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Leitfaden: Nordamerik. symphonischer Prog der 70er Jahre
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Styx

Pieces of Eight

(Siehe auch: Leitfaden "Nordamerik. symphonischer Prog der 70er Jahre")
Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1978
Besonderheiten/Stil: HardRock; Melodic Rock / AOR; Rock / Pop / Mainstream
Label: A&M
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Dennis DeYoung Vox, Keys
Tommy Shaw Vox, GTR
James Young Vox, GTR
Chuck Pannozzo Bass, Backing-Vox
John Panozzo Drums, Backing Vox

Tracklist

Disc 1
1. Great White Hope   (Young) 4.22
2. I'm Okay   (DeYoung/Young) 5.41
3. Sing For The Day   (Shaw) 4.57
4. The Message   (DeYoung) 1.08
5. Lords Of The Ring   (DeYoung) 4.33
6. Blue Collar Man (Long Nights)   (Shaw) 4.05
7. Queen Of Spades   (DeYoung) 5.38
8. Renegade   (Shaw) 4.13
9. Pieces Of Eight   (DeYoung) 4.44
10. Aku-Aku   (Sahw) 2.57
Gesamtlaufzeit42:18


Rezensionen


Von: Gunnar Claußen @ (Rezension 1 von 2)


Ein Leitfaden-Album ohne Review - das muss dringend ausgebessert werden. Zwar bin ich nicht unbedingt der Styx-Experte, aber immerhin sind mir das verspielte Vorgängeralbum "The Grand Illusion" und der mainstreamige Nachfolger "Cornerstone" bekannt, insofern erlaube ich mir mal ein Urteil über "Pieces Of Eight".

Generell gilt es wohl zu sagen, dass aus Proggersicht Styx immer ein wenig im Schatten von Kansas standen, was in kommerzieller Hinsicht natürlich andersrum ist. Die grundlegende Ausrichtung aus bodenständigem, mehrheitsfähigem Hardrock mit viel Keyboard-Zuckerguss und verspielter Leichtigkeit ist dabei ziemlich ähnlich. Allerdings gehen Styx allgemein leichtfüßiger, melodischer und eingängiger zur Sache als die Kollegen aus dem Steppenstaat. Großartiges Gefrickel findet man bei Styx also weniger, allenfalls mal das eine oder andere rasante Keyboardsolo oder bombastische Arrangements. Obendrauf gibt's immer noch die opulenten Chorgesänge, die ab und an an Queen denken lassen, wobei der Sologesang in gerechter Weise unter den Bandmitgliedern aufgeteilt.

Und für all diese Eigenschaften steht "Pieces Of Eight" nun ziemlich archetypisch da. Obendrein markiert das Album auch den kommerziellen Durchbruch der Band und, ziemlich zeittypisch, die Wendung zum Mainstream. Persönlich würde ich zwar sagen, dass "The Grand Illusion" in progressiver Hinsicht spannender ausfällt, aber hören wir uns "Pieces Of Eight" doch erst mal an.

Mehr dem Mainstream sind wohl die ganzen straighten Rocknummern und balladesken Stücke geschuldet. In erste Kategorie fallen das mit einigen spielerischen Widerhaken ausgestattete "Great White Hope", der Rockhit "Blue Collar Man" und "Queen Of Spades". Letztere Nummer fällt kompositorisch ein wenig aus dem Rahmen, denn in der Strophe mit ihrem luftigen Arrangement klingt oftmals jener flirrende Futurismus durch, der auch Rush auf ihren Spät-70er-Alben von "A Farewell To Kings" bis "Moving Pictures" auszeichnete. Balladesk bis poppig, jedenfalls durchgehend fröhlich sind dagegen "I'm O.K.", "Sing For The Day" und der Titeltrack ausgefallen. Diese Nummern zeichnet dabei eine gewisse pittoreske Stimmung aus, die stellenweise an die harmoniesüchtigen Momente der zeitgenössischen Yes ("Turn Of The Century", "Madrigal", "Circus Of Heaven") denken lässt. Für diesen Punkt spricht auch der üppige Kirchenorgel-Einsatz in "I'm O.K.". Dagegen sind die Kompositionen selber bemerkenswert schlicht ausgefallen; dass Styx es aber dennoch schaffen, die genannte Atmosphäre zu erzeugen, spricht allerdings sehr für die Band. Na ja, ein "Parallels" war ja auch nicht gerade komplex.

