SUCHE
Erweiterte Suche
Leitfaden: ProgMetal
Dream Theater
Fates Warning
Pain of Salvation
Psychotic Waltz
Queensryche
Shadow Gallery
Sieges Even
Symphony X
Threshold
Watchtower
Persönliche Tips
Anacrusis
Magellan
Opeth
Voivod
STATISTIK
24795 Rezensionen zu 16976 Alben von 6612 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Queensrÿche

Operation: Mindcrime

(Siehe auch: Leitfaden "ProgMetal")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1988
Besonderheiten/Stil: Konzeptalbum; Progmetal
Label: EMI
Durchschnittswertung: 14/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Geoff Tate Vocals, Keyboards, Whistles And Blurbs
Chris DeGarmo Electric 6-string, Acoustic 12- & 6-string, Lap Steel and GK-1 Synth Guitars
Michael Wilton Electric 6-string, Acoustic 12- & 6-string, Stereo Ripley Guitars
Eddie Jackson Bass Guitars
Scott Rockenfield Drums & Percussion, Keyboards on 10

Gastmusiker

Debbie Wheeler Background Vocals; "Mary"

Tracklist

Disc 1
1. I Remember Now 1.17
2. Anarchy-X 1.27
3. Revolution Calling 4.42
4. Operation: Mindcrime 4.43
5. Speak 3.42
6. Spreading The Disease 4.07
7. The Mission 5.46
8. Suite Sister Mary 10.41
9. The Needle Lies 3.08
10. Electric Requiem 1.22
11. Breaking The Silence 4.34
12. I Don't Believe In Love 4.23
13. Waiting For 22 1.05
14. My Empty Room 1.28
15. Eyes Of A Stranger 6.39
Gesamtlaufzeit59:04


Rezensionen


Von: Thorsten Gürntke @ (Rezension 1 von 2)


Unschlagbar!! Definitiv! Dieses Album ist Pflicht. Jeder, der nur irgendwie mit Metal oder Prog in Verbindung steht sollte es sein eigen nennen.

Nach dem "ruhigeren" Rage For Order Album hat man hier ein absolut kerniges Metalstück vor sich liegen und das killt ohne Ende! Thematisch wird ein Konzept verarbeitet, das ebenso genial ist. Hauptakteur ist "Nikki", der in die Psychiatrie eingeliefert wird und dort ruhig gestellt werden muß. Er erzählt seine Geschichte aus Macht, Religion, Intrigen, Aufständen, Hass und Liebe, die Aufschluß über seine Situation jetzt geben: 6:00 p.m. - I remember now. I remember how it started. I can't remember yesterday, I just remember doing what they told me ... told me ... told me... . In diese Situation wurde er von Dr. X gebracht. Dieser manipuliert seinen Geist und zwingt ihn, Sachen zu tun, die er sonst nie getan hätte. So wird er zum Spielball von Dr. X und weiß nicht was vorgefallen ist, da er zwischenzeitlich zum Junkie geworden ist. Ihm werden Morde angelastet und letztendlich endet er in der Klinik, um seine Abhängigkeit zu überwinden. Die ganze Geschichte läuft im Zeitraffer vor seinen Augen ab und diese eine Minute erzählt das Album. 6.01 p.m. - "I remember now."

Musikalisch hat man die verschiedenen Stimmungen hervorragend umgesetzt. "Mindcrime" ist ein Album aus einem Guß. Am Besten man lauscht ihm ganz und in voller Länge über den Kopfhörer. Zu erwähnen sei noch, daß man sogar weiblichen Gesang mit eingebaut hat, um die Freundin Nikkis realistisch darzustellen. Besonderes Highlight ist demnach auch das epische "Suite Sister Mary", welches sagenhaft gut daherkommt.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 11.8.2002
Letzte Änderung: 29.3.2004
Wertung: 14/15

Zum Seitenanfang

Von: Nik Brückner @ (Rezension 2 von 2)


Operation: Mindcrime ist ein Konzeptalbum, das die Geschichte eines Mannes erzählt, der sich, frustriert über die amerikanische Gesellschaft, einer Untergrundorganisation anschließt. Diese wird von Dr. X angeführt, der den Protagonisten mittels Drogen und Gehirnwäsche dazu anstiftet, Anschläge auf korrupte Politiker auszuüben. Dabei dient das Wort „Mindcrime“ als Schlüssel.

