SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
19.6.2018
The Soft Machine Legacy - Burden of Proof
Heldon - It's Always Rock'n'Roll
18.6.2018
Il Bacio della Medusa - Seme
17.6.2018
Temple - Temple
Jack O'The Clock - Repetitions Of The Old City II
Bad Dreams - Chrysalis
Corde Oblique - Back Through The Liquid Mirror
16.6.2018
Sensitiva Immagine - E tutto cominciò così
Pyramid - Pyramid
15.6.2018
Real Ax Band - Just Vibrations - Live at Quartier Latin
Tusmørke - Fjernsyn i farver
Christian Fiesel - The Dark Orb
HAGO - HAGO
14.6.2018
Karmic Juggernaut - The Dreams That Stuff Are Made Of
Not A Good Sign - Icebound
Syrinx Call - The Moon On A Stick
Mike & The Mechanics - Word Of Mouth
Five-Storey Ensemble - Night en Face
ARCHIV
STATISTIK
24718 Rezensionen zu 16918 Alben von 6589 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Goblin

Phenomena

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1997 (Aufnahmen von 1984/85)
Besonderheiten/Stil: instrumental; Elektronische Musik; Rock / Pop / Mainstream; sonstiges
Label: Cinevox
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Claudio Simonetti Keyboards, Piano, Electronics, Programming
Fabio Pignatelli Bass, Electronics, Programming
Pina Magri Voice

Tracklist

Disc 1
1. Phenomena 4:26
2. Jennifer 3:51
3. The wind 1:18
4. Sleepwalking 3:48
5. Jennifer's Friends 3:27
6. Phenomena (#2) 1:22
7. The wind (insects - unused) 2:13
8. Phenomena (#3) 1:54
9. The wind (insects #2 - unused) 2:31
10. Phenomena (#4 - piano solo) 0:59
11. Sleepwalking (#2) 3:53
12. The wind (#2 - new edit) 2:22
13. Phenomena (#5) 3:06
14. The wind (insects #3 - new edit) 6:28
15. Phenomena (#5 - piano and voice) 1:25
16. Jennifer's Friends (#2 - unused) 3:27
17. Jennifer (end titles - unused) 4:48
18. Phenomena (#6 - video clip version) 4:05
19. The monster child 2:11
Gesamtlaufzeit57:34


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Nach der Fertigstellung von "Tenebre" machte sich Dario Argento an seinen nächsten Film, der 1985 unter dem Titel "Phenomena" zumindest in Italien in die Kinos kam. Im Ausland war das Werk nur in einer gekürzten (entschärften) Versionen zu sehen, im englischsprachigen Raum als "Creepers". In Deutschland bekam der Film keine FSK-Freigabe und wurde von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert. Eine weitere gekürzte Fassung wurde aber offenbar ab 18 Jahren freigegeben, und zu später Stunde in manchen Kinos gezeigt.

In Mittelpunkt des Streifens (an dem immerhin Donald Pleasence beteiligt war) steht offenbar eine Internatsschülern (Jennifer) mit großem Interesse an Insekten, mit denen sie auch telepathisch kommunizieren kann, die in eine Mordserie in und um Genf verwickelt wird. Verschiedene junge Damen verlieren da im wahrsten Sinne des Wortes ihren Kopf, und diverse weitere Beteiligte auch ihr Leben (oder Körperteile), ehe die irre Mörderin und ihr ebenso spinnerter Sohn auf grausige Art und Weise das zeitliche segnen. Zeitgenössische Kritiker konnten dem Film nicht viel abgewinnen (Zitat: "astonishingly awful performances"), und stellten fest, dass der beste Darsteller ein dressierter Schimpanse wäre (der am Ende übrigens die Heldin rettet, und den Killer-Sohn mit einer Rasierklinge zerlegt). Wie so oft hat sich die Bewertung des Streifens inzwischen gewandelt, und man lobt nun vor allem die ungewöhnliche Bildgestaltung.

Wie schon einige Male zuvor beauftragte Argento Goblin mit der Filmmusik. Oder, das ist in zweierlei Hinsicht nicht ganz richtig. Erstens sind Goblin hier zum Duo Claudio Simonetti und Fabio Pignatelli geschrumpft, wobei der Hauptteil der kompositorischen Arbeit wohl von Simonetti geleistet wurde. Dagegen war Pignatelli mehr oder weniger alleine für die Goblin-Musik in "La Chiesa" zuständig. In beiden Fällen ist somit mitnichten eine Band namens Goblin tätig, sondern eher ein Restprojekt aus 1-2 ehemaligen Bandmitgliedern.

