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Karibow

Holophinium

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Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2016
Besonderheiten/Stil: ArtPop; Melodic Rock / AOR; Neoprog
Label: Progressive Promotion Records
Durchschnittswertung: 9/15 (1 Rezension)

Besetzung

Oliver Rüsing vocals, bass, drums, keyboards
Christopher Thomas vocals, guitar
Thomas Wischt bass
Markus Bergen † vocals, keyboards
Gerald Nahrgang drums

Gastmusiker

Michael Sadler (Saga) lead vocal, backing vocals
Sean Timms (Unitopia, Southern Empire) keyboards
Karsten Stiers (Errorhead) vocals
Colin Tench (Corvus Stone) guitar

Tracklist

Disc 1
1. Distant Movements 1:44
2. Holophinium 6:05
3. E.G.O. 11:28
4. Victims of Light 6:55
5. Some Will Fall 4:06
6. Connection Refused 4:34
7. River 6:03
8. Angel Scent 5:58
9. King 5:03
10. Quantum Leap 8:58
11. Moon (Part I) 2:14
12. Walk on Water (Part II) 7:35
13. Orbital Spirits 5:04
14. Eden 6:38
15. Lifelong (Part V) 7:53
16. Part of the Century (Part VI) 2:52
17. Plutonian (Part VII) 3:51
Gesamtlaufzeit97:01


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Der unentwegte Oliver Rüsing aus Wetter/Ruhr erledigte wieder fast alles: Er schrieb die Songs für dieses Doppelalbum, arrangierte sie und spielte verschiedene Instrumente ein. Am bemerkenswertesten ist das bei den Drums, obwohl mit Gerald Nahrgang ein weiterer Schlagzeuger zur Verfügung stand. Hervorzuheben ist der saubere, hochwertig erscheinende Klang. Das ist alles nicht schlecht produziert!

Trotzdem kann sich der Autor dieser bescheidenen Zeilen, obwohl gelegentlich in anstößiger Weise mainstream-offen, wieder einmal nicht den allgemein begeisterten Kommentaren zu diesem Kari-Flitzebogen anschließen: Das Album ist o.k., aber nicht mehr als das, es reißt einen nicht unvermittelt vom Sitz, es gibt kein „Aha-Erlebnis“. Je länger man zuhört (und man fängt ja meistens beim ersten Titel an) umso drängender stellt sich die Frage: Wo bleibt Sadler? Es wird in den credits doch vollmundig angekündigt: "Lead & backing vocals by Michael Sadler". Beim siebten Stück, River, ist es dann endlich so weit, und der Song hebt sich dann auch gleich sehr deutlich vom Rest ab. Erstaunlich, was ein Weltklassesänger ausmacht! Der Gesang ist nämlich ein Problem dieser Musik tief aus dem Westen. Nach sehr annehmbaren sechs Minuten River ist es dann schon vorbei, und die schon bekannten weichen, hohen und ein wenig weinerlichen Lead-Vocals übernehmen wieder. Es bleibt bei dem einen Auftritt des Saga-Frontmannes, schade. Aus den Backing Vocals ist er kaum herauszuhören (eventuell bei Orbital Spirits?)

Das Songwriting zeigt ein weiteres Defizit. Man hat sich sichtlich (und hörbar) Mühe gegeben, die Versatzstücke aus Hardrock, Pop und einer Prise Prog innerhalb rhythmisch komplexer und ausgefeilter Arrangements zu einem ganzheitlichen Ergebnis zu vereinen. Dabei sind einige Strophen melodisch einfallslos geraten (v.a. Connection Refused, Walk on Water, Angel Scent, Holophinium), Mittelteilen fehlt die strukturelle Verbindung zum Restsong, und sie bleiben irgendwie isoliert im (Klang)Raum stehen. Dadurch ergibt sich eine Beliebigkeit, die trotz „entspannten Vorsichhingleitens“ (Betreutes Proggen) schnell zur Langeweile führt. Führte, würden nicht - gerade bei den längeren Stücken - durchaus ansprechende Soloteile von Keyboard und/oder Gitarre hin und wieder für einen Sympathieschub sorgen. Plutonian (Part VII) startet vielversprechend, dann folgt ein Gitarrenpart, der nicht zum Rest passt und ein Fremdkörpergefühl erzeugt. Licht und Schatten also, verteilt über das gesamte Album oder direkt nebeneinander, kein durchgängiges „Ohrwurmfeeling“ (ebenda).

Der Rezensent, dem die Formation aus der heimischen Region gern richtig gut gefallen würde, tut sich also erneut schwer mit dem Stilmix, fremdelt mit den angebotenen Lösungen und sucht noch nach dem Schlüssel zu einem Teil dieser Musik, der Offenbarung. Vielleicht kommt sie nach dem vierten oder fünften Hören; dennoch wurde bei dem Versuch, Tiefgründigkeit zu erzeugen, Richtungslosigkeit hervorgerufen. Ausnahmen: Eben River, mit der Anmutung eines Saga-Titels (ohne das typische Frage-Antwortspiel zwischen Gitarre und Keys), kraftvollen Refrains und einem schillernden Solo kurz vor Ende der Laufzeit. Die Siebenminüter Victims of Light (rockt und groovt nach geräuschhaftem Beginn, lässt Progmetalsplitter durchschimmern) und Eden (interessante Harmonik mit durchgehend gelungenen - passenden - Melodien, aparte Figuren, schöne Soli, ein Spannungsbogen mit Steigerung bis zum hymnischen Schluss) gehen direkt ins Ohr. Quantum Leap, Orbital Spirits, Lifelong und Part of the Century liegen im Wertungsschnitt.

Anspieltipp(s): River, Eden, Victims of Light
Vergleichbar mit: Marillion
Veröffentlicht am: 5.6.2018
Letzte Änderung: 5.6.2018
Wertung: 9/15
Mit denselben Schwächen, aber insgesamt vielseitiger als „Addicted“ und „The Unchosen“, gibt es eine knappe „9“.

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Karibow

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2014 Addicted 7.00 1
2018 The Unchosen 8.00 1

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