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Innerspace

Rise

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2017
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; New Artrock; Progmetal; RetroProg; sonstiges
Label: Eigenproduktion
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Phil Burton Lead vocals and rhythm guitar
Simon Arsenault Lead guitar, lap steel and back vocals
Marc-Andre Brunelle Keyboards and backing vocals
Thierry Clouette Bass
William Regnier Drums and backing vocals

Gastmusiker

Simon L'Esperance Rhythm guitar and percussion
Pamme Youance Vocals
Jolyane Lemay Vocals and Violin
Jordan Delage back vocals
Antoine Tessier back vocals
Gabriel Genest Flute
Nawar Helaheh Trumpet
Laurianne Massie French Horn
Alexis Desrosiers-Michaud Trombone
Alexis Boulanger Tuba
Mikael Bureau Programming

Tracklist

Disc 1
1. Dawn 2.47
2. Tree of Life 10.34
3. The other Side 3.54
4. In Motion 7.46
5. Fill the Void 5.00
6. Sunset 3.57
7. Under the Spotlight 6.47
8. Dystopian Delirium: I From Sea to Sea 2.53
9. Dystopian Delirium: II Shadow of Freedom 4.22
10. Dystopian Delirium: III Forsaken Dreams 11.56
11. Dystopian Delirium: IV Stronger than Death 6.22
12. Dystopian Delirium: V Dusk 3.14
Gesamtlaufzeit69:32


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Eines möchte ich vorausschicken: das zweite Album der Frankokanadier von Innerspace wird wahrscheinlich die eher konservativ eingestellte Hörerschaft ansprechen. Es ist auch für die Musikfreunde mit einer langen Aufmerksamkeitsspane gedacht, die sich von den bedächtig orchestralen Einfällen nicht abschrecken lassen, die die ersten Minuten des Albums ausfüllen. Immerhin wird es dann nach ca. 8 Minuten ziemlich progmetallisch, als würden Dream Theater unter Einsatz von sakralen Gesängen ein langes instrumentales Intro spielen.

Die immer wieder die Musik begleitenden Hörspiel-artigen Effekte sind offenbar dafür gedacht, den Hörer schon zu Anfang des Albums in eine ziemlich eigene Welt zu entführen.

Als dann die schmachtend-traurige Ballade „The Other Side“ erklingt, beginnt auch der letzte zu verstehen, dass Innerspace es ernst meinen. Sehr ernst. Eine sehr schwere Kost. Das ist Roger Waters aber auch, und zwar auf eine vergleichbare Art und Weise, also muss es ein Publikum dafür geben.

Innerspace bestehen aus dem für alle Stücke verantwortlichen Stammtrio Phil Burton (Gesang, Rhythmusgitarre), Simon Arsenault (Gitarren) und Marc-Andre Brunelle (Keyboards). „Rise“ ist ihr zweites Album. Der Basser und der Schlagzeuger haben kompositorisch nichts zu melden.

Die Liebe zur Tradition beginnt bei dem Stammtrio mit den wiederholt auf dem Album auftauchenden sakralen Gesängen in der lateinischen Sprache. Der erste Teil des mehrteiligen Longtracks „Dystopian Delirium“ wird nicht nur vollständig auf Lateinisch gesungen, sondern auch mehrstimmig in der Art der Mönchgesänge arrangiert.

Bei der Gelegenheit habe ich erfahren, dass die hier mehrfach gesungene Zeile „A Mari Usque Ad Mare" (zu Englisch: From Sea to Sea) als das nationale Motto der Kanadier fungiert. Und zwar, weil es in einem wichtigen Buch geschrieben steht: "He shall have dominion also from sea to sea, and from the river unto the ends of the earth", was die Kanadier offenbar als auf ihr Land bezogen auslegen. Die Zeile wird außerdem am Anfang des Albums und dann noch im dritten und fünften Teil von „Dystopian Delirium“ gesungen.

Da Innerspace sich auf „Rise“ mit den finsteren Zukunftsvisionen beschäftigen, ist das Motto, in dem es um die Großartigkeit des eigenen Landes geht, entweder als schwarzer Humor, oder als Ausdruck von tiefster Trauer zu verstehen.

Die Mitglieder des Stammtrios geben zwar als Einflüsse viele bekannte Namen aus den Bereichen Pop, Metal, Klassik und Prog an, aber die für mich hörbaren Inspirationen von „Rise“ würde ich auf die Begriffe Pink Floyd, Retroprog und Progmetal beschränken wollen.

Die eigene Leistung von Innerspace besteht darin, die im Geiste von Pink Floyd bedächtig-schleppenden Tempi und Melodien mit den harten bis gemäßigt virtuosen Progmetal-Passagen und den traditionell ausgerichteten Retroprog-Einfällen zu kombinieren. Dabei sind natürlich die bereits genannten sakralen Exkursionen ebenso wichtig, wie die oft orchestral angelegten Arrangements, die wir dem zehnköpfigen Ensemble zu verdanken haben. In dessen Besetzung finden sich auch die wortlos singenden Damen, was natürlich an ein bekanntes Album von Pink Floyd erinnern kann.

Das ausnahmsweise mal rockige „Fill the Void“ macht einem deutlich, dass die Rock-Exkursionen eher zu den seltenen Ausnahmen auf dem Album gehören. Zumindest kommt es mir so vor. Dass Innerspace auch überzeugend virtuosen Progmetal spielen können, stellt man, leicht erstaunt, vielleicht erst im neunten Stück („Shadow of Freedom“) fest.

„Dusk“ ist dann eigentlich schon der klassischen Musik zuzurechnen, weil man hier ausschließlich ein Orchester und die Chorgesänge auf die Ohren bekommt.

Wer sich für ein Nebeneinander von orchestralen, floydigen, sakralen und rockigen Einfällen begeistern kann, der sollte „Rise“ von Innerspace mal antesten.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: stellenweise scheinen hier Pink Floyd auf Dream Theater zu treffen
Veröffentlicht am: 27.1.2018
Letzte Änderung: 27.1.2018
Wertung: 9/15

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