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Pingvinorkestern

Look - No Hands!

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Folk; Independent / Alternative; RetroProg; Worldmusic / Ethno
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Susanne "Suz" Johansson Gesang, Violine, Ukulele, Flöte, Melodica, Percussion
Mats "Lödder" Fredriksson Gesang, Gitarre, Ukulele, Percussion
Micke Wall Gitarre, Ukulele, Percussion
Shiny Mac Gesang, Bass, Percussion
Stefan Dernbrant Vibraphon, Xylophon, Querflöte, Ukulele, Melodica, Percussion

Tracklist

Disc 1
1. Stay 0:55
2. Look, No Hands 3:57
3. Free Fall 4:25
4. Oj 3:55
5. Happy 1:51
6. Walk Slowly 5:52
7. Stora Moerdarbacken 4:03
8. Honk 3:13
9. If You're A Dreamer, Come In 6:13
10. Retour des Visite 2:54
11. Save Me 7:05
12. Likörcigarren 3:03
13. Leave 3:21
Gesamtlaufzeit50:47


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Pingvinorkestern zum zweiten, jetzt auch freihändig. Oder? Na ja, gute drei Jahre nach ihrem Debüt hat das Quintett aus Schonen mit "Look - No Hands!" (andernorts auch mit Komma statt Gedanken- oder Bindestrich geschrieben) ein Album aufgenommen, das einige der Kompetenzen und Qualitäten von "Push" fortsetzt, anderen dagegen eine eher untergeordnete Rolle zuweist und natürlich wiederum neue Elemente hinzufügt, wenn auch nur in gewissen Dosen.

Hierzu gehören beispielsweise einige schrille Crimso-Riffs wie beispielsweise am Anfang und Ende des Titeltracks oder später als Break in "Likörcigarren", wo diese Spielerei die zuvor etwas zwanglose Stimmung entscheidend verschärft und damit den Ton für das kraftvolle Ende dieses Liedes angibt. Auch das kurze "Happy" mit seinem Boogie-lastigen Proto-Heavy-Riff und dem zugehörigen aggressiven, zudem verzerrten Gesang von Susanne Johansson schlägt entsprechend härtere Töne an. Eine gewisse rockige Seite, die ich "Push" ja noch explizit abgesprochen hatte, zeigt Pingvinorkestern hiermit also. Ebenfalls neu, wenn auch eher in der Kombination denn von den Zutaten her, ist wohl noch "Walk Slowly", das mit Flöten, kratzigen Streichern, A-Gitarrenbegleitung in langsamem Tempo und hohem Gesang eine ziemliche nordische Gothfolk-Note à la The 3rd And The Mortal erhält.

Stilistisch relativ bekannt für Hörer des Debütalbums dürften dagegen Sachen wie "Retour Des Visite" sein, in dem eine flotte A-Gitarren-Nummer mit französischsprachigem Chansongesang und den per Melodica erzeugten Harmonien von Sigur Rós' Gassenhauer "Staralfur" kombiniert wird. Auch den Hillybilly von "Honk" mit Westerngitarre und Violine, hier zudem mit Maultrommel begleitet, gab es in ähnlicher Form schon, genau wie das zwischen Glockenspiel-und-Gitarre-Walzer und sich fortwährend beschleunigender Balkan-Polka changierende (und deshalb natürlich spannende) "Stora Moerdarbacken". Auch die balladesken, wie üblich leicht retroproggigen Anklänge von "Save Me" sind bekannt. Zusätzlich gäbe es hier mit "Free Fall" noch eine sehr helle, leicht poppige, insgesamt aber bedächtige und leider melodisch viel zu simple Nummer, deren grundsätzlicher Habitus an Bands wie Big Big Train erinnert. Und der Instrumentalpart in der Mitte von "Look, No Hands!" ist wieder schön polyphon geführt.

Alles in allem ergibt sich bis hierhin also eine durchaus passable Mischung. Was ich allerdings vermisse, sind diese ganz schrägen und eigenartigen Momente, in denen eigenartige Percussion-Rhythmen und/oder erfrischende kratzige Melodien auf den gegebenen Instrumenten gespielt werden - also eben jene Elemente, die sich hier in Ermangelung eines besseren Wortes buchstäblich als "pinguinesk" bezeichnen ließen. Auch weitere ganz reizvolle Züge von "Push" finden auf "Look - No Hands!" keine auffällige Entsprechung mehr, worunter beispielsweise diverse jazzige Elemente oder der subtile, auf teils bitterbösen Texten fußende Humor fallen. Das sticht besonders ins Auge (bzw. Ohr), wenn beispielsweise in "Save Me" das Blockflöten-Solo lediglich die bereits zuvor per Gesang verbreiteten Melodien aufbereitet.

Unterm Strich finde ich "Look - No Hands!" daher nicht ganz so ansprechend wie "Push". Das liegt wie erwähnt vor allem daran, dass die ganz außergewöhnlichen Momente hier eher selten geworden sind. Stattdessen gibt es eine solide Mischung aus Artpop, Retroprog und Folk mit einigen Fingerzeigen in Richtung Rock oder Gothic. Das ist ebenfalls vertretbar, in Sachen Originalität hat Pingvinorkestern aber ein kleines bisschen Federn gelassen.

Anspieltipp(s): Stora Moerdarbacken, Likörcigarren, Walk Slowly
Vergleichbar mit: mehr Papageitaucher als Pinguin
Veröffentlicht am: 12.1.2018
Letzte Änderung: 13.1.2018
Wertung: 9/15
Teils recht gewöhnliche Songs, und die besonderen Eigenschaften des Debüts bleiben öfters auf der Strecke. Dennoch gut hörbar!

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Pingvinorkestern

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 Push 12.00 1

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