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Geoff Mann

Second Chants

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1992
Besonderheiten/Stil:
Label:
Durchschnittswertung: 11.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Geoff Mann vocals
Peter Nicholls vocals
Marc Catley guitars
Tony Lythgoe drums
John Maycraft guitar

Tracklist

Disc 1
1. Even Song (1) 1:59
2. Shot in the Keep 3:36
3. Sight Sea (inst.) 5:34
4. Homeless 1:36
5. Tomorrow Today 6:05
6. Options & Opinions (inst.) 4:27
7. Yes 5:37
8. Apathetic & Here, I... 2:53
9. Ooze 3:39
10. Where are You Bound? 9:13
11. Helping Hand 0:56
12. Midnight 0:48
13. A Letter in a Tree 1:20
14. Small Hours Walk, Small Hours Talk (inst.) 5:21
15. Even Song (2) 8:13
Gesamtlaufzeit61:17


Rezensionen


Von: Fix Sadler (Rezension 1 von 2)


Eine vergessene Perle. Die Vielseitigkeit des leider viel zu früh verstorbenen, ehemaligen Twelfth Night-Sängers und Chef der EH!-Band zeigt sich auf diesem Album, das man zweifels ohne als sein ambitioniertestes Werk bezeichnen kann. Nicht wenige sprachen damals vom legitimen Nachfolger des Neo-Prog-Klassikers Fact And Fiction, doch Vorsicht, Second Chants ist weit entfernt von ausgetretenen Progpfaden, vielmehr ist es ein Album, welches den Begriff "Progressiv" noch absolut wörtlich nimmt. Es ist eine Symbiose aus "psychedelischen" Klangbildern, mit dem minimalistischen Einsatz zumeist akustischer Instrumente, und über allem thronend die einzigartige Stimme des symphatischen Priesters. Mal verzerrt, mal drohend, mal mitfühlend und bei einigen Songs mit der Unterstützung von Peter Nichols, dessen Stimme niemals besser zu irgend einem IQ Song gepaßt hat. Diese Platte mit den üblichen "Floskeln" zu beschreiben ist eigentlich nicht möglich, da der Gesamtsound so einzigartig und atmosphärisch ist. Kompositionsstrukturen sind nur vage zu erkennen, und es scheint mir nicht unverständlich wenn der ein oder andere diese Platte als "schrägen, langweiligen Minimalistenkram" abtut. Wer sich aber von der dunklen Schönheit dieser Platte einmal einfangen läßt, wird so schnell nicht mehr davon los kommen. Dabei verliert Geoff nie seinen Humor, was in dem "Song" Yes (der tatsächlich mal mit einer starken Gesangsmlodie daherkommt) zu hören ist - eine Bontempi-Orgel nörgelt eine stupide Melodie, während Peter und Geoff sich ein Gesangsduell liefern, welches seinesgleichen sucht, schließlich setzt noch ein Drumcomputer ein, bis sich die beiden dazu hinreißen lassen, sich vollends über die Progszene (inkl. "Verhanebüchung" von Creepshow und Last Human Gateway) lustig zu machen. Sicher nicht jedermann's Sache, aber letztendlich ein Ausdruck von totaler, kommerzieller Freiheit.

Den verärgerten Proggy tröstet das wunderschöne Apathetic + Here, I....., eine Akustik-Gitarren-Ballade, ehe mit Ooze der ursprünglich eingeschlagene Weg fortgeführt wird. Straßengeräusche, Computer-Drums, Rassel und der diabolische (welch Ironie) Sprechgesang von Geoff lassen einem den Schauer über den Rücken laufen, zum Ende noch einige völlig abgedrehte PC-Sounds und ein Flugzeug stürzt ab.....Ihr seht, starker Tobak! Es folgt Where Are You Bound, mit Ethno-Rhythmen, Voodoo-Feeling und der Geräuschkulisse von Flugzeugen, Booten und eingestreuten Radiokommentaren, der Gesang, beschwörend, eindringlich und nur durch den geschickten Einsatz von "echten" Drums und Hall auf Geoff's Stimme entwickelt sich der Song zum Bombastkracher der ungewöhnlichen Sorte, bei dem zum Ende sogar tatsächlich ein paar Keyboardsounds zu hören sind.

