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Gigi Masin

Wind

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1986 (CD-Reissue 2016, Suburbia Records)
Besonderheiten/Stil: Ambient; ArtPop; Elektronische Musik; RIO / Avant
Label: The Bear On The Moon Records
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

Gigi Masin Piano, Synthesizer, Electronics, Guitar, Tapes, Vocals

Gastmusiker

Alessandro Monti Pedal Bass, Bowed Bass, Voice, Innerpiano Strings
Marco Barel Sax
Massimo Dona Trumpet
Alessandro Bedendo Double Bass, Percussion (Track 18)
Alessandro Pizzin Keyboards (Track 18)

Tracklist

Disc 1
1. Call Me 4:25
2. Tears Of Clown 3:53
3. Swallows' Tempest 6:56
4. Tharros 2:59
5. Consequences Of Goodbyes 3:56
6. Underwater Current 4:25
7. The Wind Song 5:44
8. Conversations (from the Milky Way) 2:57
9. Celebration of Eleven 4:51
10. The Sea Of Sands 5:06
11. Diggi Palace Hotel   (11-18 Bonustracks CD-Reissue) 4:12
12. Greenskyline 7:18
13. Hiris 3:04
14. Mother Afrika 4:23
15. Silver Wheel 3:11
16. Sunshine Breakfast 2:18
17. Valerie Loop 5:22
18. Clouds   (live) 6:54
Gesamtlaufzeit81:54


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Gigi Masin wurde in Venedig geboren, und lebt wohl auch heute noch dort (oder in der Gegend). Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ist er multiinstrumental in verschiedenen Bands tätig, verdiente später eine Zeitlang als Radiomoderator und DJ sein Geld, ehe er sich in den 80er Jahren ganz dem Herstellen von Musik widmete, vor allem für Film und Theater. 1986 veröffentlichte er im Eigenverlag in kleiner Auflage sein Debütalbum "Wind", welches sich über die Jahre hinweg zu einer Art Kultalbum entwickelt hat, vor allem nachdem Künstler wie Björk und Nujabes Musik daraus (und aus weiteren Werken Masins) für Samples verwendet hatten.

Das Album ist im Vinyloriginal sehr selten, auch deshalb, weil ein Teil der Auflage bei einer Überschwemmung von Masins Keller zerstört wurde. Das soll ja in Venedig des Öfteren vorkommen. Erst 2015 legte Masin eine Neuausgabe auf LP nach (auf seinem Label The Bear On The Moon Records). 2016 erschien das Material bei Suburbia Records erstmals auf CD, erweitert um eine Ladung Bonusnummern.

Masin wird im Weltweiten Netz meist als Ambient-Musiker bezeichnet, was auf seine rezenteren Klangschöpfungen wohl auch ganz gut zutrifft. Auch die auf "Wind" vorzufindende Musik ist von eher elektronisch-schwebendem Charakter, gerät aber immer wieder in angeschrägt-experimentelle bzw. freiformatig klangmalende Gefilde, und erinnert alles in allem ein wenig an die frühe elektronisch eingefärbte Musik der ehemaligen Mitglieder von Japan, also den in verschiedenen Kombinationen oder solo entstandenen Werken der Herren Sylvian, Jansen, Barbieri und Karn. Allerdings ist Masin und seine jeweiligen Mitmusiker meist etwas ätherischer und avantgardistischer zu Gange.

Elektronisch-Soundscapeartiges trifft hier auf luftigen Wave-Artpop und viel freies Tonweben, bisweilen angereicht mit etwas Jazz (zumindest wenn Sax bzw. Trompete erklingen). Allerlei Elektronisches sorgt für flächig wabernde, oder oft sanft pulsierende Muster, in die diverse Solostimmen (Piano oft, bisweilen auch E-Gitarre, Sax und Trompete), getragene Basslinien (auch gestrichen) und weitere instrumentale Farben eingewoben sind (bisweilen auch knarzende celloartige Sounds, bei denen es sich vermutlich um die "innerpiano strings" handelt). Perkussives fehlt ganz. Wenn gesungen wird (sanft, warm und leicht heiser von Masin), wie gleich im einleitenden "Cal Me", passt der Post-Japan-Vergleich wohl am besten, bewegt sich die Musik in entspannt dahin gleitende, gleichzeitig eindringlich-intensive ArtPop-Gefilde.

Die instrumentalen Nummern (bei Weitem die Mehrheit der Sammlung) bewegen sich zwischen freien Tonbildern, getragen wogenden Klangeweben, und angeschrägten, fast sperrigen Improvisationen (man höre z.B. "Underwater Current"). Meist geht es aber eher ruhig zu, gleitet die Musik wie Windschwaden in der nebligen Lagune dahin, durch die bisweilen die Sonne bricht. Der Albumtitel ist also sehr passend gewählt.

Acht Bonusnummern sind auf dem CD-Reissue zu finden, die fast nochmal so lang sind, wie das originale Album. Das abschließende "Clouds" entstand, so steht es im Beiheft, bei einem Konzert im April 2016 in Venedig. Zu den restlichen Stücken sind keine Aufnahmedaten zu finden, doch passen sich klanglich und stilistisch so gut zu den ursprünglichen Albumtracks, dass ich vermute, sie sind im selben Zeitraum entstanden. Einige Nummern, auch einige der regulären Stücke, rauschen recht vernehmlich, doch hätte eine entfernende Nachbearbeitung sicher auch den Höhenklang der Tracks beeinträchtige. Nicht weiter schlimm.

"Wind" ist ein wunderbares Album mit recht eigener Musik aus dem Grenzbereich von Ambient-Elektronischem, Artpop und Avantgardistischem, welches wohl vor allem Liebhabern der Produktionen des oben angesprochenen Japan-Umfeldes sehr zusagen sollte. Musik wie Windschwaden in der nebligen Lagune ...

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 28.1.2018
Letzte Änderung: 28.1.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Gigi Masin

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1991 The Wind Collector 12.00 1
2014 Talk To The Sea 12.00 1

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