Wirklich interessant wird's aber, sobald das Quintett aus Chicago mal programmatischer vorgeht. Das ist auf "Pieces Of Eight" im Doppel "The Message"/"Lords Of The Ring" und in "Renegade" zu finden. Ersterer Fall leitet dabei aus einem pompösen Synthie-Interlude zu einer operettenhaften Fantasynummer über. Hier schwirrt mir ständig der Name "Queen" im Kopf herum, was angesichts fulminanter Gitarrenarbeit und des aufgeladenen Bombasts vertretbar ist. Lediglich die Synthies hatten Mercury, May, Deacon & Co. bei "The Fairy Feller's Master Stroke" oder "Ogre Battle" nicht im Arsenal. "Renegade" dagegen baut mit gelungenen A-Capella-Arrangements und funkigen Rhythmen zu interessanten Harmonien und Saga-artiger Keyboardarbeit eine seltsam zwischen Bedrücktheit und Euphorie divergierende Stimmung auf. Aus meiner Sicht das eigentliche Highlight dieses Albums.

Aussetzen kann ich an "Pieces Of Eight" vor allem den reichlich geschliffenen Sound. Selbst in den härteren Momenten ("Blue Collar Man" z.B.) klingt die Musik nicht wirklich aggressiv. Insbesondere das Schlagzeug kommt kaum zur Geltung, sondern klingt fast so, als ob John Panozzo das Album mit einem Cajón bestritten hätte. Dem Remaster-Trend konnten sich Styx bislang noch widersetzen, aber hier wäre ich wirklich auf ein derartiges Ergebnis gespannt. Zudem dürften die eher harmlosen, stellenweise seichten Melodien der ersten Albenhälfte wohl nicht jedem gefallen. Unterm Strich stelle ich aber fest, dass "Pieces Of Eight" seinen Status wohl zu Recht haben dürfte. Denn schließlich platzieren sich Styx mit diesem Werk zwischen verspieltem Light-Prog und Mainstream-Rock und können dabei einige achtbare Klangergebnisse vorweisen. Somit sehe ich in diesem Album einen gelungenen Grenzgänger am Rande des Mainstreams, der aus Progger-Sicht sicherlich etwas aggressiver hätte sein dürfen. Aber dann wäre das mit dem Mainstream natürlich wieder hinfällig.

Anspieltipp(s): Renegade, Lords Of The Ring, Queen Of Spades
Vergleichbar mit: Einem Spät-70er-Querschnitt: Kansas, Queen, Rush, Saga, Magnum, Yes, REO Speedwagon - alles drin
Veröffentlicht am: 23.1.2012
Letzte Änderung: 24.1.2012
Wertung: 11/15

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Von: Markus Peltner @ (Rezension 2 von 2)


Das 1978 erschienene Album “Pieces Of Eight” gilt bei vielen Styx-Fans als das beste Album der amerikanischen Formation. Und auf “Pieces Of Eight” waren Styx auch noch nicht so mainstreammäßig unterwegs, wie dies bereits zum Teil auf dem Nachfolgeralbum „Cornerstone“ der Fall sein sollte.

Und tatsächlich, auf “Pieces Of Eight” gibt es wirklich ein paar Titel, für die man schon ein Ohr riskieren sollte. Allerdings gibt es die nicht zu Beginn des Albums, sondern eher an dessen Ende, auf der ehemaligen zweiten Seite der Platte. Die Scheibe beginnt mit „Great White Hope“, einer schnellen Nummer, die dann überzeugen kann, wenn sie instrumental wird. Die Gesangspassagen, gesungen von James Young, aus dessen Feder das Lied auch stammt, sind dagegen langweilig, auch wenn sich für den Chor beim Refrain, viel Mühe gegeben wurde. Es folgt „I Am Okay“. Auch dieser Song fängt kraftvoll an, dieses Mal ist es das Schlagzeug, welches in das Stück einführt. Und dann passiert etwas, das muss man mögen oder man findet es eben nicht so gut: Dennis De Young fängt an zu singen! Irgendwie klingt das nicht so besonders überzeugend, irgendwie gekünstelt, irgendwie aufgesetzt. Und was für den ersten Track galt, das trifft auch hier zu. Wenn die Stimme schweigt, dann hat auch dieses Lied seine Stärken. Das Orgel-Solo ist klasse und gegen Ende des Stücks singt dann der Chor sogar richtig hymnisch. Da passt dann auch der Gesang.

„Sing For The Day“ heißt die dritte Nummer auf dem Album. Sie beginnt locker und „fluffig“ mit einem fröhlichen Keyboardintro. Das Stück ist eine reine Popnummer. Nichts Besonderes, wobei der Refrain etwas zu fröhlich und heiter klingt. So etwas kann schnell nerven und bewegt sich in nicht weiter Entfernung zum Deutschen Schlager. Kürzer, aber auch deutlich interessanter wird es dann mit „The Message“. Eine Mischung aus Sphäre und Symphonie. Eine kleine Auflockerung. Weiter geht es mit „Lords Of The Ring“, wieder ein Stück von Dennis De Young. Und der Keyboarder der Band kann wahrlich Lieder schreiben. Das Stück ist wirklich gut, hat eine spannende Melodieführung und ist sehr abwechslungsreich - und das, obwohl es nur viereinhalb Minuten lang ist. Von der Musik her richtig klasse gemacht. Nachteil allerdings wieder, klar, ich wiederhole mich, der Gesang, der allerdings auch hier bei den mehrstimmigen Parts besser wird.

“Blue Collar Man” ist ein Klassiker auf jedem Styx Konzert. Die Nummer beginnt mit reinem und breitem Orgelsound und rockt dann gut weiter. Auch das Gitarrensolo kann man genießen. Das Stück ist ein flotter Rocktitel aus der Feder Tommy Shaws. Bei „Queen Of Spades“ wird es am Anfang dann allerdings erneut ganz schlimm, denn Dennis De Young zieht die Silben wieder so entsetzlich. Das alles bei einem ruhigen Part zu Beginn des Stücks, bei dem die Stimme somit noch aufdringlicher wirkt. Das Stück wird dann rockiger und entwickelt sich zu einem Mainstream-Rocksong. Titel Nummer acht, „Renegade“, wieder ein Stück, welches auch auf den Liveaufführungen der Band nicht fehlen darf, beginnt mit dem Sologesang Tommy Shaws, der das allerdings richtig gut macht. Er zumindest kann deutlich unaufdringlicher singen. Danach rockt das Stück dann härter weiter. Und auch hier sind die gelungenen Instrumentalpassagen wieder mit zu erwähnen, denn die sind wahrlich klasse arrangiert und können begeistern. Auch der mehrstimmige Gesang ist eindrucksvoll. Kurzum, eine gute Nummer.

Dann folgt der Titeltrack des Albums „Pieces Of Eight“. Wieder ein Lied von Dennis De Young und wohl der Höhepunkt des Albums. Es fängt nicht sehr verheißungsvoll an, steigert sich dann allerdings von Sekunde zu Sekunde. Der Nachteil des Gesangs ist bald vergessen und es entwickelt sich eine richtig packende Nummer, die symphonische wie progressive Parts bereithält. Da muss man wahrlich Respekt zollen, wie viele verschiedene Parts Dennis De Young in einem, doch gar nicht mal so langen Lied, unterzubringen imstande war. Und das alles wirkt beileibe nicht zusammengestückelt, sondern richtig interessant, richtig klasse. Beendet wird das Album durch Aku-Aku. Dabei handelt es sich um ein sehr melodiöses Instrumentalstück, dieses Mal wieder aus der Feder Tommy Shaws. Das Lied ist schön entspannt und zeigt damit einmal mehr auch die Vielseitigkeit der Band Styx.

Fazit: Neben einigen gewöhnungsbedürftigen Gesangspassagen, sowie vereinzelten, langweiligen Mainstreamannäherungen, hält „Pieces Of Eight“ von Styx allerdings auch experimentelle und progressive Stellen für den Hörer parat. Hier macht das Lauschen der Musik dann auch richtig Spaß. Leider gibt es diesen Spaß nicht durchgängig zu hören, denn es fokussiert sich mehr auf die zweite Hälfte des Albums. Trotzdem ist das Album wohl auch für Progger interessant, nicht zuletzt auch wegen der Abwechslung, die den neun verschiedenen Stücken innewohnt.

Anspieltipp(s): Lords Of The Ring, Blue Collar Man, Renegade, Pieces Of Eight, Aku-Aku
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.3.2012
Letzte Änderung: 17.3.2012
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Styx

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1972 Styx 7.33 3
1973 The serpent is rising 7.33 3
1973 Styx II 7.00 3
1974 Man of miracles 6.50 2
1975 Equinox 8.00 2
1976 Crystal Ball 9.00 2
1977 The Grand Illusion 9.25 4
1979 Cornerstone 5.33 3
1980 Paradise Theater 10.33 3
1983 Kilroy Was Here 5.00 2
1984 Caught In The Act 11.00 1
1990 Edge Of The Century 4.00 1
1997 Return To Paradise 10.00 1
1999 Brave New World 6.50 2
2000 Arch allies - Live at Riverport 8.00 1
2001 Styxworld Live 2001 9.00 2
2003 Cyclorama 9.50 4
2005 The complete Wooden Nickel Recordings - 1
2005 Big Bang Theory 6.00 2
2006 One with everything 9.00 1
2017 The Mission 10.00 1

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