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Organized Chaos

Divulgence

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Progmetal; sonstiges
Label: Self-released
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Vladimir Lalić lead vocals
Benjamin Lechuga guitars
Bojan Kvočka bass
Marta Vlahovic vocals
Milan Jejina drums
David Maxim Micić keyboards, additional guitars

Gastmusiker

Nick Johnston guitar
Richard Henshall guitar
Branislava Podrumac vocals
Larissa Tereščenko violin

Tracklist

Disc 1
1. Apex 3:05
2. Cinnamon 5:43
3. Ache (feat. Nick Johnston) 5:22
4. Hide and Seek 6:03
5. Broken Divine (feat. Richard Henshall) 7:22
6. Awake! 1:47
7. The Mask (feat. Branislava Podrumac) 8:03
Gesamtlaufzeit37:25


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Das Cover ist schon mal geeignet, eine Indizierungskommission auf den Plan zu rufen. Dem Künstler sei empfohlen, bei Gelegenheit einen anatomischen Atlas zu Rate zu ziehen. Jeder der aufgeführten Titel hat noch eine eigene hübsche Illustration bekommen. Das hat sicherlich eine tiefere Bedeutung. Anspielung auf die Gräuel in den Jugoslawienkriegen? Sexuelle Unterwerfung der Machtlosen? Mazerierende Körperberge in Konzentrationslagern? Was die Musik angeht, ist der Hang zur Hässlichkeit weniger ausgeprägt, glücklicherweise.

Der Beginn mit Cello und Piano gibt erst mal keinen Hinweis auf das Genre (wenn man es nicht schon vorher weiß), der Sänger schraubt sich in beträchtliche Höhen. Nach einem Snarewirbel werden die Karten auf den Tisch gelegt. Progmetal, laut und brachial. Und überhaupt, dieser Leadsänger, ein studierter Opernsänger! Der deckt die ganze Bandbreite ab, gibt den Troubadour, den Crooner, den Berserker. Er flüstert, säuselt, falsettiert, heult, schmettert, röhrt und schreit. Die Texte werden auf Englisch gesungen, es kommt an Inhalt mit wenigen Ausnahmen etwa so viel an, als wäre es Serbokroatisch.

Bei der Produktion haben, so Komponist und Arrangeur Vladimir Lalic, zwei Mitglieder der Gruppe Haken mitgewirkt. Tatsächlich gibt es musikalische Ähnlichkeiten, und zwar dort, wo Haken einigermaßen sperrig daherkommen. Organized Chaos selbst beschreiben ihren Stil als Progressive Metal in Kombination mit, oberflächlich betrachtet, unvereinbaren Latin-, Funk-, Hip Hop-Komponenten und Bestandteilen klassischer Musik. Richard Henshall (Haken) steuert auf Broken Divine ein hervorragendes Gitarrensolo bei, auch sonst sind die technischen Leistungen oberes Regal. Awake ist eine harmonisch komplexe A-capella-Variation; die im Overdub vervielfachten Stimmen erfahren Modifikationen durch diverse Halleffekte.

Auffällig sind Songanfänge mit perlenden Pianolinien (Apex, Hide and Seek) oder zaghaften Akustikgitarren (Cinnamon), sanften Streichern und konsolidiertem Gesang, bevor die wohlgestaltete Landschaft durch die Panzerketten überfallartiger Gitarrenriffs und das Zersetzungspotential disharmonischer Klangkonstrukte zielstrebig verwüstet wird und, wie auf dem Cover bereits angekündigt, dekonfigurierte und neu zusammengesetzte Körper zurückbleiben. Das alles besitzt die obskure Poesie der Destruktion und die verlockende Faszination des Abgründigen. The Mask weicht von diesem Konzept ab, ohne den progmetallischen Aspekt zu vernachlässigen, dafür gibt´s wieder Gesangsakrobatik zu hören, und auch dieses Stück lebt von Gegensätzlichem.

Anspieltipp(s): Hide and Seek (zeigt das volle Spektrum)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.12.2017
Letzte Änderung: 3.1.2018
Wertung: 9/15
Dunkle Vorsehung ängstigt die Susi

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