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Bernard Parmegiani

Chants Magnetiques

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1974 (CD-Reissue 2007, Fractal Records)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: PSI
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Bernard Parmegiani Electronics, Organ

Tracklist

Disc 1
1. Vibrations 3:43
2. Aquarythm 4:21
3. Entropie 3:32
4. Ondes 3:25
5. Plus-Moins 4:56
6. Pulsion 4:09
7. Feed-Back 3:53
8. Energy 6:13
9. Asynchronique 3:12
Gesamtlaufzeit37:24


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Den 2013 in Paris verstorbenen Bernard Parmegiani kennt man vielleicht als Komponisten elektronischer Musik, als Mitglied der Groupe de recherches musicales, die seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts die Grenzen der elektroakustischen Klangerzeugung auslotet, der mit Werken wie "Violostries" (1964), "De Natura Sonorum" (1975), oder "La Création du monde" (1984) internationale Anerkennung erfuhr. Parmegiani hatte aber auch Interesse an populären musikalischen Strömungen, spielte mit Jazzbands, oder trat mit Popmusikern auf (z.B. der Third Ear Band). Aus heutiger Sicht würden wohl die Wenigsten auch die dabei entstandenen Klänge als Popmusik bezeichnen, doch waren die Zeiten damals (den frühen 70er Jahren des letzten Jahrhunderts z.B.) offenbar andere, was auch die Tatsache belegt, dass ein so sperrig-experimentelles Elektronikalbum wie "Cluster 71" im Sounds-Pop-Poll des Jahres 1971 unter die ersten 10 Langspielplatten des Jahres gewählt wurde.

Das 1974 erschienene "Chants Magnetiques" ist Parmegianis "Pop-Album". Allzu viel über das Wie und Warum ist zu dem Album nicht herauszufinden. Auch im sparsamen Beiheft des 2007 aufgelegten CD-Reissues von Fractal Records sind kaum Informationen über die Entstehung der Scheibe zu finden. Vermutlich war das Album als Library-LP gedacht, als Quelle für Gebrauchsmusik, mit der man vielleicht seine SciFi-Bar zu später Stunde hätte beschallen können.

Im Vergleich zu den mir bekannten "seriösen" Werken Parmegianis sind die neun Nummer von "Chants Magnetiques" jedenfalls eher kurz ausgefallen, etwas zugänglicher und weniger schroff, dabei aber nicht minder farbig und einfallsreich. Elektronische Klänge gibt es natürlich zu hören, wobei nirgends im schon erwähnten Beiheft verraten wird womit dieselben erzeugt wurden. E-Orgelsounds sind gelegentlich auszumachen. Der Rest klingt nach handgemachter Elektronik, Tonbandbasteln und primitiv-analogem Maschinenklang. Die ursprüngliche Musik der Krautelektroniker bewegte sich bisweilen in ähnlichen Gefilden, die ersten Klangerzeugnisse von Kluster und Cluster, die frühen Werke von Klaus Schulze und Tangerine Dream, die Musik von Conrad Schnitzler, oder die Tonkonstrukte von Seesselberg, bzw. die ersten Gehversuche von Kraftwerk. Manche der zu hörenden repetitiv-minimalistischen Orgelmuster (in "Ondes" z.B.) erinnern dagegen an die Musik von Terry Riley (siehe "A Rainbow in Curved Air"). Anderes klingt dagegen richtig kosmisch-schwebend (man höre z.B. "Pulsion"), das Rest ziemlich einzig- und eigenartig, ohne wirklich wüst, schräg oder allzu abgefahren zu geraten.

"Chants Magnetiques" ist ein ausgesprochen interessantes Album mit elektronischer Musik eher experimentellen Charakters, welches aber trotzdem einigermaßen zugänglich ausgefallen ist, zumindest für Genreadepten, die die weiter oben erwähnten experimentelleren teutonischen Produktionen gut kennen. Wer die Musik von Bernard Parmegiani, die z.B. Aphex Twin, Autechre und Sonic Youth als wichtige Einflussquelle nennen, kennen lernen möchte, der sollte am ehesten mit diesem Album in diese Klangwelten einsteigen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.1.2018
Letzte Änderung: 13.1.2018
Wertung: 12/15

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