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Robert Reed

Sanctuary III

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: RetroProg; sonstiges
Label: Tigermoth Records
Durchschnittswertung: 10.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Robert Reed Grand Piano, Guitars, Bass Guitar, Mandolin, Glockenspiel, Vibraphone, Marimba, Timpani, Banjo, Gong, Drums, Sleigh Bells u. v. a. m.

Gastmusiker

Tom Newman Bodhrán
Simon Phillips Drums
Les Penning Recorders, Narration
Angharad Brinn Lead Vocals
Micaela Haslam Vocal Chants
Joanna Forbes L'Estrange Vocal Chants
Heather Cairncross Vocal Chants
Shan Cothi Opera Vocals
Gethin Liddington Trumpet
Troy Donockley Uilleann Pipes, Whistle

Tracklist

Disc 1
1. Sanctuary III Part 1 21.11
2. Sanctuary III Part 2 20.45
Gesamtlaufzeit41:56
Disc 2
1. The Moonsinger Suite   (Chimpan A Remix) 21:52
2. Troy's Lament 3:14
3. Perpetual Motion 3:41
4. El Paso 3:03
5. Moonsinger Rising 2:17
6. Sanctuary III Part 1   (Tom Newman Mix) 21:28
7. Sanctuary III Part 2   (Tom Newman Mix) 20:39
Gesamtlaufzeit76:14
Disc 3
1. Sanctuary III Part 1   (5.1 DTS Surround Mixes) 21.11
2. Sanctuary III Part 2   (5.1 DTS Surround Mixes) 20.45
3. Track By Track Video
4. Demonstration Video
5. Promo Videos


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 3)


Robert Reedfield - jetzt auch mit Sondela!

Robert Reed, sonst bei Magenta, die ich meide, legt seit vier Jahren fast jedes Jahr ein Album aus seiner "Sanctuary"-Reihe vor. Kann man mal sehen, was diese Leute leisten können, wenn ihnen der Erfolg endlich mal ein bisschen Geld in die Kasse spült. Mike Oldfield dagegen, dessen klassischen Stil diese Alben imitieren, macht alle Jubeljahre mal ein Album - und die sind lang nicht so gut. Beileibe.

Letztes Jahr erschien dann auch noch "Sanctuary Live", auf dem die bis dato erschienenen Alben fast in Gänze zu hören waren. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis "Sanctuary III" kommen würde. Und das gibt's jetzt mit neuer Rezeptur. Mit Sondela nämlich.

Das spielt auf Oldfields 1990er-Album "Amarok" an, in dem in der Sprache isiXhosa (auch kurz Xhosa, eine Bantusprache) die Worte fallen: "Sondela uSomandla sukuma wena obengezela", auf Deutsch in etwa "Komm näher, Gott. Du, der glitzert (vom Licht, das von Dir scheint), sollst aufstehen und von uns Sterblichen gesehen werden." Oder so ähnlich. Tut eh nichts zur Sache (außer wenn Oldfield damit gemeint ist). Oldfield wollte damals mit "Amarok" seiner Plattenfirma eins auswischen, und nahm ein Album auf, dass nicht vermarktbar war: Er schnitt sich sechzig Tage lang jeden Tag genau eine Minute Musik aus den Rippen, und pappte dann diese Schnipsel aneinander. Das sollte verhindern, dass man aus dem Album dreiminütige Single-Edits auskoppeln konnte, so wie das früher bei Oldfield-Longtracks gemacht worden war.

"Amarok" spaltet die Gemeinde, auch heute noch. Von einigen wird es als Rückkehr Oldfields zu seinen Meisterwerken verstanden, andere fühlten sich, als sie vom Zweck der Musik hörten, benutzt, und empfanden die mechanische Abfolge von mal besser, meist schlechter zusammenpassenden einminütigen Schnipseln als ziemlich zermürbend. "Amarok" war in ihren Augen zu einem Flickenteppich geraten/missraten (siehe meine Rezension zum dem Album).

