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Tomita

The Bermuda Triangle

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: RCA
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Isao Tomita Synthesizers, Electronics

Tracklist

Disc 1
1. The Round Space Ship Landing On The Earth While Emitting Silvery Lights   (Tomita: The Arrival of an UFO and the Mysterious Electronic Waves) 2:23
2. Strong Electro-Magnetic Waves   (Prokofjew: Romeo And Juliet Suite No. 2: Montagues And Capulets) 1:28
3. The World Of The Different Dimensions   (Sibelius: Valse Triste) 2:04
4. The Giant Pyramid Sitting At The Bottom Of The Sea Of Bermuda And The Ancient People   (Prokofjew: Scythian Suite: The Adoration Of Velex And Ala) 7:06
5. The Venus Wearing The Space Uniform Shining In A Fluorescent Light Color   (Williams: Close Encounters Of The Third Kind) 4:42
6. The Children Playing In Agharta, The Deep Underground Kingdom   (Prokofjew: Symphony No. 5: Allegro Marcato) 5:31
7. The Hollow Vessel Called The Earth   (Tomita: Dororo) 5:05
8. The Song Of Venus   (Prokofjew: Violin Concerto No. 1 In D: Andantino) 3:55
9. The Dawn At Bermuda   (Prokofjew: Symphony No. 6: Allegro Moderato) 2:22
10. The Dazzling Bright Cylindrical Object Which Had Crashed Into Tunguska, Siberia   (Prokofjew: Symphony No. 6: Allegro Moderato) 7:31
11. The Harp Being Played By The Ancient People And The Venus And Her Space Children Singing The Song Of The Future   (Prokofjew: Violin Concerto No. 1 In D: Moderato / Allegro Moderato) 7:39
12. The Visionary Flight To The 1448 Nebular Group Of The Bootes   (Tomita: Departure of the UFO) 4:12
Gesamtlaufzeit53:58


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Mit dem 1978 erschienenen "The Bermuda Triangle" schloss Isao Tomita die 1976 mit dem Album "The Planets" begonnene Space-Trilogie ab. Das dritte Album der Gruppe war das 1977 veröffentlichte "Cosmos" (oder "Kosmos" in den USA), welches auch unter dem Titel "Space Fantasy" zu haben war. Es kam bei einigen LPs Tomitas vor, dass sie in verschiedenen Ländern bzw. zu verschiedenen Zeiten mit verschiedenen Covern, Titeln, oder auch musikalischem Inhalt veröffentlicht wurden. "The Bermuda Triangle" hieß aber wohl immer und überall "The Bermuda Triangle", doch gab es zumindest zwei verschiedene Cover (siehe oben), wobei das blaue das weitaus häufigere ist. Trotzdem ziert das mir vorliegende CD-Reissue von BMG Japan das bunte untere Bild, auf dem auch eine aus weißen Linien geformte Pyramide zu sehen ist, neben der die Worte "Pyramid Sound" zu erkennen sind.

Diesen Untertitel erklärt Tomita in den Linernotes so, dass die auf dem Album zu findende Musik in fünf Kanälen aufgenommen wurde, so dass ein besonderer Höreindruck entsteht, wenn man das Album über fünf Lautsprecher abspielt, vier im Quadrat angeordnete, und einem darüber hängenden, in einer Pyramidenkonfiguration also (der angeblich auf dem Grunde des Bermudadreiecks befindlichen riesigen Pyramide entsprechend - siehe Track 4). Ich vermute allerdings, dass die wenigsten Musikliebhaber über eine entsprechende Anlage verfügen. Irgendwelche geheime Botschaften sind hier zudem auch versteckt, in diversen kurzen computerkodierten Sounds (die klingen wie das was man hört, wenn man eine Faxmaschine anruft), die immer mal wieder durchs Klangbild huschen.

Tomita hat ja bekanntlich vornehmlich Kompositionen klassischer Komponisten mit elektronischen Sounds neu orchestriert, was einerseits nicht unbedingt ein Übermaß an eigener kompositorischer Kreativität verlangt, andererseits aber recht viel klangformendes Geschick. Auch "The Bermuda Triangle" besteht aus solchen Bearbeitungen, fast ausschließlich von Werken Sergei Prokofjews. Dazu gibt es Sibelius’ "Valse Triste" (Track 3), Musik aus "Unheimliche Begegnung der dritten Art" (Track 5) und - erstaunlich - drei weitestgehend von Tomita komponierte Stücke (die Tracks 1, 7 und 12). Auch sonst hat der Japaner allerlei eigene Sounds und programmierten Klang hinzugefügt, bzw. die Fragmente bzw. längere Abschnitte aus den Originalkompositionen recht frei adaptiert, so dass "The Bermuda Triangle" wohl Tomitas experimentellstes Album geworden ist.

Bedrohlich mysteriös einerseits, futuristisch-elektronisch andererseits gleitet diese Musik durch die Gehörgänge, bisweilen erstaunlich kantig und schräg (man höre z.B. "The World Of The Different Dimensions"), frei klangmalend, und dem Thema entsprechend spacig-kosmisch (wie z.B. gleich im einleitenden "The Round Space Ship Landing On The Earth While Emitting Silvery Lights"), mächtig und voluminös. Zudem sorgen die auch im Original meist eher kantigen Vorlagen Prokofjews dafür, dass die Musik nicht ins Seichte oder Kitschige gerät. Natürlich gibt es auch hier den typischen elektronisch-symphonisch-orchestralen bzw. -choralen, hymnisch-jubilierenden Tomita-Sound zu hören (in "The Children Playing In Agharta, The Deep Underground Kingdom" z.B.), bisweilen (selten) auch dieses etwas albern wirkende Synthesizerfiepen, -quaken und -zwitschern, das man von Tomita kennt, doch sind diese Ingredienzien eher selten, bzw. dicht in den ansonsten recht sperrigen bzw. elektronisch-freiformatigen Gesamtsound integriert.

Gab es auf "Kosmos" (bzw. "Space Fantasy") eine ziemlich eigenwillige Version der Titelmusik von "Star Wars" zu hören, ist hier nun "Close Encounters of the Third Kind" an der Reihe. Bei "The Venus Wearing The Space Uniform Shining In A Fluorescent Light Color" handelt es sich um eine Art freie Einbettung der bekannten Kontaktmusik, der Fünftonfolge g' – a' – f' – f – c', dicht verwoben mit allerlei elektronischem Wabern, Dröhnen, Zirpen, Knurren und Fiepen. Einen Nachhall dieser Klänge bietet dann "The Hollow Vessel Called The Earth", ein aus Tomitas Feder stammendes kosmisch-bizarres Klangbild, welches in leicht avantgardistische Gefilde gerät.

Recht viel Musik ist auf "The Bermuda Triangle" zu finden, durchweg sehr farbige und vielschichtige Klanggebilde, dem Thema entsprechend meist von mysteriös-esoterisch-kosmischem Charakter, das trotz der klassischen Vorlagen alles in allem einiges an eigenem Charakter entwickelt. Ich würde daher behaupten wollen, dass "The Bermuda Triangle" Tomitas progressivstes (und kitschfreieste) Werk ist. Elektronikfreaks sollten das Album kennen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.12.2017
Letzte Änderung: 16.4.2018
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Tomita

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1974 Snowflakes Are Dancing 9.00 1
1975 Pictures At An Exhibition 10.00 1
1976 Firebird 11.00 1
1976 The Planets 9.00 1
1977 Space Fantasy 9.00 1
1977 Cosmos 10.00 1
1979 The Ravel Album 10.00 1

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