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Matterhorn

Vol. 2 ...And It Will Resolve Itself Without Him

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: instrumental; Mathrock; Postrock; Progmetal
Label: Thinker Thought Records
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Jeremy Grobsmith Gitarre
Aaron Retka Bass
Daniel Harvey Schlagzeug

Tracklist

Disc 1
1. Stage Six: The Engines Of Creation 10:28
2. Stage Seven: Exponent 2:59
3. Stage Eight: The Program Errors 2:57
4. Stage Nine: Ecophagy 5:08
5. Stage Ten: Heartbeat Of A Mechanical World 3:38
6. Final Stage: 6.61 × 10^25 kg 9:15
Gesamtlaufzeit34:25


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @


Kurios war's in Colorado: Obwohl "Vol. 1. The World Began Without Man..." knappe EP-Länge hatte und deshalb, ebenso wie von seiner Benennung und auch der der Songs klar einen zweiten Teil nahelegte, dauerte es drei Jahre inklusive einer Pause, ehe Matterhorn mit - logisch! - "Vol. 2 ...And It Will Resolve Itself Without Him" das Debüt und dessen Titel schlüssig fortsetzten. Das geschah angesichts dieser längeren Unterbrechung dann aber offenbar unter weniger öffentlicher Aufmerksamkeit, und um das Maß vollzumachen, hat das Trio dann am 1. Mai 2015 den Betrieb unter diesem Namen komplett eingestellt - zusammen spielen die Musiker aber andernorts weiter. Es bleibt also nur noch "Vol. 2" als Vermächtnis...

Natürlich überrascht es trotz der Pause kaum, dass die Band den Stil von "Vol. 1" ohne weiteres wiederaufnimmt. Immer noch gibt es also eine Mischung aus Sludge-Riffing, Postrock-Stimmungen und Metal-Attitüde, gepaart mit gelegentlichen Math-Anflügen, und wieder einmal bleibt die Musik instrumental. Aus dem Rahmen fällt rein klanglich alleine "Stage Ten: Heartbeat Of A Mechnanical World", in dem die Band tatsächlich mal zu Klavier und A-Gitarren greift, allerdings lässt sich diese Nummer kompositorisch ohne viel Aufhebens lediglich als Unplugged-Version des sonstigen Stils deuten. Immerhin gibt es einige Momente, in denen die Saiteninstrumente zwei- und später sogar dreistimmig ertönnen, das fällt im vollen Haudrauf-Modus natürlich kaum so deutlich auf.

Ansonsten scheinen sich Matterhorn diesmal konzeptionell einiges gedacht zu haben, denn ab "Stage Seven: Exponent" (das relativ unvermittelt auf das Ausklingen von "Stage Six: The Engines Of Creation" folgt), gleiten alle "Stages" sauber ineinander über, sind dabei aber dennoch in sich geschlossen. Vielleicht aber besser erst mal ein paar Worte zum Opener, denn der hat sich leider als der Schwachpunkt des Albums herausgestellt: Zwar gibt es ein nettes, langes Intro mit sehnsüchtig echoenden Gitarrenlinien und einer netten Stereo-Abmischung, ehe dann der ebenso frenetische wie energische Post-Metal-Ausbruch folgt. Als großer Makel erweist sich allerdings die doch eher Jam-artige Anlage dessen, was nach diesem Ansturm folgt. Denn zu den teils nervös wirkenden Grooves am Schlagzeug nimmt auch die Gitarre nicht immer den spannendsten Weg, und sehr oft hört man der Band quasi an, dass sie selber gerade unschlüssig ist, wie es denn nun eigentlich weitergehen soll. Entsprechend nichtssagend endet "Stage Six" damit schließlich.

Dafür herrscht in den folgenden fünf Abschnitten immerhin mehr Konsistenz vor. Bereits "Stage Seven" gibt eine knackige Mischung aus Sludge und Mathrock vor, die mal verspielter agiert, mal dagegen auf simpel-geradlinige Beats setzt, die entfernte Spacerock-Verwandtschaften aufweisen. Leider erreicht man diesen Schwung vom Anfang nach einem schwer groovenden Mittelteil nicht mehr, beschleunigt sich zum Ende aber immerhin noch mal. Dafür geht's dann in "Stage Eight: The Program Errors" wieder umso kraftvoller weiter. Diesen Anfang zerlegt man anschließend fachgerecht und programmatisch in ein sehr agiles Schlagzeug einer- und eher lockere Spielerei auf der Gitarre andererseits, aber am Ende findet man hier wieder zum Stoff vom Anfang zurück. Auch "Stage Nine: Ecophagy" changiert die meiste Zeit gelungen zwischen simplem Uptempo-Rhythmus, schweren Stoner-Doom-Momenten und Groove, berührt allerdings im Mittelteil eher gewöhnliche Postrock-Momente, die sich allenfalls durch verhältnismäßig bittere Stimmungen von der Norm absetzen.

Über "Stage Ten" wurde ja schon geschrieben, somit also weiter zu "Final Stage: 6.61 × 10^25 kg" (was das sein soll, weiß ich nicht - die Erdmasse beträgt nur ca. 1/10 dieser Angabe). Hier geht's mit dissonant-kratzigem und unterhaltsamem Math-Riffing los, das man erst mal doomig abbremst, dann aber wieder erholt. Nach einem Break bei 2:50 entwickelt die Gitarre zunächst alleine ein einprägsames Riff, das schließlich mit den weiteren Instrumenten immer lauter, schneller und intensiver ausgeformt wird - erst fortwährend, dann kurzzeitig verzögert, davon abgesehen allerdings relativ vorhersehbar, und vielleicht ist dieses Melodiefragment auch etwas zu simpel. Ab 7:20 greifen Matterhorn dann wieder auf den Mathrock vom Anfang zurück. Zwar fehlt sonst noch ein gewisser Knalleffekt am Ende, aber schließlich wird die Erde ja auch nicht explodieren, sondern gemäß beider Albentitel die Menschheit einfach überdauern. Davon abgesehen weist "Final Stage" anders als "Stage Six" tatsächlich eine geschlossene Struktur auf.

Bleibt also das Fazit: Der Einstieg in "Vol. 2 ...And It Will Resolve Itself Without Him" glückt Matterhorn nicht gerade, danach allerdings macht man auf dem (nicht revolutionären, aber soliden) Niveau der besseren Sachen des Debütwerks weiter. Ein bisschen zieht "Stage Six" sein Album also schon runter, in der Kombination ist der Matterhorn-Doppelpack aber grundsätzlich keine so verkehrte Sache. Für sich genommen zumindest, wie es drei Jahre nach dem Ende der Band damit aussieht, ist natürlich unklar. Vom Ende der Menschheit mal ganz zu schweigen...

Anspieltipp(s): Stage Eight, Final Stage
Vergleichbar mit: Intronaut, TesseracT, Graviton & Co.
Veröffentlicht am: 6.4.2018
Letzte Änderung: 6.4.2018
Wertung: 9/15
"Stage Six": 5-6, Rest: 10-11

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Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2011 Vol. 1. The World Began Without Man... 10.00 1

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