacerockigen, als rein metallischen Anstrich verleihen). Den Begriff des Cineastischen könnte man dennoch auch auf „Koralle“ ausdehnen, weil für die ereignisreichen Action-Streifen doch bestens geeignet.

Für die vielschichtigen Arrangements sorgt Vogel fast im Alleingang, indem er die mehrspurig eingesetzten Gitarren (mal postrockig-melodisch, oder – viel seltener - betont rockig) um die gelegentlichen Synthesizer-Melodien, spartanischen Piano-Einwürfe, Field Recordings und die sehr sporadischen wortlosen Gesangsmelodien erweitert.

In den meisten Instrumentals lässt sich Vogel von einem technisch versierten Drummer begleiten, was eine weise Entscheidung gegen eine Drummaschine bedeutet. In vier Tracks hört man auch den Gastgitarristen Johannes Bert für einen fetteren Klang sorgen. Ganz besonders energetisch (und fett) ist das Zusammenwirken von zwei Gitarristen und der gastierenden Geigerin in dem metallischen Titeltrack ausgefallen.

Das in zwei Stücken erklingende Saxophon von Tim Köhler wurde ebenfalls sehr geschmackvoll eingesetzt, so dass der Hörer statt eines schnulzigen ein eher jazziges Gefühl vermittelt bekommt. Ähnliches gilt auch für die von Maria Grigoryeva in zwei Stücken gespielte Geige, deren Einsatz das richtige Händchen des Komponisten für hörenswerte Melodien unter Beweis stellt. Bei dem ansteckend positiven und gemäßigt rockenden „The Mountain is calling“ überkommt mich unvermittelt die Lust einen Berg zu besteigen, oder – sollte gerade kein Berg verfügbar sein - mindestens einen Western anzuschauen.

So ganz ohne bewegte Bilder kommt diese Musik eines Soundtrack-Profis wie Tobi Vogel auch nicht aus. Auf seinem offiziellen Youtube-Kanal kann man die Videoclips zu den vier Stücken des Albums betrachten.

„Eftychia“ gibt es als Download, oder als eine auf 300 Stück limitierte Langspielplatte (inklusive Downloadcode). Sobald man die auf dem LP-Inlay abgebildete, in Nebel gehüllte Waldlandschaft betrachtet, ist man in der richtigen Stimmung für das Gebotene.

Der griechische Frauenname steht in diesem Fall für erstklassigen Instrumentalrock, dessen Zuordnung zur progressiven Musik für mich außer Zweifel steht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.2.2018
Letzte Änderung: 27.2.2018
Wertung: 11/15

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