Kann mürbe machen, muss nicht. Aber selbst, wenn es einem nicht so geht, und man das Album gut findet, darf man getrost bezweifeln, ob diese Art, einen Longtrack zu konstruieren, so glücklich ist. Oldfield selbst hat in den darauffolgenden Jahren jedenfalls wieder Abstand davon genommen. Nicht so Robert Reed. Er hat diesen Kompositionsstil für "Sanctuary III" nun adaptiert. Und wie gesagt - ob das so glücklich ist, darf man bezweifeln. Denn es ist ja nicht eigentlich ein Stil, es ist, zumindest bei Oldfield, ein Zweck. Das mag für Reed anders sein (seiner Plattenfirma wird er wohl nicht auf die Füße treten, und eine Singleauskoppelung dürfte er auch nicht verhindern müssen), die ästhetische Wirkung ist aber die gleiche: "Sanctuary III" wirkt, wie einst "Amarok", eher wie ein Flickenteppich. Das wird diejenigen nicht stören, die "Amarok" für eins der besten Oldfield-Alben halten (und das sind nicht wenige), diejenigen aber, die an den ersten "Sanctuary"-Alben vor allem deren Gesamtgestalt schätzten, dürften diese für besser halten. Mir geht es jedenfalls so, mich lässt "III" ein wenig desorientiert zurück. Klar, der klassische Oldfield-Sound ist da, in dieser Hinsicht hat sich nichts geändert, aber die Musik schlägt einfach zu viele Haken.

Allein in den ersten fünf Minuten jagt uns Reed, ausgehend von einer schottisierenden Dudelsack-Einleitung und einer kurzen Spoken-Word-Passage durch einen Xhosa(?)-Frauenchor, ein oldfieldiges Gitarrenthema, elektronische Shabedibabedibabedibabedis, eine poppige Gesangspassage, die an Oldfields 80er-Singles erinnert, einen folkigen Flötenteil, nochmal durch den Xhosa(?)-Frauenchor, ein weiteres Oldfieldiges Gitarrenthema, Amarok-Gitarren und eine akustische Passage. Halt ein! möchte man rufen.

Das Ganze wird durch eine all diesen Passagen gemeinsame Harmonik zusammengehalten. Auch schmeißt Reed nicht mit all diesen klanglichen Gimmicks um sich, die Oldfield damals über "Amarok" drüberwürzte. Damals plingte, klopfte und klapperte die Produktion an allen Ecken und Enden, hier steht die Musik mehr im Vordergrund. Das und die Tatsache, dass es auf "Sanctuary III" auch mal Passagen gibt, die länger sind als eine Minute, macht Reeds Album hörbarer als Oldfields. Über die Shabedibabedibabedibabedis und Makkaro-, Makkaro-, Makkaronis muss man halt hinweghören.

So gesehen finde ich die kurzen Tracks auf Scheibe zwei eigentlich besser, weil die nicht vorgeben, Teile von Longtracks zu sein. Aber ach, was beschwere ich mich. Reed setzt die Sanctuary-Reihe fort, das ist doch eigentlich eine gute Nachricht. Und auch wenn ich diese zusammengestückelten Longtracks nicht mag, grundsätzlich nicht mag (außer wenn der Künstler damit etwas ganz Spezifisches zum Ausdruck bringen will) - solange Reed kein "Millennium Sanctuary" macht, ist es doch okay.

Umso mehr als es von Robert Reed auch dieses Mal wieder eine Menge an Bonusmaterial gibt. Darunter sind Mixe von Chimpan A und Tom Newman, 5.1 DTS Surround Mixes und die besagten Auskoppelungen. Spannend sind auf der DVD auch das Track By Track Video, in dem Robert Reed im Grunde das gesamte Album erklärt, und das Demonstration Video, in dem er zeigt, wie er die Musik Schicht für Schicht hat entstehen lassen.

Also: Robert Reed hat in Mike Oldfields ureigensten Jagdgründen gewildert, Oldfield hat mit seinem starken "Return to Ommadawn" nachgezogen, Reed macht jetzt "Sanctuary III" - und wenn's jetzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden um das bessere Album gibt, dann kann uns das eigentlich alle nur freuen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.5.2018
Letzte Änderung: 29.5.2018
Wertung: 10/15
Sanctuary III - jetzt mit neuer Rezeptur!

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Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 2 von 3)


Die "Sanctuary"-Zählweise ist mittlerweile also bei III angekommen, und die Namensgleichheit zu den beiden Vorgängern macht deutlich, dass Robert Reed vorerst keinen Ausbruch aus seinem einigermaßen geordneten, aber offenbar noch längs nicht ausgeschöpften Kosmos wagt. Ergo lässt sich also auch "Sanctuary III" wieder als muntere Schnitzeljagd nach Mike-Oldfield-Zitaten und -Imitaten hören, und wer so an diese Platte herangeht, kommt in jedem Fall auf seine Kosten.

