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Fondation

Les Cassettes 1980-1983

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik
Label: bureau b
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Ivan Coaquette
Anannka Raghel

Tracklist

Disc 1
1. Résonance 9.31
2. Gigue 2.43
3. Quand il Faut parler d'amour 5.05
4. Quelque Part 6.08
5. Locqiurec 5.56
6. Apparence de la nuit 4.27
7. Un beau zeste 3.46
8. Danse étrange 3.23
9. Mouvement (Edit) 5.08
10. Spirale (Edit) 4.10
11. Souviens-toi (Edit) 3.38
12. Le bal de grâce (Edit) 3.09
Gesamtlaufzeit57:04


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @ (Rezension 1 von 2)


Der französische Multiinstrumentalist Ivan Coaquette war den Avantgarde-Elektronik-Experten bereits Anfang der 70er Jahre durch seine Zusammenarbeit mit dem italienischen Kollektiv Musica Elettronica Viva aufgefallen. Auf unseren Seiten ist er schon als Mitglied von Delired Cameleon Family und als Teil des Duos Spacecraft erwähnt worden.

Die Frau von Coaquette heißt Anannka Raghel, hat im zarten Alter von vier Jahren Klavier gelernt und (möglicherweise etwas später) Unterricht über Musiktheorie genommen. Die Formationen Spacecraft, Pandemonium, Zed und Chantal Grimm haben von ihrem musikalischen Talent profitieren können.

Unter dem Namen Fondation hat Coaquette zusammen mit seiner Frau zwischen 1980 und 1983 drei Kassetten veröffentlicht. (Damit es politisch korrekt bleibt: vielleicht hat auch Anannka Raghel zusammen mit ihrem Mann die Alben aufgenommen, so genau wissen wir es auch wieder nicht).

Im Januar 2018 hat das Label bureau b die (hoffentlich) zwölf interessantesten Stücke aus den drei Kassetten-Alben auf einer CD/LP/Download zusammengebracht und unter dem Titel „Les Cassettes 1980-1983“ veröffentlicht.

Unter Verwendung von einem Drumcomputer, einer Bassgitarre, einem Gitarrensynthesizer und einem Synthesizer kreierte das Paar Coaquette/Raghel (oder Raghel/Coaquette, so genau wissen wir es auch wieder nicht) eine Art vom sphärisch-leichtfüssigen Elektronik-Rock, der oft aus einem repetitiven rhythmischen Fundament besteht, zu dem entweder Solos, oder mehrstimmige, miteinander verzahnte Melodien erklingen.

Glaubt man den Infotext, stammen die meisten melodischen Beiträge von einem Gitarrensynthesizer Korg X-911, der offenbar auch diverse Tasteninstrumente (wie Klavier und Orgel) nachahmen kann. Mitunter ist die auch als solche erkennbare elektrische Gitarre zu hören.

In mehreren Stücken (darunter in „Quand…“) verzichtet man auf elektronische Rhythmen und konzentriert sich stattdessen auf die polyphon angelegten Melodielinien, die sich meistens der Synthesizer- und Orgel-Klänge bedienen.

In Stücken wie „Quelque part“ ähnelt die Musik für mich als melodisch fließender Elektronik-Krautrock der Klangkunst von Harmonia, einer kurzlebigen Formation, die sich bekanntlich aus den Mitgliedern von Cluster und Neu! zusammensetzte.

Sobald der Synthesizer (oder der Gitarrensynthesizer?) die entrückten Solos anstimmt (ein Beispiel hierfür könnte „Danse etrange“ sein) fühle ich mich an die Solos von Klaus Schulze erinnert, selbst wenn die rhythmische Basis eine ganz andere ist.

In dem offenbar für diese Neuauflage abgekürzten „Mouvement (Edit)“ wurden die bisher beschriebenen Klangmuster durch meditative, hängende Klangwolken ersetzt.

Wer also Elektronik-(Kraut)Rock (überwiegend) in der Art von Harmonia mag, der sollte etwas von seiner geschätzten Aufmerksamkeit dem Duo Fondation schenken.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 13.1.2018
Letzte Änderung: 13.1.2018
Wertung: 10/15

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Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 2 von 2)


Immer wieder erstaunlich, welche musikalischen Schätzchen aus der Vergangenheit irgendwann wieder ans Tageslicht gehoben werden. Im Falle des französischen Duos Fondation noch dazu etwas aus den „dunklen“ 80er Jahren! Zwischen 1980 und 1983 brachten Ivan Coaquette und Anannka Raghel unter dem Namen Fondation drei Kassetten mit krautig-elektronischer Musik heraus (wobei die Aufnahmen bis ins Jahr 1978 zurückreichen), von denen das Hamburger Label Bureau B Anfang 2018 eine Auswahl auf CD und LP veröffentlicht hat.

Die Musik des Duos zeigt sich dabei häufig den Klängen aus dem Weserbergland verwandt, vor allem, wenn die heute (vielleicht auch schon damals) etwas antiquiert klingende Rhythmusmaschine zum Einsatz kommt. Zusammen mit den überwiegend eher verspielten elektronischen Klängen entstehen stets ein wenig burlesk anmutende Klangminiaturen, die bisweilen auch von pastoraler Natur sind, eben wie die Mitt-70er-Werke der Herren Moebius und Roedelius.

Gelegentlich drängt es das Duo aber auch in höhere Sphären, dann schwelgt man in spacig-schwebenden Klängen, vergleichbar der „Kosmischen Musik“ der frühesten Alben von Klaus Schulze oder Tangerine Dream (Quand il faut parler d’amour, Mouvement) - einer kompakten Version dieser Musik freilich, denn nicht nur wird auf das epische Ausbreiten der kosmischen Klänge verzichtet, Fondation geht auch das Mystisch-Bedeutungsschwangere der deutschen Kollegen komplett ab.

Für Liebhaber krautig-elektronischer Klänge im Weserbergland-Stil ist diese Auswahl eine lohnenswerte Anschaffung. Das Covermotiv ist übrigens der letzten Kassettenveröffentlichung des Duos, Le Vaisseau Blanc von 1983, entnommen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 31.1.2018
Letzte Änderung: 31.1.2018
Wertung: 11/15

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