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Subterranean Masquerade

Vagabond

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: Folk; Progmetal; Worldmusic / Ethno; sonstiges
Label: ViciSolum Productions
Durchschnittswertung: 7/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tomer Pink guitar
Or Shalev guitar
Kjetil Nordhus vocals
Eliran Weizman vocals
Shai Yallin keyboards, glockenspiel
Golan Farhi bass
Matan Shmueli drums

Gastmusiker

ganz viele, allerdings ungenannt

Tracklist

Disc 1
1. Place for Fairytales 6:52
2. Nomad 5:56
3. Ways 4:40
4. Carousal 1:52
5. Kippur 6:56
6. Daled Bavos 4:40
7. As You Are 3:04
8. Hymn of the Vagabond 7:34
9. Space Oddity 6:14
Gesamtlaufzeit47:48


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Die Musik ist Collage. Warum sollte das CD-Cover da etwas anderes sein? So erinnert dessen Gestaltung an die ambitionierte collage-hafte Zeichnung einer Achtklässlerin im Fach Kunst. Fleißarbeit.

Subterranean Masquerade, die Band mit den offensichtlichen israelischen Wurzeln, war jetzt auch mal fleißig. Dauerte es nach dem Erstling geschlagene zehn Jahre, konnte nach nur zwei weiteren Jahren das dritte Werk präsentiert werden. Was würde passieren - so die Musiker auf ihrer Homepage, um ihre musikalischen Einflüsse zu beschreiben - wenn Pink Floyd, Dream Theater, Fleetwood Mac, Jethro Tull, Opeth und King Crimson alle in einem Raum zusammen kämen und anfingen zu spielen? Nun, vermutlich nichts, womit deren Fans unbedingt etwas anfangen könnten. Zu viele Köche…..na, ihr wisst schon……

„Man sich dem Ziel verschrieben, die Grenzen zwischen den Musikstilen aufzulösen und allerlei von Jazz über World Musik und Klassik bis Metal zu verbinden“ (BBS). Das ist streckenweise gelungen. Das Streben nach neuen Klangexperimenten führt zu einzigartigen Mischungen, und, um es vorweg zu nehmen: Dabei fehlen letzlich leider die umwerfenden Aha-Erlebnisse. Und - irgendwo - auch der Jazz.

Das Album fängt mit Place for Fairytales gemäßigt an, aber man käme nicht unbedingt auf die Idee, dass es sich um Prog handeln könnte. Der startet dann bei 1:30, die Gitarrenriffs werden von Saxophonen begleitet, dann stellen sich Frauenstimmen, Streicher, Flöten und gar gutturale Backing-Vocals ein, ein ungewöhnlicher Klangkorpus. Der Start ist vielversprechend.

Der Beginn von Nomad geht auch voll in Ordnung, straighter, rhythmisch vertrackter Progmetal. Dann wird es mit „sanften Growls“, die aber eher Belustigung hervorrufen als zu erschrecken, ungewöhnlich (andere mögen es als gewöhnungsbedürftig bezeichnen). Der Titel fängt an auseinanderzufallen, spätestens mit dem Einsetzen der Ethno-Fieberschübe. Es will nicht recht zusammenpassen, Klang, Metrum, Songteile, und damit Struktur.

Ways punktet wieder mit einem melodischen 6/8-Start, plötzlich zerstört ein deplatziert wirkendes Schunkel-Akkordeon die bis dahin opportune Atmosphäre.

Aus Carousal hätte man etwas machen können, aber erneut werden die Ethno-Elemente ungeschickt eingesetzt; so bleibt es ein zu kurzes Instrumental ohne Bezug, das im luftleeren Raum schwebt. Und genau so geht es weiter.

Ein Pluspunkt dieser Musik: Sie ist ziemlich eigenständig. Und natürlich ist sie gut gespielt: „Die Musikalität und Frische der Scheibe lässt auch den scheueren Progger kaum unangetastet“ (Betreutes Proggen). Nach Meinung des Rezensenten hätten die für westliche Ohren ungewohnt klingenden Folk-Teile allerdings zurückhaltender in den Progmetal, sofern man diese Bezeichnung überhaupt noch wählen kann, eingebunden werden können. So stechen diese Teile als sehr fremdartige Fremdkörper aus dem solide erdigen Progfundament hervor. Es passt nicht zusammen, was nicht zusammen gehört. Blintze sollten also nicht zusammen mit den BBQ-T-Bone-Steaks serviert, die Cheeseburger nicht mit Hummus-Aufstrich gereicht werden.

Der letzte Track ist Masquerade´s Cover-Version von Space Oddity, eine auf die halbe BPM-Zahl heruntergefahrene Interpretation des ersten Welthits vom Altmeister. Bowie wäre damit sicherlich absolut einverstanden, hat er es doch selbst immer wieder geschafft, große Vorlagen „umzustrukturieren“, man erinnere sich nur an sein God Only Knows (im Original von den Beach Boys) oder die durchgeknallte Version von Let´s Spend the Night Together. Weil die das Album ansonsten durchziehende Kriechspur der Folklore-Imprägnierung fehlt, wurde aus Space Oddity insgesamt eine stimmige Angelegenheit.

Ich kann resümierend die überschäumende Begeisterung einiger Kritiker nicht nachvollziehen. Denn Subterranean Masquerade hätten gut daran getan, den world-music-approach ein wenig zurückzufahren, um das Ergebnis homogener und weniger collagehaft hinzubekommen. Die eigentümliche Mischung mit sonderbaren regionalen Zupf-, Percussion-, Streich- und Tasteninstrumenten und Folk-Gegrowle (friendly growls!) bereitet ein musikalisches „Pulp-Fiction“, das zwar nicht gerade missraten ist, aber irgendein Gewürz in diesem Brei stört immer.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.1.2018
Letzte Änderung: 3.1.2018
Wertung: 7/15
Leute, die was mit nahöstlichem FolkProg-Klezmer-Deathmetal am Hut haben, verdoppeln kaltlächelnd.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Subterranean Masquerade

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2005 Suspended Animation Dreams 10.00 1
2015 The Great Bazaar 12.00 1

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