"Part 1" eröffnet schließlich mit einem Pipe-Intro, wie man es vom Anfang und Ende von "Orabidoo" oder auch der ganzen "Voyager"-Platte kennt. Es folgen die hinlänglich bekannten jubilierenden Gitarren und der von Nik bereits erwähnte Gesang, dessen Fixierung auf rhythmische Motive allerdings nicht nur auf "Amarok", sondern mehr noch wohl auf "Incantations" verweisen dürfte. Den lustigen per Vocoder-verzerrten Babadibab-Gesang à la "The Colony Of Slippermen" am Ende dieses Abschnitts kennt man im Oldfield'schen Schaffen wohl aus dem Mittelteil von "Taurus II". Weitere Auftritte haben später noch die Blues-Gitarren aus "Tubular Bells Part 1", eine wie ehedem in "Hergest Ridge" solierende Trompete und noch der "Tubular Bells"-Ausklang (dieser Part vor "The Sailor's Hornpipe" ist gemeint). Insgesamt allerdings lugen aufgrund des immer wieder eingesetzten Gesangs vor allem die Einflüsse aus "Incantations" hervor.

Nur selten, aber immerhin schaut Reed in "Part 1" über den Tellerrand. Am prominentesten ist hierbei wohl der Part um 16:00 herum, in dem mit trabendem Boogie-Rhythmus, Banjo und Echoeffekten auf der Klargitarre eine Art Western-Atmosphäre geschaffen wird. Passenderweise ertönen dazu auch noch Glocken und hoher weiblicher Gesang, insofern liegt "Once Upon A Time In The West" wirklich nicht fern. Ebenfalls eher aus dem Rahmen fällt die ab 7:30 beginnende Passage, in der zu einer betulichen A-Gitarre erst ein kurioser Synthesizer eine Melodie vorstellt, die anschließend von eher traurigen Flöten nachgespielt wird - das klingt durchaus nach Skandinavien-Prog à la Landberk oder Kaipa. Schließlich wird zum genannten Western-Part kurzzeitig auch noch das "Carpet Crawlers"-Arpeggio angespielt. Das sind jeweils kleine nette Farbtupfer, die sich in die Umgebung gut einfügen, das Stück aber natürlich nicht in andere Richtungen lenken.

Tja, das war ganz schön viel zu "Part 1", was? Worte zu "Part 2" gibt's aber erst nach folgender Feststellung: Abgesehen vom klanglichen Plagiat der Originale hapert der erste Teil nämlich an seinem Zusammenhang. Als verbindendes Element tritt zwar der motivisch eingesetzt Gesang immer wieder mal auf, dazwischen allerdings fällt auf, dass viele Passagen doch ziemlich schroff aufeinander folgen. Man meint manchmal buchstäblich einen Knackser zu hören, wenn sich Sounds und Stile von einer Sekunde auf die nächste abwechseln. In den Originalen (außer vielleicht auf "Amarok") fand sowas immer viel eleganter statt und inszenierte diese Übergänge als Entwicklungen, nicht als Brüche. Diese Eigenschaft jedenfalls lässt "Part 1" ziemlich artifiziell, gestelzt und teils glatt zusammengewürfelt wirken.

Und nun "Part 2"... nun, ganz auf den Kopf gestellt werden die in den obigen Ausführungen genannten Tatsachen hier nicht. Auch hier musiziert Reed primär mit Oldfield-Stilmitteln, die man wieder per Fußnote mit genauen Quellenangaben belegen könnte. Den Blues, die "Sailor's Hornpipe" und sogar das markante Arpeggio-Motiv aus "Tubular Bells" gibt es also ebenso wie die Flöten aus "Hergest Ridge" und eine kurze fröhliche Passage mit Stampfrhythmik à la "Punk-A-Diddle". Aber der Unterschied ist trotzdem signifikant, weil die Komposition viel, viel sauberer ist. Schon am Anfang wird durch langsame (!) Hinzunahme von Instrumenten Spannung aufgebaut, und auch im Folgenden sind behutsame (!) statt konfrontative Entwicklungen die Maßgabe.

