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24541 Rezensionen zu 16778 Alben von 6534 Bands.
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Lee Abraham

Colours

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Melodic Rock / AOR; Rock / Pop / Mainstream; sonstiges
Label: Festival Music
Durchschnittswertung: 9.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Lee Abraham guitars, keyboards, backing vocals
Alistair Begg bass
Gerald Mulligan drums

Gastmusiker

Dec Burke lead vocals, backing vocals
Marc Atkinson lead vocals, backing vocals
Gary Chandler lead vocals, backing vocals
Simon Godfrey lead vocals, backing vocals
Robin Armstrong lead vocals, backing vocals
Steve Overland lead vocals, backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Colours 4:40
2. Broken Dreams 6:28
3. Always Yours 6:17
4. Find Another Way 7:07
5. Warning Sign 5:03
6. Survive 6:29
7. The Mirror Falls 14:13
Gesamtlaufzeit50:17


Rezensionen


Von: Peter Meyer @ (Rezension 1 von 2)


Es ist traumhaft!!! In einer lauen Vollmondnacht mit der dream woman auf einer Bank am Granite Prospect in Brooklyn sitzen, mit Blick auf die Lower Manhattan Skyline, Zweisamkeit inmitten von Millionen. Und auf dem East River vereinigen sich die reflektierenden Lichter der Metropole zu einem bunten Strauß stimmungsvoller Farben. Für das Cover gibt´s schon mal die volle Punktzahl! Dieser Lee Abraham scheint ein hoffnungsloser Romantiker zu sein. Das schönste Cover dieses Jahres bildet einen Hammer-Kontrast zum hässlichsten. Das ist nicht von Unitopia ("The Dream Complete"), obwohl das natürlich ein heißer Anwärter wäre. Das hässlichste Cover 2017 ist zweifellos das von SikTh ("Future in Whose Eyes?"). Dem steht deren Musik kaum nach (das Auge hört mit!).

Das Auge und sogar das Ohr nahmen jetzt aber wieder schöne Dinge wahr. Schon auf dem Vorgänger „The Season´s Turn“ waren deutliche AOR-Elemente von Lee Abraham zu vernehmen, gradliniger Mainstream, das dürfte die Freunde des Vertrackten nicht so erfreuen, der Mann wird es noch in die Billboard Hot Hundred schaffen. Abraham räumte das auch ein, zumindest teilweise. Die sieben neuen Songs, so gab er zu Protokoll, hätten ein etwas anderes Feeling als die auf dem letzten Album. Trotz seiner Prog-Wurzeln habe er viel mit AOR-Einflüssen experimentiert, und er schiele damit auf Asia, Toto und das FM-Radio. Lee geht fremd!

Diesmal dürfen sich sechs Lead-Vokalisten versuchen, die machen ihre Sache sehr ordentlich. Was in den Tollgate-Studios/Hampshire ausgebrütet und den Dockside-Studios, Southampton abgemischt wurde ist, wie bereits angeklungen, glattpoliert und ein klein wenig oberflächlich (manche stehen ja auf Oberflächen), aber dynamisch und gut gelaunt eingespielt. Colours hat etwas von den Achtzigern, etwas von Bands wie REO Speedwagon oder Survivor, ist aber sehr viel weniger klebrig. Auch bei den übrigen Songs sind wohlfeile Akkordfolgen (Always Yours) und gekonnte solistische Gitarrenlinien in dichtgeknüpften Teppichen aus Synthesizerlayern eingebettet (v.a. Warning Sign, The Mirror Falls). Das muss natürlich jemandem gefallen, der sich kürzlich dahingehend outete, „Main Course“ von den Bee Gees gut zu finden.

Broken Dreams bei Wolkenbruch. Oh, wurde es nichts mit der Frau auf der Bank? Abraham äußerte sich auch zu den Texten auf „Colours“, es gehe vornehmlich um Liebe und Beziehungen, erbauliche und zerstörte. Broken Dreams, eine Power-Ballade wie Find Another Way und Survive, ist sehr passabel gemacht, entspanntes Gitarrentapping, schöne Melodien, klanglich endlose Weiten, erlesene Soli obendrauf.

Was ist nun mit dem einzigen Longtrack, der es sich aufgrund seiner exorbitanten Länge (ganze 14 Minuten!) mit FM und Konsorten verscherzen dürfte? Der beginnt instrumental als Pianoballade; der Sänger, in diesem Fall Gary Chandler, gibt sich erst ab Minute 4 ein Stelldichein. Stilistisch ist es das Gleiche wie in den vorausgegangenen 36 Minuten, nur hat man verschiedene Teile, getragene und schnelle, aneinandergereiht. Mit einem separierten Schlussteil, sozusagen als opulenter instrumentaler Epilog, endet „Colours“.

