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The Chronicles Project

When Darkness Falls

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2015
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Metal; Progmetal
Label: Power Prog Records
Durchschnittswertung: 8/15 (1 Rezension)

Besetzung

Vasilis Georgiou Gesang
Patricia Romera Holgado Gesang
Andi Kravljaca Gesang
Dave Esser Gesang
Rob Lundgren Gesang
Ivan Ravaioli Gitarre
Malte Rathke Keyboards
Martino Garattoni Bass
Sam Tickner Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Prologue: Our Souls 1:54
2. Forever 4:09
3. Void Of The Damned 4:52
4. The Last Embrace 6:24
5. A Dangerous Journey 6:45
6. Into Infinity 5:53
7. Interlude I: The Confession 1:28
8. When Darkness Falls 5:32
9. Believe 5:52
10. My Revolution 5:10
11. Interlude II: Release Me 1:14
12. The Dark Symphony 6:05
13. Promised Lands 5:00
14. Until You're Mine 2:07
15. Conclusion: Still Alive 1:25
16. Chronicles Of A Strange Mind   (CD-Bonustrack) 5:31
Gesamtlaufzeit69:21


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Und noch eine Volte des mittlerweile aufgelösten Power-Prog-Labels: The Chronicles Project, im wesentlichen wohl auf Initiative des ehemaligen Jürgen-Blackmore-Keyboarders Malte Rathke zustande gekommen, hat mit "When Darkness Falls" ein Progmetal-Konzeptalbum mit einer Handvoll internationaler Protagonisten aufgenommen, was angesichts des Namens natürlich wenig überrascht. Ebensowenig tut das wohl die Story dieser Platte, in der nach relativ klassisch-religiösen Motiven diverse übernatürliche Wesenheiten um menschliche Seelen wetteifern - was ja von Dantes "Göttlicher Komödie" bis Chris De Burghs "Spanish Train" immer wieder zum Topos mehr oder weniger ernster Behandlungen wurde.

Es wäre zu klären, wie sehr die musikalische Darbietung auf "When Darkness Falls" von diesen formalen Rahmenbedingungen geprägt ist. In erster Linie zu nennen ist hierbei natürlich die Tatsache, dass die Musik dieses Albums in der Tat überwiegend vom Gesang geprägt ist. Die verschiedenen dafür verantwortlichen Personen machen üblicherweise jedenfalls einen ganz ordentlichen Job und können zumeist durch klangliches Charisma punkten. Hiervon ausgenommen ist allerdings das Musical-artige Pathos in "Interlude II" und "Until You're Mine", wo eher affektiert vorgegangen und dick aufgetragen wird. Damit verbandelt ist auch die Keyboard-Dominanz, die angesichts des Hintergrundes dieses Projektes naheliegt, interessanterweise aber auch nur an diesen Stellen mit dem entsprechenden althergebrachten Sympho-Pomp wirklich negativ auffällt (ansonsten ließe sich noch einwerfen, dass einige schwächere Songs wie etwa "Void Of The Damned" von den Keyboards eher verhüllt werden).

Abgesehen davon gibt es aber üblicherweise relativ eingängigen, aber nicht simplen Power-Progmetal, der in seinen grundlegenden Stilmitteln relativ "breit" angelegt ist - die mittelmäßig komplexen Riffs werden einerseits immer wieder von eher verspielten Keyboardmotiven flankiert und schrecken andererseits nicht vor rhythmischen Widerhaken zurück. Dass hier professionelle und versierte Musiker am Werk sind, ist auch den Instrumentalparts immer wieder anzumerken, denn Duelle zwischen den verschiedenen Instrumenten wie im balladesk eröffneten "The Last Embrace" oder das mit dem Keyboard-Orchester als Stichwortgeber unterlegte Gitarrensolo in "Into Infinity" machen nun mal Laune. Ebenso ist es durchaus charmant, dass auch gediegene Elemente wie beispielsweise die gangbare Klavier-und-Streicherballade "The Dark Symphony" immer wieder mal durch schräge Wendungen gebrochen werden.

Da passt es ins Bild, dass zwar einerseits relativ geordnete Songs mit Strophe, Bridge und hymnischem Refrain dargeboten werden, innerhalb dieses Schemas aber auch Variationen vorgenommen werden, wie beispielsweise bereits im Opener "Forever" angesichts des modifizierten Riffings in der zweiten Strophe deutlich wird. Andererseits legt man mit diesem Vorgehen dann doch eher die Qualitäten der Melodien in die Wagschale, wenn es um einen Maßstab für die Beurteilung eines ganzen Stücke geht. Und hier ist das Ergebnis bisweilen etwas durchwachsen, denn obschon sich The Chronicles Project keine groben Schnitzer erlauben, gelingt nicht alles rundum. So hapert es in "Void Of The Damned" am eher schwachen Refrain, "A Dangerous Journey" schleppt sich gegen Ende ganz schön, und das moderner und kühler arrangierte "My Revolution" wirkt insgesamt relativ einseitig. Dafür sind aber andere Songs gelungen, beispielsweise der Rock- gegen Metal-Elemente aufwiegende Titeltrack mit seinem ausgefeilten Refrain oder das geradlinige, aber von überraschenden Wendungen durchsetzte "Believe".

Alles in allem ist "When Darkness Falls" somit ein passables Werk, dessen Qualität je nach Song mal nach oben, mal nach unten ausreißt, insgesamt aber dank der ordentlichen Leistungen aller Beteiligten schon ein gewisses Niveau hält. Keine Sensation also, aber für Fans des Genres, die eine längere Durststrecke erdulden müssen und nach Alternativen suchen, sicherlich auch kein Fehlgriff. Schlussendlich wäre natürlich noch bemerkenswert, dass "When Darkness Falls" trotz seines Konzept-Charakters überraschend songorientiert ausgefallen ist und die Story (neben den Texten) eigentlich nur durch In-/Outro und Zwischenstücke forgesponnen wird. Das mag für ein solches Werk vielleicht eine reichlich konservative Lösung sein, den Zugang zu diesem Album erleichtert es aber ungemein.

Anspieltipp(s): When Darkness Falls, Believe
Vergleichbar mit: Kamelot, Labyrinth, Poverty's No Crime
Veröffentlicht am: 2.2.2018
Letzte Änderung: 2.2.2018
Wertung: 8/15

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