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Lee Abraham

Colours

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Melodic Rock / AOR; Rock / Pop / Mainstream; sonstiges
Label: Festival Music
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Lee Abraham guitars, keyboards, backing vocals
Alistair Begg bass
Gerald Mulligan drums

Gastmusiker

Dec Burke lead vocals, backing vocals
Marc Atkinson lead vocals, backing vocals
Gary Chandler lead vocals, backing vocals
Simon Godfrey lead vocals, backing vocals
Robin Armstrong lead vocals, backing vocals
Steve Overland lead vocals, backing vocals

Tracklist

Disc 1
1. Colours 4:40
2. Broken Dreams 6:28
3. Always Yours 6:17
4. Find Another Way 7:07
5. Warning Sign 5:03
6. Survive 6:29
7. The Mirror Falls 14:13
Gesamtlaufzeit50:17


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Es ist traumhaft!!! In einer lauen Vollmondnacht mit der dream woman auf einer Bank am Granite Prospect in Brooklyn sitzen, mit Blick auf die Lower Manhattan Skyline, Zweisamkeit inmitten von Millionen. Und auf dem East River vereinigen sich die reflektierenden Lichter der Metropole zu einem bunten Strauß stimmungsvoller Farben. Für das Cover gibt´s schon mal die volle Punktzahl! Dieser Lee Abraham scheint ein hoffnungsloser Romantiker zu sein. Das schönste Cover dieses Jahres bildet einen Hammer-Kontrast zum hässlichsten. Das ist nicht von Unitopia ("The Dream Complete"), obwohl das natürlich ein heißer Anwärter wäre. Das hässlichste Cover 2017 ist zweifellos das von SikTh ("Future in Whose Eyes?"). Dem steht deren Musik kaum nach (das Auge hört mit!).

Das Auge und sogar das Ohr nahmen jetzt aber wieder schöne Dinge wahr. Schon auf dem Vorgänger „The Season´s Turn“ waren deutliche AOR-Elemente von Lee Abraham zu vernehmen, gradliniger Mainstream, das dürfte die Freunde des Vertrackten nicht so erfreuen, der Mann wird es noch in die Billboard Hot Hundred schaffen. Abraham räumte das auch ein, zumindest teilweise. Die sieben neuen Songs, so gab er zu Protokoll, hätten ein etwas anderes Feeling als die auf dem letzten Album. Trotz seiner Prog-Wurzeln habe er viel mit AOR-Einflüssen experimentiert, und er schiele damit auf Asia, Toto und das FM-Radio. Lee geht fremd!

Diesmal dürfen sich sechs Lead-Vokalisten versuchen, die machen ihre Sache sehr ordentlich. Was in den Tollgate-Studios/Hampshire ausgebrütet und den Dockside-Studios, Southampton abgemischt wurde ist, wie bereits angeklungen, glattpoliert und ein klein wenig oberflächlich (manche stehen ja auf Oberflächen), aber dynamisch und gut gelaunt eingespielt. Colours hat etwas von den Achtzigern, etwas von Bands wie REO Speedwagon oder Survivor, ist aber sehr viel weniger klebrig. Auch bei den übrigen Songs sind wohlfeile Akkordfolgen (Always Yours) und gekonnte solistische Gitarrenlinien in dichtgeknüpften Teppichen aus Synthesizerlayern eingebettet (v.a. Warning Sign, The Mirror Falls). Das muss natürlich jemandem gefallen, der sich kürzlich dahingehend outete, „Main Course“ von den Bee Gees gut zu finden.

Broken Dreams bei Wolkenbruch. Oh, wurde es nichts mit der Frau auf der Bank? Abraham äußerte sich auch zu den Texten auf „Colours“, es gehe vornehmlich um Liebe und Beziehungen, erbauliche und zerstörte. Broken Dreams, eine Power-Ballade wie Find Another Way und Survive, ist sehr passabel gemacht, entspanntes Gitarrentapping, schöne Melodien, klanglich endlose Weiten, erlesene Soli obendrauf.

Was ist nun mit dem einzigen Longtrack, der es sich aufgrund seiner exorbitanten Länge (ganze 14 Minuten!) mit FM und Konsorten verscherzen dürfte? Der beginnt instrumental als Pianoballade; der Sänger, in diesem Fall Gary Chandler, gibt sich erst ab Minute 4 ein Stelldichein. Stilistisch ist es das Gleiche wie in den vorausgegangenen 36 Minuten, nur hat man verschiedene Teile, getragene und schnelle, aneinandergereiht. Mit einem separierten Schlussteil, sozusagen als opulenter instrumentaler Epilog, endet „Colours“.

Ich schließe mich Marc Colling an, der zu „Season´s Turn“ befand: „Jeder Melodicprogfan kommt hier auf seine Kosten“ und ergänze: Asia-Freunde und Befürworter von Mike and the Mechanics besonders. Labeled als Progressive Rock, ist das eher ein AOR-Album, allerdings ein ziemlich gut gemachtes. RIO/Avant/Avantgarde-Hörer und Minimalismusfreaks sollten also die Finger davon lassen und sich nur das Cover anschauen.

Anspieltipp(s): The Mirror Falls, Warning Sign
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 21.12.2017
Letzte Änderung: 21.12.2017
Wertung: 10/15
Sauber produziert, aber wegen unvollständiger Progrelevanz können es an dieser Stelle nicht mehr als 10//15 sein.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Lee Abraham

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2009 Black & White 7.00 1
2014 Distant Days 9.00 1
2016 The Seasons Turn 11.00 1

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