Zweitens haben Goblin (oder besser Simonetti) nur einen Teil der letztlich im Film zu hörenden Klänge beigesteuert. An prominenter Stelle ertönt da nämlich Musik von z.B. Iron Maiden, Frankie Goes To Hollywood, Bill Wyman und Motörhead. Simonetti sorgte wohl eher für die dramatischen Füllklänge. Auf dem 1985 von Cinevox veröffentlichten OST-Album sind daher nur eine Handvoll Goblin/Simonetti-Tracks zu finden. 1997 (Goblin-Musik war gerade gefragt - siehe auch "Buio Omega") legten Cinevox dann ein weiteres Soundtrack-Album zu "Phenomena" vor (mit dem roten Cover), welches im Zentrum dieser Rezension steht, und diesmal nur Goblin-Musik enthält. Wie an der obigen Trackliste zu erkennen, wurde ein Teil dieser Klänge gar nicht im Film verwendet, wohl aber damals für denselben eingespielt. Vermutlich hat man sich kurzfristig dem damaligen Trend entsprechend entschlossen, lieber die Rechte an ein paar bekannteren Hits zu erwerben, und diese zu Lasten der Goblin-Nummern in den Film zu integrieren. Wie auch immer, mit der 97er-Version von "Phenomena" liegt also ein weiteres Horror-Prog-Album von Goblin (mehr oder weniger) vor. 2007 bzw. 2012 gab es jeweils Neuauflagen (mit dem oberen Cover), auf denen noch drei weitere Tracks untergebracht wurden.

Der typische Goblin-Horror-Prog ist in der Tat auch auf dieser Scheibe zu hören, versehen - wie bei "Tenebre" - mit zeittypischer 80er-Jahre-Atmosphäre. Letztere äußert sich vor allem in einigen Dosen-Schlagzeug-Abschnitten (vor allem in einigen Versionen des Titelstücks). Ansonsten machen Goblin (also Simonetti und Pignatelli) das, was sie auch schon auf vorherigen Soundtracks erfolgreich gemacht haben. Allerlei Tastenwerk und Elektronik steht im Mittelpunkt der Musik. Dazu kommen kernige Pianoklänge, die vor allem für die einprägsame Titelmelodie zuständig sind (die dem Hörer kaum noch aus den Ohren gehen wird, auch weil gleich 6 Versionen des Stücks auf dem Album zu finden sind). Eine tragende Rolle kommt auch Sängerin Pina Magri zu deren textlose Sopraneinlagen die zweite immer wiederkehrende Komponente ist (neben dem kernigen Piano).

Die Nummern, in deren Titel "Wind" auftaucht, sind meist reine Elektronikgewebe, mysteriös-bedrohlich, gespenstisch-schwebend, klangvoll-sonor und oft ziemlich angeschrägt. Vor allem die lange dritte Version ist ziemlich gelungen, und gehört zu den beeindruckendsten elektronisch-düsteren Klangbildern von Goblin (des Zombi-Progs). Anderes, wie z.B. "Sleepwalking" oder "Jennifers’s Friends" (übrigens fast die einzige Nummer, in der Pignatellis Bass auszumachen ist), haben dagegen recht typisches 80er-Jahre-Instrumental-Filmmusik-Flair (Miami Vice lässt Grüßen).

"Phenomena" ist alles in allem ein durchaus ordentliches, stellenweise gutes Goblin-Album, das natürlich nur noch wenig mit den Klassikern der Band aus den 70ern zu tun hat. Eher ein Simonetti-Soloalbum, beinhaltet es aber einige durchaus klangvolle symphonisch-elektronischen Momente, und mit der schon erwähnten Pianolinie, begleitet vom Sopran, eine der einprägsamsten Goblin-Melodien (man höre die Version Nr. 5 - "piano and voice"). Das Ums-Wums-Schlagzeug ist allerdings bisweilen kaum zu ertragen. Goblin-Adepten sollten das Album aber trotzdem kennen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 17.2.2018
Letzte Änderung: 18.5.2018
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Goblin

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1975 Profondo Rosso 10.00 1
1976 Roller 10.50 2
1977 Suspiria 12.00 1
1978 Il fantastico viaggio del bagarozzo Mark 11.00 1
1978 Zombi 9.00 1
1979 Patrick 9.00 1
1980 Contamination 10.00 1
1982 Tenebre 9.00 1
1997 Buio Omega 8.00 1
2000 Nonhosonno 11.50 2
2000 The Fantastic Journey Of Goblin - Best Of Vol. 1 12.00 1
2015 Four Of A Kind 11.00 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum