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Siinai

Sykli

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: instrumental; Krautrock
Label: Svart Records
Durchschnittswertung: 11/15 (1 Rezension)

Besetzung

Markus Joensuu Schlagzeug
Risto Joensuu Gitarre
Matti Ahopelto Bass
Saku Kämäräinen Keyboards
Johanna Tarkkanen Gesang
Tapio Viitasari Blasinstrumente
Jussi Peevo Percussion, Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Temppeli 8:01
2. Sykli 9:19
3. Ananda 11:25
4. Mestari 6:30
5. Europa 10:11
Gesamtlaufzeit45:26


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @


Viel ist nicht herauszubekommen an biographischer Information über die finnische Formation Siinai. Gegründet wurde sie 2010, und Sykli ist bereits ihr viertes Album.

Es mag seltsam anmuten, dass ich ein Album, auf dem eine Sängerin agiert, als „instrumental“ kategorisiert habe; tatsächlich trägt Sängerin Johanna Tarkkanen ausschließlich textlose Lautäußerungen bei, und diese sind meist auch ziemlich im Hintergrund gehalten, wirken eher wie ein weiteres Instrument.

Sykli bedeutet „Zyklus“, und das passt sehr gut zu der hier zu findenden Musik, die viel auf Repetitivität setzt. Auf den fünf Stücken von Sykli zelebrieren die Finnen die ganze Herrlichkeit des elektronischen Krautrock in seinen unterschiedlichen Spielarten. Temppeli zeigt sich von schwebenden elektronischen Klängen bestimmt, die im Laufe des Stücks immer dunkler und bedrohlicher werden, während mysteriös raunende, textlose Stimmeinsätze dazu treten. Während dieses Stück noch frei von rhythmischen Elementen ist, bildet beim Titelstück ein Pattern der Gitarre die Grundlage, analog den Sequenzerpatterns bei den Elektronikern der Berliner Schule. Aber was heißt hier Grundlage, das Stück besteht aus praktisch nichts anderem als dem ständig sich wiederholenden Pattern. Nur ein wenig Schlagwerk und dezentes Blechgebläse gibt’s dazu, die erst gegen Ende des Stücks stärker hervortreten.

Mit Ananda wird das Prinzip der Repetitivität auf die Spitze getrieben. Zum stoischen Beat des Schlagzeugs gibt es allerlei kurze, permanent sich wiederholende Tonfolgen von Gitarren und Bass. Über 11 Minuten tut sich ansonsten praktisch nichts. Klingt langweilig? Tatsächlich ist es äußerst faszinierend, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen.

Nach dem entspannten Mestari gibt es zum Abschluss mit Europa die volle Krautrock-Dröhnung. Als wäre das legendäre Duo Neu! wieder auferstanden, sägen und kratzen die Gitarren mit punkiger Rohheit zu stoischem Rhythmus des Schlagzeugs. In der zweiten Hälfte des Stücks bildet sich dabei erstmals auf diesem Album so etwas wie eine Melodie heraus - und prompt fühlt man sich an die frühen Solowerke von Michael Rother erinnert.

Sykli bietet eine faszinierende Reise durch krautige Klangwelten, die trotz der ein oder anderen Reminiszenz an die Heroen krautrockiger Klangkunst durchaus von eigenem Charakter ist. Man muss freilich ein gewisses Faible für repetitive Strukturen haben, um diese Musik goutieren zu können. Schönes Teil!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.12.2017
Letzte Änderung: 31.12.2017
Wertung: 11/15

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