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Schlammpeitziger

Spacerokkmountainrutschquartier

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1997
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Krautrock
Label: A-Musik
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jo Zimmermann Klang

Tracklist

Disc 1
1. Hirnrindenritt 5:32
2. Honkytonk Schlickummpittz 4:56
3. Hallimaschbomba im Kreisverkehr 5:21
4. Dieläyouda 5:47
5. Bienenkopfkorbgeflecht 5:23
6. Mausefaltenfripp 4:08
7. Spacerockmuntainrutsch 4:09
8. Discoboingbeach 4:57
9. Salz und Brote auf Lanzarote 5:06
10. Eine Wiege im Wald 2:15
Gesamtlaufzeit47:34


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Der Schlammpeitzger (oder Schlammbeißer) gehört zur Gattung der Schmerlen, und ist ein in ganz Europa verbreiteter Fisch, der in bestimmten Gegenden Süddeutschlands auch den Namen Furzgrundel oder Gewitterfurzer trägt. Das hat wohl mit der Fähigkeit der darmatmenden Fische zu tun Luft zu schlucken, die diese bei Bedrohung über den After geräuschvoll wieder abgeben. Inspiriert davon hat sich der in Köln beheimatete Klangbastler Jo Zimmermann den leicht abgewandelten Künstlernamen Schlammpeitziger zugelegt, unter dem er seit dem Jahre 1993 Tonträger veröffentlicht.

Das hier rezensierte, 1997 erschienene "Spacerokkmountainrutschquartier" war das dritte Album des Projekts (oder das vierte, wenn man eine 1994 veröffentlichte Split-LP mitzählt), und das erste auch auf CD aufgelegte. Eingespielt wurde die hier zu findende Musik von Zimmermann wohl weitestgehend im Alleingang, in einer Lokalität namens "Auf dem Brett Studio Köln". Man sieht schon, allzu Ernst nimmt sich der Schlammpeitziger nicht (man beachte auch die Songtitel), was aber nichts an der Tatsache ändert, dass er durchaus originellen Klang im Angebot hat.

Seit Mitte der 80er hat Jo Zimmermann vornehmlich mit (eher preiswerten) Synthesizern und Keyboards experimentiert, und daraus einen deutlich an die Produktionen der Weserberglandschule (Cluster, Harmonia, Liliental und das Solowerk von Moebius und Roedelius) angelehnten Stil entwickelt, der dann auf den Schlammpeitziger-Alben voll entwickelt war. Eine krautig-verspielte LoFi-Elektronik ist auch auf "Spacerokkmountainrutschquartier" zu finden, farbig-harmonische, dabei seltsam skurrile Gemenge an Elektronikklang, humorvoll und verquer, leicht experimentell und gelegentlich angeschrägt, ohne das diese in metaphysisch-blubbernde, kosmisch-sphärische Gefilde geraten. Das Wort Spacerock taucht zwar im Titel auf, doch allzu sehr rocken tut diese Musik nicht. Eher purzeln die Klänge munter und leicht wirr voran, mal von einer Rhythmusmaschine perkussiv untermalt, mal freier wabernd und pulsierend.

Wie schon angedeutet hätten diese Musik bei Erscheinen auch als bisher unveröffentlichtes Cluster-Album aus den 80ern, oder vielleicht als Moebius-Solo-Album durchgehen können. Anderes klingt fast nach Kraftwerk in ihren besten Zeiten (man höre z.B. "Honkytonk Schlickummpittz"). Alles in allem ist der Schlammpeitziger jedenfalls ähnlich rund, minimalistisch und verspielt zu Gange wie die Düsseldorfer Kollegen gegen Ende der 70er. Wirklich experimentell wird das Gebotene selten, und angeschrägte Momente, wie z.B. im treffend betitelten "Mausefaltenfripp", das Fripp-artige Soundscapes gepaart mit monotonen elektronischen Rhythmusmustern bietet, sind eher die Ausnahme. Fast geht es bisweilen ein wenig zu flauschig und gutgelaunt zu (man höre z.B. "Salz und Brote auf Lanzarote"). Reichlich seltsam ist das klangliche Ergebnis aber trotzdem.

Wer also die elektronisch-kurzweilige Spielart des Krautrock schätzt, und nichts gegen einen gewissen dilettantischen, aber sehr sympathischen Charme einzuwenden hat (der aber bei einem Großteil der ursprünglichen Krautproduktionen auch zu finden ist), der sollte die Musik des Schlammpeitzigers einmal antesten. "Spacerokkmountainrutschquartier" wäre da sicher ein geeignetes Einstiegsalbum.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.12.2017
Letzte Änderung: 25.3.2018
Wertung: 10/15

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