Ich schließe mich Marc Colling an, der zu „Season´s Turn“ befand: „Jeder Melodicprogfan kommt hier auf seine Kosten“ und ergänze: Asia-Freunde und Befürworter von Mike and the Mechanics besonders. Labeled als Progressive Rock, ist das eher ein AOR-Album, allerdings ein ziemlich gut gemachtes. RIO/Avant/Avantgarde-Hörer und Minimalismusfreaks sollten also die Finger davon lassen und sich nur das Cover anschauen.

Anspieltipp(s): The Mirror Falls, Warning Sign
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.12.2017
Letzte Änderung: 21.12.2017
Wertung: 10/15
Sauber produziert, aber wegen unvollständiger Progrelevanz können es an dieser Stelle nicht mehr als 10//15 sein.

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Von: Marc Colling @ (Rezension 2 von 2)


Noch ein paar Wochen und der Frühling wird uns wieder beglücken. Wer die passende Musik dazu sucht wird hier fündig. Lee Abraham schreibt den Soundtrack zu dieser neues Leben schenkenden Jahreszeit. Liebhaber komplexer Musik sind somit nicht angesprochen, denn der Künstler deutete bereits in Interviews an, dass auf „Colours“ AOR-Elemente zu hören seien. Und er hielt Wort.

Das wäre dann auch schon mein Hauptkritikpunkt am Album, der einige unserer Leser aber davon abhalten könnte mal ein Ohr zu riskieren. Bis auf den Longtrack THE MIRROR FALLS am Schluss des Albums zeigt er wenig Mut, auch mal krummtaktiges zwischen den ganzen Wohlklang zu packen. Bereits der Titeltrack COLOURS ist so locker-rockig, dass er Single-tauglich klingt.

Doch bei allem Wohlklang haben seine Songs doch einige bemerkenswerte Eigenschaften die dafür sorgen, dass es nicht zu gleichförmig wird: das beginnt bei den verschiedenen Sängern, die einen erheblichen Anteil am funktionieren der Tracks haben. Man meint fast, dass Lee Abraham seinen ausgewählten Vokalisten die Songs auf den Leib geschrieben hätte. Niveauvoller Wohlklang könnte man dazu sagen.

Dann die wirklich hervorragende Gitarrenarbeit des Künstlers. Seine Soli sind erstaunlich frisch und kreativ, fließen ihm locker von der Hand. Mit den meist im Hintergrund agierenden Keys schafft er sich die nötige Plattform. Natürlich kennt man das auch von anderen Künstlern, aber ihm gelingen starke Kompositionen die nicht eindimensional sind. Vorschreiber Peter hat das ja auch schon ausführlich erwähnt und ich pflichte ihm da zu.

Sicher trägt aber auch die gelungene Produktion dazu bei, dass das Album gefällt. Alles ist wunderbar räumlich aufgeteilt, die Transparenz stimmt und die Bässe knacken. So muss das sein bei MelodicProg. Erinnert mich öfter an Neal Morse denn an die oft zitierten Foreigner, Toto, Asia und ähnliche. Sooo AOR-lastig und glatt wie die ist er dann doch nicht. Oder zumindest anders. Naja, bei ALWAYS YOURS komm ich dann doch ins grübeln......das ist aber der einzige Moment, wo es mir wirklich zu viel wurde an Wellnessklang.

Mein persönlicher Höhepunkt ist erstaunlicherweise eine Ballade. FIND ANOTHER WAY ist zum Dahinschmelzen schön gespielt. So einen Song hätten Marillion mal wieder nötig, denn Lee Abraham erinnert auch wegen seines hervorragenden Gitarrensolos an die Band aus England. Daumen hoch.

Unterm Strich hat mir dennoch der Vorgänger „The Seasons Turn“ besser gefallen. Da waren 2 komplexere Longtracks drauf, was dem Album mehr Spannung verlieh. „Colours“ ist positiv, rockt ordentlich und hat Groove. Das lässt dich eher von der Musik abgleiten. Und zum Relaxen verleiten. Für Freunde des melodischen Prog klare Kaufempfehlung.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: siehe im Text
Veröffentlicht am: 23.1.2018
Letzte Änderung: 23.1.2018
Wertung: 9/15
Ideen hat er, doch mit etwas mehr Mut zu komplexeren Passagen wäre das Album noch besser

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Lee Abraham

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 Black & White 7.00 1
2014 Distant Days 9.00 1
2016 The Seasons Turn 11.00 1

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