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Cytrus

Trzecia Łza Od Słońca

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018 (Aufnahmen von 1980-84)
Besonderheiten/Stil: instrumental; HardRock; Jazzrock / Fusion; Klassischer Prog
Label: GAD Records
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Andrzej Kazmierczacks Guitars
Marian Narkowicz Violin, Flute, Piano, Guitar
Waldemar Kobielak Bass
Andrzej Kalski Drums (Tracks 1,3,14)
Zbigniew Kraszewski Drums (Tracks 2,4,5,7,10,11,12)
Leszek Ligeza Drums (Tracks 6,8,9,13)

Tracklist

Disc 1
1. Rock '80 3:43
2. Terrorysci 3:36
3. Tesknica nocna 4:53
4. Mayones to jest to 3:38
5. Bonzo 3:47
6. Jezdzcy smokow 4:18
7. Trzecia lza od slonca 5:57
8. Kobra 3:26
9. Basn o ksiezycowej karecie 3:51
10. Kurze twarz 4:11
11. Afera 5:25
12. Patryk (Narodziny Patryka) 3:38
13. Sloneczna loteria (Cma) 3:11
14. Zegnaj swiecie 3:02
Gesamtlaufzeit56:36


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Cytrus fanden 1979 um den Schlagzeuger Andrzej Kalski in Sopot an der polnischen Ostsee zusammen, der vorher in einer Jazzband namens Ragtime Septett gespielt hatte. Die von ihm rekrutierten, meist deutlich jüngeren Mitspieler hatten auch schon einiges an rockmusikalische Erfahrungen gesammelt, z.B. in den Bands Kawalek Sciany, Truskawkowy Budzik, Parowoz Stepehnsona und Nord Band. Im Westen bleiben diese Formationen weitestgehend unbekannt, was aber auch auf Cytrus selbst zutraf. Die Band trat zwar in Polen für einige Zeit recht häufig auf (vor allem an der Ostsee und in Danzig), war im Fernsehen zu sehen und im Radio zu hören, hat aber zu Lebzeiten keinen Tonträger veröffentlicht. 1985 löste sich die Formation (nachdem man mehrmals den Schlagzeuger gewechselt hatte) wieder auf. Ein Teil der Gruppe betätige sich danach unter dem Namen Korba in eher metallischen Gefilden.

Cytrus hinterließen allerdings diverse Radio-, Demo- und Liveaufnahmen, und 2006 erschien bei Metal Mind Productions eine erste CD mit einer Auswahl aus diesem Material ("Kurza Twarz"). 2007 legte man das Album "Tęsknica" nach. Beide Scheiben sind inzwischen vergriffen. Grund genug für GAD Records 2018 ein weiteres Archivalbum der Polen zu veröffentlichen, welches im Zentrum dieser Rezension steht. "Trzecia Łza Od Słońca" enthält alle in den Jahren 1980-84 von Cytrus für das Polnische Radio eingespielten Instrumentalnummern, und damit die progressivsten Klangschöpfungen der Gruppe. Zwar hatte sich irgendwann in den frühen 80ern ein Sänger der Band angeschlossen, doch waren die mit diesem entstandenen Nummern wohl etwas kommerzieller ausgefallen. Die meisten (aber nicht alle) der auf "Trzecia Łza Od Słońca" zu findenden Stücke sind auch auf den Metal Mind CDs zu finden. Da aber "Kurza Twarz" inzwischen nur noch zu Liebhaberpreisen zu bekommen ist, und da hier sozusagen der progressive Kern des Schaffens der Polen versammelt ist, ist das Album trotzdem eine, insbesondere für Progger willkommene Angelegenheit.

Cytrus waren klar am britischen Hardrock der mittleren 70er Jahre orientiert. Tasteninstrumente gibt es nicht (oder kaum - selten erklingt ein Piano). Dafür bedient der multiinstrumental veranlagte Marian Narkowiz eine Querflöte bzw. eine Violine, wenn er nicht eine zweite Gitarre zupft (oder in die Tasten des kaum auszumachenden Piano greift). Ein deftiger, durchaus komplex arrangierter Geigen- bzw. Flötenhardprog kommt hier daher aus den Boxen, der sich bisweilen deutlich am Jazz orientiert. Im Beiheft werden mehr oder weniger passende Vergleiche zu Santana (kann ich nicht nachvollziehen), dem Mahavishnu Orchestra und Return To Forever (na ja), A Beautiful Day, East of Eden und The Flock gezogen (die letzteren drei hatten zumindest auch einen klangprägenden Geiger). Focus könnte man noch nennen. Zumindest dann wenn die Flöte erklingt kommen mir die Hollaender in den Sinn ("Moving Waves" z.B.). Tull? Na gut, es gibt wie gesagt eine Querflöte im (Hard)Rockkontext. Da muss man natürlich gelegentlich auch an Jethro Tull denken. Ansonsten mischen die Polen hier einen recht eigenen Prog zusammen. Sehr dynamisch, druckvoll und flott ist man am rocken, klar dominiert von Andrzej Kazmierczacks expressiver, im Blues-Hardrock verwurzelten E-Gitarre. Dazu kommen die vielseitige Rhythmusabteilung, und die klangfärbenden Einlagen Narkowiczs.

Die 14 eher kompakten Nummern bewegen sich auf einem durchweg hohen Niveau, wenn auch immer in einem etwas ähnlichen Idiom. Trotzdem macht das Zuhören durchweg sehr viel Spaß. Besonders interessant ist das mit einer düster-bedrohlichen Elektronikeinleitung versehene "Jezdzcy smokow", das sich dann in einen fetten Progrocker, versehen mit - logisch - klangbestimmenden Flöten- und Geigeneinlagen verwandelt. Ein toller Flöten-Jazzprog ist auch in "Trzecia lza od slonca" zu hören, die längste und wohl auch beste Nummer der Sammlung. Klasse ist zudem "Afera", das stellenweise fast jazzig-entspannt, von der effektverfremdeten Flöte bestimmt, voran gleitet. Der Rest des Materials steht diesen Nummern aber kaum nach.

"Trzecia Łza Od Słońca" ist alles in allem eine sehr interessante Sammlung mit für die 80er-Jahre fast anachronistischer Musik, klingt der hier zu findende Flöten/Geigen-Hardprog doch schwer nach den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Wer seinen Prog von jaulenden E-Gitarrensounds bestimmt und mit viel Flöte und Geige garniert mag, der sollte das Album dringend antesten. Schönes Cover!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 3.4.2018
Letzte Änderung: 4.4.2018
Wertung: 10/15

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