Dies sind die Stilelemente mit denen Second Chants Anfang der Neunziger wahre Begeisterungsstürme in der Szene hervorrief. Zum Ende der Scheibe dann etwas versöhnliches für den nun total entnervten Neo-Prog-Fan. Zunächst das relativ "normale" Instrumentalstück Small Hours Walk, Small Hours Talk, mit den Genre-üblichen Instrumenten und 2-3 verschiedenen Parts. Und (wie so oft) der geniale Abschlußsong. Even Song (2) verleugnet die Platte zwar nicht (wieder ein "stupider" Rhythmus) aber wunderbarer Gesang, eine tolle Melodie und ein elegisches Gitarrensolo bringen die Scheibe (nach einer Achterbahnfahrt) zu einem hoffnungsvollen Schluß.

Wie gesagt, das Album läßt sich schlecht beschreiben, und ich bitte diese Worte lediglich als Interpretationsversuch meinerseits zu werten. Es gehört einfach in die Kategorie "muß man komplett durchhören", und das darf ich Euch bei Gelegenheit auch empfehlen. Generell würde ich sagen, Freunde von Peter Hammill (klar, der Gesang) und E-Musik werden sicher Freude an dem Teil haben. Im Augenblick ist die CD zwar vergriffen ("SI-Music-Leiche"), aber da sich Clive Nolan ja liebevoll des musikalischen Vermächtnis des ehemaligen TN Sängers angenommen hat, wird es wohl mal irgendwann im Verglas-Katalog auftauchen.

Anspieltipp(s): kpl. Hören empfohlen
Vergleichbar mit: ?
Veröffentlicht am: 6.8.2002
Letzte Änderung: 9.8.2002
Wertung: 13/15

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Von: Günter Schote @ (Rezension 2 von 2)


…tja, und diese „SI-Music-Leiche“ wurde 2005 dank Andy Labrow (quasi der Nachlassverwalter Geoff Manns) als liebevoll gestaltete CDR neu aufgelegt und über die Geoff Mann-Homepage vertrieben, wo sie heute noch erhältlich sein sollte. Ergänzt wurde das Originalalbum um 5 kurze Outtakes der Aufnahmesessions und einige einleitende Worte von Peter Nicholls - dafür fehlen nun die Lyrics.

Wenngleich auch ich „Second Chants“ sehr schätze, ganz so euphorisch wie Kollege Fix bin ich angesichts des Resultates nicht. Klar, Geoff ist Geoff und dies alleine ist für einen Twelfth Night-Fan schon ein Qualitätsmerkmal.

Man spricht ja gerne mal von „Platten für Fans“, „Second Chants“ hingegen ist eine Platte für Geoff selbst. Er macht hier wirklich was er will und er macht dies auf seine recht typische Art: minimalistisch, humorvoll, respektvoll, selbstironisch und natürlich wobblig und unwobblig! In der Tat sollte der Peter Hammill-Fan mal ein Ohr riskieren.

Ein anderes Album als Referenz heranzuziehen fällt mir (trotz des Hammill-Verweises) schwer. Selbst im Repertoire von Geoff steht dieses Album recht eigenständig da. Schleppende und scheppernde Rhythmen aus der Dose treffen auf Geoffs markante Stimme. „Sight Sea“ ist ein fast symphonisches Instrumental, das in „Homeless“, einem wunderschönen Song mit Akustikgitarre und Gesang, übergeht. Traumhaft. Es folgt „Tomorrow Today“, einem bedrohlichen Song ohne Struktur. Dies ist in etwa das Rezept des gesamten Werkes…

Eine Interessante CD, experimentell und einzigartig. Geoff Mann bedient seine Fans mit gewöhungsbedürftigen Klängen, die kein Meisterwerk ergeben, aber doch sehr gelungen und besonders außergewöhnlich sind.

Anspieltipp(s): Die ersten Minuten und man weiß bescheid.
Vergleichbar mit: Peter Hammill, ohne jedoch zu ähneln!
Veröffentlicht am: 25.4.2010
Letzte Änderung: 25.4.2010
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Geoff Mann

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 Chants Would Be A Fine Thing 9.00 1
1994 In One Era... 9.50 2

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