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Moto Perpetuo

Moto Perpetuo

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974 (CD-Reissue 2017, Warner Music Brasil)
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Continental
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Guilherme Arantes Vocals, Keyboards, Piano
Egydio Conde Guitars, Vocals
Diogenes Burani Drums, Percussion, Vocals
Gerson Tatini Bass, Vocals
Claudio Lucci Violin, Cello, Guitar, Vocals

Tracklist

Disc 1
1. Mal o Sol 2:52
2. Conto Comico 2:53
3. Verde Vertente 3:17
4. Matinal 4:33
5. Tres e eu 5:16
6. Nao Reclamo da Chuv A 2:31
7. Duas 2:18
8. Sobe 3:18
9. Seguir Viagem 1:44
10. Os Jardins 3:01
11. Turba 6:01
Gesamtlaufzeit37:44


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Moto Perpetuo aus Sao Paolo waren wohl eine Art von Studentencombo, da alle Beteiligten der 1973 entstandenen Band damals an der Universidade de São Paulo Architektur studierten. Die Sache wuchs aber schnell über ein Hobbyprojekt hinaus, und Anfang 1974 fand sich das Quintett um den Sänger und Tastendrücker Guilherme Arantes in einem Tonstudio wieder, um ihr erstes (und einziges) Album aufzunehmen. Dasselbe erschien noch im selben Jahr, und kam durchaus gut an, was offenbar Arantes dazu anregte, eine Solokarriere zu starten. Das hat wohl auch sehr gut geklappt, ist er doch bis heute ein durchaus bekannter Name in brasilianischen Rock- und Popkreisen. Das Studium hat er dann natürlich an den Nagel gehängt. Und mit Moto Perpetuo war es 1975 dann auch vorbei. Die Band löste sich auf.

"Moto Perpetuo", im LP-Original eine recht seltene Angelegenheit, wurde mindestens dreimal auf LP oder CD neu aufgelegt, zuletzt 2017 von Warner Music Brasil, und ist zumindest von brasilianischen Verkäufern recht günstig zu beziehen. Der Klang dieser letzten Neuauflage ist hervorragend, und stammt offenhörlich von den Masterbändern.

Eine farbige Mischung aus lusitanischem Mit-70er-Pop, Rock und klassischem Prog ist auf dem Album zu finden, bisweilen mit leichtem Folk- oder Jazzeinschlag, aber ohne irgendwelche (bis auf die Sprache) deutlichen brasilianischen Ingredienzien. Das Album könnte auch als portugiesisch-europäische Produktion durchgehen.

Die Stimme Arantes steht im Zentrum der Musik, bleibt eher auf der getragen-klagenden Seite des Sangesspektrums, ohne es allerdings mit Schmacht und Ausdruck zu übertreiben. Dazu gibt es meist akustisches Gitarrengeklampfe (eine E-Gitarre jaul, ausladenden Pianolinien, allerlei Keyboardfüllsel (E-Orgel meist), seltene Einlagen an Violine oder Cello, und natürlich die Rhythmusabteilung. Eher luftig und rund ist man am musizieren, doch bisweilen knurrt der Bass kerniger auf (man höre z.B. "Os Jardins"), steigert sich die Expressivität des musikalischen Gemenges, und die Musik gerät in durchaus klassische Proggefilde. Die diesbezüglichen Höhepunkte sind mal wieder die beiden längsten Nummern, das verspielt-akustisch beginnende "Tres e eu", das sich in einen dichten und komplexen Progsong verwandelt, und das abschließende, leicht wüst-angeschrägt beginnende "Turba".

"Moto Perpetuo" ist ein nettes kleines Album mit Folk-Pop-Prog aus Brasilien, welches sich in jeder Sammlung mit "exotischen" Abstechern in unser Genre gut macht.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 23.12.2017
Letzte Änderung: 29.12.2017
Wertung: 9/15

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