Ein korrupter Priester, Father William, bringt den Protagonisten mit Schwester Mary, einer ehemaligen Prostituierten, zusammen. Die sich nun entwickelnde Freundschaft lässt den Killer an der Rechtmäßigkeit seiner Taten zweifeln. Als Dr. X das bemerkt, erteilt er ihm den Auftrag, Mary und den Priester zu töten. Der Protagonist tötet den Priester, er und Mary beschließen aber, die Organisation zu verlassen. Als Dr. X das erfährt, lässt er Mary töten.

Daraufhin beginnt die Psyche des Protagonisten zu zerbröckeln. Er läuft durch die Straßen und ruft ihren Namen. Als die Polizei ihn aufgreift, wird er des Mordes an Mary und weiterer Morde verdächtigt. Aber er kann sich an nichts erinnern. Im Krankenhaus gelandet, triggern dann aber Berichte über politische Morde sein Gedächtnis…

Diesem Album hängt seit seiner Veröffentlichung eines der größten Missverständnisse der Proggeschichte an: Es sei, heißt es überall, ein Progmetal-Album - es sei sogar, liest man, das allererste! Aber während es zweifellos großen Einfluss auf den Progmetal gehabt hat, ist es selbst, genauer behört, doch weder Prog noch besonders viel Metal. Macht man Metal nämlich an den üblicherweise gehandelten Charakteristika fest (verzerrter Gitarrensound, Shredding, Blastbeats), so hat man mit „Operation: Mindcrime“ über weite Strecken doch wohl eher ein Hardrock-Album vor sich. Die Verwandtschaft zu dem, was Bon Jovi damals gemacht haben, als Jon noch lange Haare hatte, so ein all american corporate Rock, ist evident und kann wohl kaum ernsthaft weggeläugnet werden.

Für uns interessanter ist der Progaspekt und da ist hier schlicht Fehlanzeige. Das Album enthält einfach keinen Prog. Dass "Suite Sister Mary" lang ist, macht das Kraut nicht fett, das sind andere Lieder auch ("November Rain"), und der Wechsel von 5/8- und 3/8-Takten am Beginn von „The Mission“ reißt es da auch nicht raus. Das Stück ist viel eher von Led Zeppelin als vom Prog her gedacht. Und wer böswillig ist, der rechnet auch noch mal eben 3 und 5 zusammen. Geradezu haarsträubend wird es aber, wenn „Operation: Mindcrime“ auch noch (wie etwa in der deutschen Wikipedia) zum ersten Progmetal-Album der Geschichte erklärt wird. Wer das behauptet, der tut ein paar ziemlich bedeutenden Alben von Watchtower und Fates Warning (oder Sieges Even, oder Mekong Delta) Unrecht. Und überhaupt: kulturgeschichtliche Entwicklungen laufen sowieso vollkommen anders ab. So etwas wie ein erstes Progmetal-Album gibt es ebensowenig wie ein erstes Progalbum, eine erste gotische Kirche oder ein erstes barockes Gemälde.

Ich ahne aber, wie es zu der Auffassung kommt, „Operation: Mindcrime“ sei ein Progmetal-Album. Zunächst einmal lädt die Tatsache, dass das Album eine immense Wirkung auf den Progmetal hatte, zu dem Schluss ein, es sei selbst ein Progmetal-Album. Diese Logik ist aber trügerisch, denn selbst wenn es das wäre: Man könnte es aus seiner Wirkung allein nicht schließen. Schließlich kann alles mögliche eine Wirkung auf den Progmetal haben, Einflüsse aus dem Jazz, Einflüsse aus der Klassik, ja, das können sogar außermusikalische Einflüsse sein. Das vereinnahmt die Einflussgeber nicht automatisch in den Progmetal.