Dazu kommt auch, dass die markantesten Stellen hier eben nicht dem Oldfield-Fundus entlehnt sind, sondern "Part 2" anfangs eigentlich wie ein klassischer Flower-Kings-Longtrack gestaltet ist. In der Mitte wird dann interessanterweise dieser "Sailor's Hornpipe"-Folk vorübergehend in einen Reggae-Rhythmus überführt (nicht unpassend!), danach gibt's einen Verweis auf das Intro von "Part 1", der stringenterweise bombastisch ausgewalzt wird, was durch den Einsatz von Marschtrommeln zwar relativ deutlich an Paul McCartneys "Mull Of Kintyre" erinnert, aber einen interessanten Höhepunkt darstellt. Den folgenden Part gestaltet Reed zunächst etwas lockerer auf Grundlage eines Klaviermotivs, dann aber zunehmend polyphon und am Ende schließlich mit Chor, Gitarre und - tja - Röhrenglocken, das allerdings auf eine vergleichsweise eigene Art.

Man merkt: "Part 2" ist angesichts von einer gewissen Eigenständigkeit und seiner gelungeneren, übersichtlicheren Komposition tatsächlich die bessere Hälfte von "Sanctuary III". Und das sollte dieser Teil auch sein, denn ausschließlich mit Musik in der Art des zwar klanglich akkuraten, unterm Strich aber eher wirren "Part 1" dreht sich Robert Reed praktisch im Kreis. Musik auf dem Niveau von "Part 2" wäre da mehr als nur ein Ausweg, könnte es doch helfen, Reeds aktuell alles andere als unbegründetes Image als Oldfield-Imitator schrittweise aufzuweichen. Wünschenswert wäre es ja.

Anspieltipp(s): Part 2, alles andere kennt man ja schon...
Vergleichbar mit: ...
Veröffentlicht am: 10.7.2018
Letzte Änderung: 10.7.2018
Wertung: 9/15
"Part 1": 7 Punkte, "Part 2": 11 Punkte

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Von: Roland Heil @ (Rezension 3 von 3)


Wenn Robert Reed (MAGENTA,KOMPENDIUM u.a.) wieder mal ein Soloalbum veröffentlicht, dann fragt sich die interessierte Gemeinde: hat er wieder oder hat er nicht? Wenn ja, wie "schlimm" ist es denn? Kann man's arg hören? Ist's tatsächlich noch hörbar? Der Gemeinde kann man nach SANCTUARY III antworten: Ja, er hat's wieder getan. Nur diesesmal hat er des einstmaligen Meisters Werkstatt aufgeräumt und zusammengekehrt. Und er wurde fündig. Für seine Zwecke. Er hat die Phase des MO ab und nach INCANTATIONS, also PLATINUM, Q2E bis hin zu TRES LUNAS, zusammengefasst und in (s)ein Werk gegossen.

In beiden Teilen finden sich Verweise musikalischer Art - seien es Frauenchöre, Flötentöne oder keltische Ländler - auf die Vorlagen Altfeldschen Schaffens. Was Rob Reed allerdings gelingt, ist, dass er die Eigenständigkeit über seine Spiel- und Kompositionsfreude und Griffigkeit in die Waagschale wirft. Mike Oldfield vermittelt seit Jahren den Eindruck er spiele für sich. Um es positiv auszudrücken - in sich ruhend; und damit auch abgeschlossen ("Return to Ommadawn"). Rob Reed's Spiel mit den Elementen ist offen, zugänglich, zupackend und - ein Begriff, den man selten in diesem Genre findet - mit Freude.

Somit hat Rob Reed mit seinem gesamten SANCTUARY-Projekt (I - III) gezeigt, dass er's auch kann. Ich denke nun, dass es mit S III auch gut ist und er sich zu neuen Ufern aufmachen kann. Das Talent und die Mittel hat er.

Anspieltipp(s): von Anfang bis Ende
Vergleichbar mit: Michael Altfeld/Robert Reed
Veröffentlicht am: 12.7.2018
Letzte Änderung: 13.7.2018
Wertung: 12/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Robert Reed

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 Sanctuary 11.20 5
2016 Sanctuary II 11.60 5
2017 Sanctuary Live 12.00 1
2017 Variations On Themes By David Bedford 6.00 1
2018 Theme From Dr.Who 5.00 1

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