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Copenague

Laguna

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2018
Besonderheiten/Stil: instrumental; Ambient; Postrock; Psychedelic
Label:
Durchschnittswertung: 10/15 (1 Rezension)

Besetzung

Tomas Schvetz guitar
Santiago Perez Pol piano, E-piano, synthesizer
Nando Carbonell  guitar
Dario Vegas bass
Gonzalo Perez Pol drums
Matias Marquez saxophone

Gastmusiker

Malena Rodriguez vocals

Tracklist

Disc 1
1. Intro 4:52
2. Aeropuerto 6:01
3. Focus 4:37
4. Noise 6:07
5. Hielo 3:58
6. Polar 5:02
7. Naufragio 5:25
8. Laguna 6:43
Gesamtlaufzeit42:45


Rezensionen


Von: Peter Meyer @


Falsch geraten! Copenague ist keine dänische Band. Sie sind - darauf kommt ihr im Leben nicht - Argentinier! Dänen würden ihren Erstling auch nicht „Laguna“ nennen. Na ja, doch, die Olsen Brothers, Jørgen und Niels, die würden´s tun, für südlich angehauchte Nonprog-Songs, in denen der Verlust der Urlaubsliebe bejammert wird. „Laguna ….amore …“ - so ähnlich, mit dänischem Akzent. Fly on the Wings of Love! Nun sind Copenague von Kopenhagen und den Olsen Brothers, Jørgen und Niels, ziemlich weit entfernt. Obwohl, fliegen können sie auch - ein Stück heißt sogar Aeropuerto. Sie fliegen durch ihre sphärischen Klangwelten, ohne Flügel.

Jørgen und Niels, das sei jetzt noch mal unbedingt am Rande erwähnt, waren Support Act von keinen geringeren als den Kinks, als die bei den nördlichen Nachbarn in Copenhague herumtourten, das sollte man als aufgeklärter Rock n´ Roll-Historiker wissen. Und ihr Debut hieß schlicht „Olsen“, zumindest da haben die Brothers alles richtig gemacht. Aber nun endlich zurück zur argentinischen Band, hin zu ihrem Album „Laguna“. Denn - jetzt mal ehrlich - wen interessiert ein dänisches Duo, wenn er zum selben Preis ein argentinisches Quintett haben kann? Copenague! Warum sie sich auch immer diesen seltsamen Namen gegeben haben, denn er sorgt für beträchtliche Verwirrung. Zunächst einmal ist eine dahingehende Google-Recherche deprimierend ergebnislos, Treffer aus dem Bereich „Steingut und Geschirr“, kniehohe Lederstiefel und, wen wundert´s, der vielbereisten Hauptstadt am Øresund. Ich sagte ja, Verwirrung.

Der zu Beginn des Jahres 2018 in den Spector Studios in Buenos Aires (der ebenso vielbereisten Hauptstadt am Rio de la Plata) aufgenommene Longplayer trägt mitunter das Erbe großer Vorbilder, besitzt aber dennoch eine eigene Note. Den Hörer erwarten glattpolierte Songs ohne proggige Ecken und metallische Kanten, die von unaufdringlichen Gitarren-, Synthesizer- und Pianoklängen dominiert werden, getragen von einem soliden Rhythmus, der sich über 4/4 nicht hinauswagt. Oft sind zwei Leadgitarren gleichzeitig zu vernehmen. Hielo, ein Ambientstück in Reinkultur mit sanften, langgezogenen und warmen Klängen, geht nach vier Minuten über in Polar. Das Soundkonzept ist recht weit und breit angelegt, die Stimme von Malena Rodriguez wird hier und bei Intro als weiteres Instrument eingesetzt, ähnlich wie die von Alan Parsons vermittelte Clare Torry bei Pink Floyd´s A Great Gig in the Sky, nur nicht ganz so spektakulär.

Polar ist der nachhaltigste Titel auf „Laguna“ und steht stellvertretend für die meisten Songs dieses Albums. Eingebettet in Schwebesounds, die Geschwindigkeit liegt im Mid-Tempo-Bereich, baut er sich gemächlich auf, die Intensität nimmt gegen Ende zu, wobei er keiner klassischen Songstruktur folgt.

Intro und Laguna sind jazzig angehaucht (obwohl Puristen das Resultat als Fahrstuhlmusik bezeichnen würden), Intro mit langen Auf- und Abblenden. Aeropuerto fällt auf durch Pianoarpeggien und komplexere Harmonien vor einem Hintergrund aus zurückhaltenden Synthesizer-Flächen; ebenso interessante Harmoniefolgen hat das bombastische Naufragio. Focus ist sehr fokussiert (harmoniumartiger Beginn, leicht synkopierte Drums, Akustikgitarrenakkorde, E-Gitarren-Lead, und ein paar passende Elektronikzutaten). Nicht zum ersten Mal dürften hier die Soli von David Gilmour Pate gestanden haben. Noise beginnt erwartungsgemäß noisy, mit elektronischen Geräuschen und Atmosphäre, dann schleichen sich Gitarrentappings ins Arrangement (bzw. etwas, was sich wie Gitarrentapping anhört, aber auch sehr leicht mit einem Synthesizer erzeugt werden kann). Dieses Stück ist irgendwie sehr tiefenentspannt, nimmt dann unter Zuhilfenahme von Percussion (Tambourin, Cowbells) und pulsierendem Bass schwer Fahrt auf, nichts Vertracktes, aber ärgern tut´s einen auch nicht.

Beim abschließenden Laguna kommt nach einleitenden Rimshots der zweite Gastmusiker zum Zuge, der Saxophonist Matias Marquez. Auch sein Instrument passt gut in diese Mischung, und es erzeugt mit dem perlenden E-Piano und dem Achtelnoten spielenden Walking Bass ein luftiges Fusionfeeling.

Anspieltipp(s): Polar, Laguna
Vergleichbar mit: Alan-Parson-Instrumentals, Pink Floyd
Veröffentlicht am: 30.6.2018
Letzte Änderung: 30.6.2018
Wertung: 10/15
Das hören heimlich auch die Olsen Brothers!

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