Zum zweiten ist die Scheibe ein Konzeptalbum. Und weil es im Prog angeblich so besonders viele Konzeptalben gibt (ist das überhaupt so? Das stimmt doch gar nicht), liegt der Umkehrschluss nahe, Konzeptalben seien schon per se Prog. Besonders in britischen Publikationen kann man diese Auffassung zwischen den Zeilen immer wieder nachlesen. Doch dahinter steckt die gleiche trügerische Logik: Das Konzeptalbum ist nämlich alles andere als eine Bedingung des Progressive Rock, ja nicht einmal eines seiner besonderen Kennzeichen. Denn ob Songs durch ein gemeinsames Konzept verknüpft sind oder nicht, hat im Rock in den meisten Fällen eher Einfluss auf den Text als auf die Musik. Progressive Rock dagegen ist eine Frage der Musik, nicht ihrer Organisation. Alles andere wäre auch absurd. Es gibt tausende Prog-Alben, die keine Konzeptalben sind. Und umgekehrt würde kein Mensch „Pet Sounds“ von den Beach Boys, „Captain Fantastic and the Brown Dirt Cowboy" von Elton John Prog oder Amanda Lears „Incognito“ zum Prog zählen, nur weil das Konzeptalben sind. Wie schreibt Gareth Shute in seinem Buch über Konzeptalben? "Queensrÿche [...] were labelled as 'prog metal' more for their conceptual, theatrical approach than their musical style." Ganz genau. Nicht wegen der Musik. Ein "theatrical approach" reicht nicht. Nein. „Operation: Mindcrime“ ist kein Progalbum - das kann man in den zahllosen Publikationen von echten Metal-Fachleuten auch reihenweise nachlesen.

Dass das Album seine Wirkung auf den sich gerade erst (und zwar, das ist wichtig, aus dem Metal, und nicht aus dem Prog) herausbildenden Progmetal hatte, bestreite ich nicht. Und es wäre auch absurd, das zu tun, denn man kann allenthalben nachlesen, wie wichtig diese Scheibe für zahllose Progmetal-Musiker gewesen ist. Eine Wirkung auf den Progressive Rock dagegen, das Genre als Ganzes, ist schwer vorstellbar. Musikalisch bietet die Scheibe in dieser Hinsicht nämlich nichts, was es im Prog nicht schon lange vorher gegeben hätte.

„Operation: Mindcrime“ mag vielleicht als Progalbum schwächeln - aber es ist ein verdammt gutes Hardrock-Album mit großer Wirkung auf ein Genre, das es zu diesem Zeitpunkt jenseits einiger hellsichtiger Vorboten noch gar nicht gab. Dass es mit Progressive Rock so rein gar nichts zu tun hat, ändert daran nicht ein Jota.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: Hardrock und Powermetal der Zeit. Die ersten Gamma-Ray-Alben enthalten mehr Prog-Elemente als "Operation: Mindcrime".
Veröffentlicht am: 15.5.2013
Letzte Änderung: 15.3.2018
Wertung: keine Fünf, sechs Progpunkte, allenfalls.

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Queensrÿche

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1984 The Warning 10.00 2
1986 Rage for Order 10.00 2
1990 Empire 7.00 1
1994 Promised Land 8.00 1
1997 Hear In The Now Frontier 4.50 2
2003 Tribe 11.00 1
2004 The Art of Live (DVD) 5.00 1
2006 Operation: Mindcrime II 11.00 1
2011 Dedicated to chaos - 1
2013 Queensryche - 1

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum