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SBB

Live in Marburg 1980. The Final Concert

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Jazzrock / Fusion
Label: Universal Music Polska
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jozef Skrzek Keyboards, Vocals
Slawomir Piwowar Guitar
Apostels Anthimons Bass
Jerzy Piotrowski Drums

Tracklist

Disc 1
1. Gelb 11:12
2. Blau 15:35
3. Rot 19:45
Gesamtlaufzeit46:32
Disc 2
1. Freedom with us 5:25
2. 3rd Reanimation 3:17
3. Weiss 7:56
4. Purpurrot 15:17
5. Grün 13:35
6. Scarlet 6:24
7. Schwarz 2:55
Gesamtlaufzeit54:49


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Im Herbst 1980 begaben sich SBB (wieder einmal) auf eine Tournee durch Westdeutschland. Es sollte die letzte für lange Zeit sein, den Ende des Jahres löste sich die Band um Jozef Skrzek auf. Die letzte Station der Konzertreise war Marburg, wo SBB am 10. November im Audimax der Universität auftraten. Das Ganze wurde offenbar relativ professionell mitgeschnitten, was es dem polnischen Zweig der Universal nun ermöglicht "Live in Marburg 1980" auf CD zu veröffentlichen. Das Material ist allerdings nicht zum ersten Mal auf Tonträger erhältlich. Schon 2008 wurde der Mitschnitt in identischer Verpackung in kleiner Auflage in Polen veröffentlicht. Die Klangqualität ist übrigens hervorragend.

Das Ende der Band war an jenem Abend wohl schon beschlossen, denn Skrzek teilt in der Ansage zum Auftritt mit, dass es sich um das letzte Konzert der Formation handelt. Der vollständige Titel dieses Albums lautet daher "Live in Marburg 1980. The Final Concert".

SBB wurden (Konzertplakate sind im Beiheft abgedruckt) als "Polens Rock Band No. 1" angekündigt, als "beliebteste Band des Ostens", und als erfolgreicher Festivalakt, der u.a. schon mit Bob Marley, Rory Gallagher, Elvis Costello und Wallenstein auf der Bühne gestanden hat. Zudem wird dort behauptet, dass die Band schon 40 LPs im Osten veröffentlicht hat, was trotz der etwas unübersichtlichen Veröffentlichungspraxis der Band schwer übertrieben ist. Veranstaltet hat das Konzert übrigens der AStA-Jazz-Rock, womit wir auch bei der Musik angekommen wären.

Skrzek stellt in seiner Ansage fest, dass SBB "not really a rock band" seien, und dementsprechend entspannt und jazzig geht es auf "Live in Marburg 1980" auch zu. Die Quartettbesetzung von SBB mit Slawomir Piwowar ist hier zu hören, die auch das letzte polnische Album (siehe "Memento z banalnym tryptykiem") eingespielt hat. Im Gegensatz zu jenem Album, und auch im Kontrast zur Konzertaufnahme vom April 1980 (siehe "Warszawa 1980"), ist Apostolis Anthimos durchweg nur am Bass zu hören (sehr verspielt allerdings), während Skrzek sich ganz auf die Tasten konzentriert. Doppelt besetzte E-Gitarren oder gar Schagzeugduelle - wie einst - gibt es hier also nicht zu hören.

Einen schwungvollen, durchaus abwechslungsreichen, weitestgehend instrumentalen Jazzrock haben SBB am Ende ihres Bestehens im Angebot, der nur noch gelegentlich symphonisch-progressiv angereichert wird. Ein paar Fragmente bekannterer Nummern aus dem Bandrepertoire gibt es zu hören (vor allem das unverwüstliche "Fredom with us"), ansonsten jazzrockt sich die Band durch allerlei ausgedehnte Jams (die wohl erst nachträglich die Farben-Titel bekommen haben), druckvoll, farbig und dicht, aber auch etwas harmlos, zu unaufgeregt, und ohne wirklich eigenen Charakter. Solcherlei Musik hat man Ende der 70er und Anfang der 80er (und natürlich auch schon vorher) jedenfalls zu Hauf gehört, wenn auch nicht notwendigerweise besser vorgetragen. Die vier Musiker haben sicher alles auf dem Kasten, was man für solcherlei Musik braucht. Zum Abschluss kehrt die Band mit "Schwarz" zu ihren bluesig-rockigen Wurzeln zurück, und beendet damit ihre Livetätigkeit, wie sie sie Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts begonnen hat.

Schlecht ist das alles also sicher nicht, und wer perfekt gespielten Jazzrock mit prominenter Tastenpräsenz schätzt, der liegt hier richtig. SBB-Fans können sich das Album auch als eine Art wichtiges Zeitdokument zulegen, welches zudem einen erstklassigen Sound hat. In progressiv-rockiger Hinsicht, und auch in Bezug auf Dampf und Kanten, ist "Warszawa 1980" aber als Konzertvermächtnis der Quartettbesetzung von SBB "Live in Marburg 1980" klar vorzuziehen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 27.12.2017
Letzte Änderung: 28.12.2017
Wertung: 9/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von SBB

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 SBB 10.00 1
1975 Nowy Horyzont 10.00 2
1976 Pamiec 11.50 3
1977 Ze slowem biegne do ciebie 12.75 5
1977 Jerzyk 7.00 1
1977 Follow my dream 11.00 2
1978 Welcome 9.00 1
1978 SBB (Wolanie O Brzek Szkla) 13.00 1
1978 SBB (Amiga Album) - 1
1979 Slovenian girls 12.00 1
1980 Memento z banalnym tryptykiem 10.00 1
1994 live 1993 8.00 1
1999 absolutely live '98 11.00 1
2001 Karlstad Live 12.00 2
2001 Budai Ifjusagi Park Live '77 12.00 1
2002 Freedom Live - Sopot '78 11.00 1
2002 Trio - Live Tournee 2001 9.00 1
2002 Nastroje 10.50 2
2004 22.10.1977 Göttingen/Alte Ziegelei 9.00 1
2004 Anthology 1974 - 2004 - 1
2005 w filharmonii: akt I 7.00 1
2005 New Century 9.50 2
2005 w filharmonii: akt II 10.00 1
2006 Wicher w polu dmie 9.00 1
2006 Live in Theatre 2005 (DVD) 9.50 2
2006 Live in Spodek 2006 10.00 1
2006 Sikorki 11.00 1
2007 Complete Tapes 1974 11.00 1
2007 The Rock 4.00 1
2008 Roskilde 1978 9.00 1
2009 Iron Curtain 8.50 2
2009 Live in Köln 1979. In the shadow of the Dom 9.00 1
2010 Blue Trance 8.00 1
2010 Live in Opole 1976. A late night recital 9.00 1
2012 SBB (2012) 13.00 2
2013 live jazz nad odra 1975 11.00 1
2014 Warszawa 1980 11.00 1
2016 Hofors 1975 11.00 1
2018 Karlstad 1975 plus 11.00 1

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